Isisknoten


Der Isisknoten, auch Isisblut oder Tit-Amulett[1] genannt, bezeichnet ein Amulett in einer abgewandelten Form des Anch-Zeichens
S34
, wobei die Seitenarme nach unten geklappt sind:
V39
. Die Lesung der Hieroglyphe erfolgt als tit oder auch tet. Die Darstellung des Isisknotens konnte auch als Kopf der Göttin Hathor mit Kuhohren erfolgen, wodurch die enge Verbindung von Isis und Hathor ausgedrückt wurde.

Bedeutung

Die Bezeichnung Isisblut geht auf die Besprechungsformel „dein Blut gehört dir, Isis“ und später in abgewandelter Form „o Blut der Isis“ [2] im Totenbuch zurück. Über die ursprüngliche Bedeutung des Zeichens ist hingegen nichts bekannt. Es ist bereits im Alten Reich als heiliges Symbol belegt. Im Neuen Reich besteht jedoch eine eindeutige Beziehung zur Göttin Isis und in der Spätzeit trägt diese das Zeichen als Gewandknoten.

Beispiele der Verwendung

Der Isisknoten fand unterschiedliche Verwendung, vorwiegend jedoch als Amulett oder als Dekor.

  • Als Amulett wurde es dem Verstorbenen mitgegeben und dem Verklärten (Maa-cheru) um den Hals gelegt. Spruch 156 des ägyptischen Totenbuches legt nicht nur fest, aus welchem Material es gefertigt sein soll (Karneol[3] bzw. Jaspis), sondern gibt auch Anweisung für die Anwendung, die in einer sogenannten Nachschrift zum Spruch festgelegt ist:
„Dieser Spruch ist zu rezitieren über einem Isis-Blut aus rotem Jaspis, angefeuchtet mit Saft der Anch-imi-Pflanze; aufgenäht auf Sykomoren-Bast (?) und diesem Verstorbenen an seinen Hals gelegt am Tag der Bestattung.“ [4]
  • In Dekorationen auf Tempelwänden oder Sarkophagen findet sich das Symbol immer wieder in Verbindung mit dem Djed-Pfeiler oder dem Anch-Zeichen, wobei der Djed-Pfeiler den Gott Osiris und der Isisknoten die Göttin Isis symbolisiert.[5] So befanden sich im Grabschatz des Tutanchamun nicht nur mehrere dieser Amulette, die allerdings nicht alle aus rotem Halbedelstein gearbeitet waren, sondern der äußere Schrein, der die drei inneren Schreine und den Sarkophag umgab, besteht im Dekor aus Djed-Pfeilern und Isisknoten.
  • Nefertari, die Große königliche Gemahlin Ramses II., ist in ihrem Grab QV66 im Tal der Königinnen mehrfach in einem Gewand abgebildet, das mit einem Isisknoten gebunden ist.
  • Ein Senetspiel Amenophis III., das in dessen Grab WV22 gefunden wurde, ist an den Außenseiten mit Isisknoten verziert.


Literatur

Einzelnachweise

  1. Rainer Hannig: Hannig Lexika 1. Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch. S. 1080
  2. Hans Bonnet: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. S.332
  3. Günther Roeder: Urkunden zur Religion des Alten Ägypten. S. 290
  4. Auszug aus Erik Hornung: Das Totenbuch der Ägypter. S. 336
  5. Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. S.109

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