Jachad („Einung“) ist die Selbstbezeichnung einer Gemeinschaft, die hinter einigen Schriftrollen vom Toten Meer steht:

Der Begriff Jachad und das Adjektiv jachadisch (englisch: Yahad, Yahadic) haben sich in der Qumranforschung etabliert, weil sie gut geeignet sind, um sich über die Inhalte der oben genannten Texte verständigen zu können, ohne durch Begriffe wie „Essener“, „Sekte“, „Qumrangruppe“ problematische Vorentscheidungen zu treffen.[1]

Ein Beispiel:

Von einem Gemeinschaftsmahl handeln folgende jachadische Texte: die Gemeinschaftsregel 1QS VI 2+8 und die Gemeinderegel 1Q28a II 17–22. Ein Gemeinschaftsmahl der Essener beschreibt Flavius Josephus (Jüdischer Krieg II, 129–133). Und in Chirbet Qumran fand man Speiseräume, eine Geschirrkammer und Tierknochendepots.[2] Da es zwischen den verschiedenen Textquellen und den archäologischen Funden sowohl auffällige Übereinstimmungen als auch Unterschiede gibt, ist es sinnvoll, die Verfasser von 1QS und 1Q28a von den Essenern oder den Bewohnern von Qumran sprachlich unterscheiden zu können.

Literatur

  • Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran: Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum (UTB 4681). Mohr Siebeck, Tübingen 2016, ISBN 9783825246815.

Einzelnachweise

  1. Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. S. 6.
  2. Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. S. 296.

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