Lippisches Landesmuseum


Lippisches Landesmuseum
Lippisches Landesmuseum, Detmold, Juni 2008.JPG
Das Lippische Landesmuseum (Haus Ameide), Juni 2008
Daten
Ort Detmold
Art Mehrspartenmuseum
Eröffnung 1835
Leitung Michael Zelle
Website www.lippisches-landesmuseum.de
Sennelandschaft mit Senner Pferden
von Gustav Quentell und Carl Rötteken
Skulptur Frieden: Der Sturz der apokalyptischen Reiter von Wilfried Koch (1998)

Das Lippische Landesmuseum in Detmold ist das größte und älteste Museum in Ostwestfalen-Lippe. Das vom Landesverband Lippe getragene Museum liegt gegenüber dem Fürstlichen Residenzschloss der Herren zur Lippe und dem Lippischen Landestheater. Derzeitiger Direktor des Landesmuseums ist der klassische Archäologe Michael Zelle.

Das Museum wurde 1835 als Naturhistorisches Museum gemeinsam mit dem naturwissenschaftlichen Verein für das Fürstentum Lippe gegründet und entwickelte sich zu einem klassischen Mehrspartenmuseum mit bedeutenden Sammlungen aus den Bereichen Naturkunde, Ur- und Frühgeschichte, Landesgeschichte des ehemaligen Landes Lippe, Volkskunde, Kunst, Möbel und Innenarchitektur sowie Völkerkunde. Im Jahr 2010 feierte das Museum sein 175-jähriges Bestehen. Dies wurde am 18. Juni mit einer großen Jubiläumsausstellung (175 Jahre in 175 Tagen) und der Neueröffnung der neuen Dauerausstellung Arminius, Thusnelda und die Schlacht im Teutoburger Wald - Ein deutscher Gründungsmythos in der Zehntscheune gefeiert.

Vor dem Museum ist die Skulptur Frieden: Der Sturz der apokalyptischen Reiter von Wilfried Koch (1998) aufgestellt.

In Sonderheit zur Regelung des Denkmalschutzgesetzes des Landes NRW von 1981 mit der generellen Zuweisung der Verantwortlichkeit für die Bodendenkmalpflege bei den Landschaftsverbänden wurde in Anbetracht der lippischen Traditionen und Kompetenzen und Eigenständigkeit des ehemaligen Land Lippe (Heimatschutzgesetz von 1920) vertraglich die Bodendenkmalpflege für Lippe dem Landesverband Lippe auf Ebene der Zusammenarbeit zugetragen. Der Landesverband führt die Bodendenkmalpflege durch das Landesmuseum durch.

Abteilungen und Sammlungen

Zum Museumskomplex gehören fünf Gebäude: Der Museumsgraben, das Haus Ameide, die Zehntscheune, das Kornhaus und die Mittelmühle.

  • Museumsgraben: Hier sind die Kasse und der Museumsladen untergebracht. Das Untergeschoss wird für Sonderausstellungen und das Münzkabinett genutzt.
  • Haus Ameide: Im Erdgeschoss befinden sich eine Sonderausstellung zum Thema Tierspuren in Natur und Kunst. Im ersten Obergeschoss werden die Epochen Stein- und Eisenzeit präsentiert. Das zweite Obergeschoss ist der Völkerkunde gewidmet. Ein besonderes Highlight sind hier die fünf Mumien: eine ägyptische Mumie mit Sarkophag sowie vier peruanische Mumien darunter eine Kindermumie.
  • Zehntscheune: 2009 wurde das Gebäude für die MYTHOS-Ausstellung kernsaniert. Nach dem Auslaufen der MYTHOS-Ausstellung wird seit Oktober 2010 im Erdgeschoss die neue Dauerausstellung Arminius, Thusnelda und die Schlacht im Teutoburger Wald - Ein deutscher Gründungsmythos präsentiert, bei der die Entwicklung des Varus-Mythos, der Bau des Hermannsdenkmals sowie sein Erbauer Ernst von Bandel thematisiert wird. In den beiden Obergeschossen wird die umfangreiche Möbelsammlung des Hauses präsentiert.
  • Kornhaus: Im Erdgeschoss sind altes Handwerk und Gewerbe ausgestellt, außerdem eine Kötterdeele und sakrale Kunst. Im ersten Obergeschoss befinden sich eine landeskundlich Ausstellung sowie eine Ausstellung zu Kinderspielzeug. Im zweiten Obergeschoss sind die bürgerliche und höfische Wohnkultur in Stilzimmern ausgestellt, außerdem Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Das dritte Obergeschoss ist den Trachten und der Mode gewidmet. Das Dachgeschoss beherbergt noch die Möbelsammlung.
  • Mittelmühle: Das Naturkundehaus präsentiert heute eine vielseitige Kollektion von Tieren, Pflanzen, Fossilien, Gesteinen und Mineralien. Die exotische Tierwelt der Savannen, Regenwälder und Polarregionen lädt im Erdgeschoss zu Entdeckungstouren ein. Im ersten Obergeschoss tummelt sich im heimischen Wald die uns vertraute Tierwelt. Zudem geben zahlreiche Fossilien, mächtige Geweihe und Knochen einen Einblick in die Erdgeschichte. Die umfangreiche Mineraliensammlung des Museums wird im zweiten Obergeschoss präsentiert.

Sammlungen im Internet

Die Sammlungen des Lippischen Landesmuseums (Naturkunde, Kostüme- und Trachten, Archäologische Sammlung, Kunstgeschichte, Münzen, Volks- und Landeskunde, Völkerkunde u. Möbel/Innenarchitektur) können über das Objekt-Portal museum-digital durchsucht werden.

Direktoren

  • Carl Weerth, 1835–1889
  • Otto Weerth, 1889–1930
  • Wilhelm Meier, 1930-1934
  • Oskar Suffert, 1934–1957
  • Wilhelm Hansen, 1958–1976
  • Friedrich Hohenschwert, 1976–1986
  • Rainer Springhorn, 1986-2011
  • Michael Zelle, seit 2011

Weblinks

 <Lang> Commons: Lippisches Landesmuseum Detmold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.937288.87647Koordinaten: 51° 56′ 14,2″ N, 8° 52′ 35,3″ O


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