Kulturraum von Ḥimā

Kulturraum von Ḥimā
UNESCO-Welterbe UNESCO-Welterbe-Emblem

Inscriptions of Hima mountain6.jpg
Altsüdarabische Inschriften
Vertragsstaat(en): Vorlage:Saudi-Arabien
Typ: Kultur
Kriterien: (iii)
Referenz-Nr.: 1619
UNESCO-Region: Arabische Staaten
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2021  (Sitzung 44.)

Kulturraum von Ḥimā, auch Bir Ḥimā (arabisch بئر حما, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value)), ist eine Sammelbezeichnung für mehr als hundert einzelne Kulturstätten mit Felszeichnungen in der Provinz Nadschran im Südwesten des heutigen Saudi-Arabien. Sie befinden sich etwa 200 km nördlich von Nadschran am östlichen Rand des Hedschas-Sandsteinplateaus. In den Felsschluchten wurden in der Zeit von ungefähr 7000 bis 1000 v. Chr. Felsgravuren angebracht, die von dem epipaläolithischen und neolithischen Kultur- und Naturraum Südarabiens künden. Auch Monumentalinschriften der folgenden Jahrtausende sind dort erhalten.

Inschrift mit Kamel am al-Mauaqea
Kulturraum von Ḥimā (Erde)
Kulturraum von Ḥimā
Lage des Kulturraums von Ḥimā

Inhalt

Dargestellt sind Tiere (etwa Löwen, Geparden, Strauße, Oryxantilopen, Steinböcke, Giraffen), Menschen (darunter tätowierte Frauen, Krieger mit Keulen und Lanzen, Jäger mit Beute, Hirten mit Herden, Kamelreiter,[1] Tänzer sowie ganze Schlachtszenen), Texte (verschiedene altsüdarabische Inschriften, darunter sabäisch und Musnad, aber auch nabatäisch und sogar griechisch) sowie sogenannte wusum (Einzahl: wasm): Letzteres sind die Signaturen einzelner Künstler oder deren Stämme, von denen über tausend unterschiedliche identifiziert wurden. Der Forscher Majeed Khan spekulierte gar, dass sich aus den wusum die ersten Schriftsysteme entwickelten.[2]

Außer den Zeichnungen wurden auch Werkzeuge gefunden, mit denen sie gefertigt wurden: sowohl Steine (etwa Quarzit, Andesit, Feuerstein[3]) wie auch Bronzewerkzeuge. Es fanden sich außerdem antike Brunnen, Begräbnisstätten und Steinhügel.

Die Brunnen von Bir Ḥimā waren für Karawanen die letzte Wasserstelle auf dem Weg durch die Wüste nach Norden und die erste nach Süden.[4]

Entdeckungsgeschichte und Weltkulturerbe

Die im Leeren Viertel gelegene Gegend wurde 1951 im Verlauf einer Expedition von Gonzague (1887–1969) und Jacques Ryckmans (1924–2005), St. John Philby und Philippe Lippens (1910–1985) erforscht, die insgesamt 12.000 Felszeichnungen entlang ihrer Route fanden. Ausführlicher beschrieben wurden die Gravuren von Hima durch E. Anati in den Jahren 1969 bis 1972, der sie noch auf die Jahre 300 bis 200 v. Chr. datierte.[5] Erst 1976 begann sich auch das saudi-arabische Department of Antiquities and Museums für die Funde zu interessieren, als in Jubba in der Provinz Ha’il ebenfalls steinzeitliche Zeichnungen gefunden wurden. Eine Publikation von 2010 nannte für Bir Ḥimā 6400 Figuren, darunter 1300 Menschen und 1800 Kamele.[3]

Am 21. Juli 2021 wurde der „Kulturraum von Ḥimā“ in der 44. Sitzung des Welterbekomitees in das UNESCO-Welterbe aufgenommen, nachdem bereits 2015 die Stätten in der Provinz Ha’il zum Weltkulturerbe erklärt worden waren.[6]

Galerie

Weblinks

Commons: Kulturraum von Ḥimā – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Al Arabiya: Bir Hima rock petroglyphs in Saudi Arabia’s Najran include image of camel, abgerufen am 28. August 2021.
  2. Uwe George: Zwischen Steinzeit-Archiv und Schwarzem Gold. In: Geo-Magazin. Dezember 2002, S. 39 f.
  3. 3,0 3,1 Ancient cultures.info: Introduction to Saudi Arabia Rock Art and Petroglyphs (PDF; 3,2 MB), veröffentlicht Dezember 2010, aufgerufen am 28. August 2021.
  4. UNESCO Nomination Document. (PDF; 2,0 MB) UNESCO, S. 12, abgerufen am 5. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  5. Muhammed Abdul Nayeem: The rock art of Arabia: Saudi Arabia, Oman, Qatar, the Emirates & Yemen. Hyderabad Publishers, 2000, ISBN 81-85492-09-3, S. 231.
  6. Ḥimā Cultural Area. UNESCO World Heritage List, abgerufen am 4. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).

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