Køkkenmødding von Ertebølle

Ausgrabung des Køkkenmødding, der der Ertebølle-Kultur ihren Namen gab (1890er Jahre).

Der Køkkenmødding von Ertebølle ist einer der größten prähistorischen Abfallhaufen Nordeuropas. Er liegt in Westhimmerland an der Küste des Limfjordes in Dänemark. Der Ort Ertebølle war namengebend für die mesolithische Ertebølle-Kultur (5100 v. Chr. und 4100 v. Chr.).

Der Køkkenmødding war ursprünglich 140 m lang, 20 m breit und bis zu 2 m dick. Der Abfallhaufen besteht aus Muschelschalen, vor allem von Austern, vermischt mit Schneckenschalen und einigen zerbrochenen Werkzeugen. Im Kökkenmödding wurden auch Bestattungen und Feuerstellen gefunden, aber es ist unklar, ob die Träger der Jäger und Sammlerkultur auch auf dem Hügel lebten. Der Platz wurde auf 4900–3900 v. Chr. datiert und von 1893 bis 1897 und von 1979 bis 1984 ausgegraben.

Neben dem Hügel liegt heute das Steinzeitzentrum Ertebølle (dän. Stenaldercenter Ertebølle) mit einer rekonstruierten Siedlung. Seit 2013 gehört es zum Vesthimmerlands Museum.

Siehe auch

Literatur

  • S. H. Andersen: Kökkenmöddinger (Shell Middens) in Denmark: a survey. Proc. Prehist. Soc. 66, 2000, S. 361–384
  • Geoffrey Bibby Faustkeil und Bronzeschwert. Erforschung der Frühzeit des europäischen Nordens, Rowohlt-Sachbuch, Hamburg, 1972
  • Karsten Kjer Michaelsen: Politikens bog om Danmarks oldtid. Kopenhagen 2002 ISBN 87-567-6458-8 S. 74ff.
  • Elisabeth Noll: Ethnoarchäologische Studien an Muschelhaufen. Tübingen 2002 ISBN 3830912102
  • K. S. Petersen: The Ertebølle køkkenmødding and the marine development of the Limfjord with special regard to the molluscan fauna. In: Journal of Danish Archaeology 5, 1987. S. 77–84

Weblinks

Koordinaten: 56° 48′ 1,9″ N, 9° 10′ 52,1″ O

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