Kingu ist ein babylonischer Gott, der in der Enuma Eliš, dem babylonischen Schöpfungsmythos, eine wichtige Rolle spielt.

Seine Mutter Tiamat nimmt ihn nach dem Tod des Abzu zum Gemahl. Sie will ihn zum obersten Gott erheben und gibt ihm die Tafeln des Schicksals, die er um seine Brust trägt. Jedoch unterbindet Marduk diesen Plan und tötet Kingu. Marduk erhält die Schicksalstafeln, die er fortan um die Brust gebunden trägt. Aus Lehm und dem Blut des Kingu wird der erste Mensch geschaffen[1].

Literatur

  • Helmut Freydank u. a.: Lexikon Alter Orient. Ägypten * Indien * China * Vorderasien. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-928127-40-3.
  • Brigitte Groneberg: Die Götter des Zweistromlandes. Kulte, Mythen, Epen. Artemis & Winkler, Stuttgart 2004, ISBN 3-7608-2306-8.

Anmerkungen

  1. Kratzmeier, Peter, Nell, Werner.: Kingu. In: Der Brockhaus, Mythologie : die Welt der Götter, Helden und Mythen. Wissenmedia, Gütersloh 2010, ISBN 978-3-7653-3471-9.