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Die indigenen Völker Taiwans (chinesisch 原住民 yuánzhùmín, W.-G. yüan2chu4min2 ‚Ureinwohner‘) haben heute nur noch einen Anteil von weniger als zwei Prozent der Bevölkerung auf Taiwan (2009: 490.000[1]).

Bezeichnung

Früher wurden die Ureinwohner Taiwans von der Han-Bevölkerung als „Fan“ (chinesisch ) bezeichnet, einer der zahlreichen chinesischen Begriffe, die etwa dem westlichen Wort „Barbaren“ entsprechen. Während der japanischen Besatzungszeit wurde das Schriftzeichen 蕃 (Fan) verwendet, das aber letztlich die gleiche Bedeutung hatte. Damalige japanische Ethnologen unterteilten die Ureinwohner Taiwans in neun ethnische Gruppen. Heute hat sich in der Republik China (nur für Taiwan) die Sammelbezeichnung yuanzhu min (chinesisch 原住民 ‚Ureinwohner‘) durchgesetzt. Seit den 1950er Jahren waren auch Begriffe wie shandi tongbao (chinesisch 山地同胞), tuzhu minzu (chinesisch 土著民族 ‚Eingeborenen-Völker‘), xianzhu min (chinesisch 先住民 ‚Ersteinwohner‘) und gaoshan zu (chinesisch 高山族 ‚Völker der hohen Berge‘) üblich gewesen.

Herkunft

Die Herkunft der Ureinwohner und der Zeitpunkt ihrer Besiedlung Taiwans sind bis heute umstritten. Die Mehrzahl der Linguisten, Historiker und Ethnologen vertritt aber die Ansicht, dass der Ursprung der Austronesier, zu deren Sprachfamilie auch die Ureinwohner Taiwans zählen, auf dem südostasiatischen Festland (heutiges Südchina und Vietnam) war. Ganz sicher hat es mehrere Einwanderungsschübe gegeben, die vor ca. 4000 Jahren, also im 3. Jahrtausend v. Chr. endeten. Der Ethnologe Ling Chunsheng (凌純聲) beschrieb 1954 kulturelle Parallelen zwischen den Minyue, einem Zweig der Yue-Völker, der in vorchristlicher Zeit im Gebiet der heutigen Provinz Fujian lebte, und den Ureinwohnern Taiwans. Er schloss daraus, dass letztere Nachfahren der Minyue seien. Die Entwicklung verlief sicherlich nicht derart einlinig, aber ein Einfluss der Yue-Völker auf die Ethnogenese der frühen Bevölkerung Taiwans ist nicht von der Hand zu weisen.[2]

Geschichte

Nach dem verlorenen Bürgerkrieg verlegte die Regierung der Republik China 1949 ihren Sitz nach Taiwan. Sie verwendete zunächst den Begriff 山地族 shandi zu (Berglandvölker). Erst seit dem Jahr 1994 werden die Ureinwohner auch in der Verfassung der Republik China offiziell als solche erwähnt. Nach der Verfassungsreform im Jahre 2000 werden sie „Völker der Ureinwohner“ genannt und sind mit dem Status von Nationalitäten ausgestattet.

Ende 2007 billigte das taiwanesiche Kabinett (Exekutiv-Yuan) einen Gesetzentwurf, demzufolge die indigenen Völker Taiwans autonome Gebiete einrichten dürfen und durch den Taiwan nach Annahme durch das Parlament (Legislativ-Yuan) (zum damaligen Zeitpunkt) zu den Ländern gehörte, das seinen Ureinwohnern die meisten Rechte gewährte.[3]

14 offiziell anerkannte Ureinwohner-Völker

Folgende 14 ethnische Minderheiten werden von der Republik China auf Taiwan als indigene Völker (einschließlich Untergruppen) anerkannt:

  • die Ami ('Amis, Ami, Pangcah) 阿美族 Amei zu;
  • die Atayal (Tayal, Tayan) 泰雅族 Taiya zu;
  • die Bunun 布農族 Bunong zu;
  • die Kavalan 噶瑪蘭族 Gamalan zu, auch 卡瓦蘭族 Kawalan zu;
  • die Paiwan 排灣族 Paiwan zu;
  • die Puyuma 卑南族 Beinan zu, auch Pinuyumayan 漂馬族 Piaoma zu genannt;
  • die Rukai 魯凱族 Lukai zu, auch Tsarisen, Tsalisen oder Salisen genannt;
  • die Saisiyat 賽夏族 Saixia zu, auch Saisiat transkribiert;
  • die Sakizaya (Sakiraya) 撒奇萊雅族 Sāqíláiyǎ zú;
  • die Sediq 塞德克 Saideke.
  • die Tau 達悟族 Dawu zu, früher auch Yami 雅美族 Yamei zu genannt;
  • die Thao 劭族 Shaozu;
  • die Truku (Taroko) 太魯閣族 Tailuge zu;
  • die Tsou 鄒族 Zouzu, auch 曹族 Caozu;

Die Amis, Kavalan und Tsou sind Stammesgesellschaften aus dem Flachland, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Berge geflüchtet haben.

Zehn nicht offiziell anerkannte Völker Taiwans

Diese Gruppen werden auf Taiwan unter der Bezeichnung Pingpu (Peipo) 平埔族 Pingpu zu (Völker der Ebenen) zusammengefasst. Sie sind sehr stark von der dominierenden chinesischen Kultur Taiwans assimiliert worden und ihre Sprachen sind so gut wie ausgestorben. Gegenwärtig streben zehn Pingpu-Völker (z.T. mit Untergruppen) nach offizieller Anerkennung; es sind dies:

  1. die Ketagalan 凱達格蘭族 Kaidagelan zu;
    • Basay 馬賽人 Masai ren;
    • Trobian 多囉美人 Duoluomei ren;
    • Luilang 雷朗人 Leilang ren;
  2. die Taokas 道卡斯族 Daokasi zu;
  3. die Pazeh 巴則海族 Bazehai zu, auch 拍宰海族 Paizaihai zu oder 巴宰族 Bazai zu;
  4. die Kakabu (Kaxabu, Kahabu) 噶哈巫族 Gahawu zu (galten früher als Untergruppe der Pazeh);
  5. die Papora (Papura) 巴布拉族 Babula zu, auch 拍瀑拉族 Paipula zu;
    • Favoran 費佛朗人 Feifolang ren;
  6. die Babuza (Bapuza) 巴布薩族 Babula zu, auch 貓霧族 Maowu zu;
  7. die Hoanya 洪雅族 Hongya zu, auch 和安雅族 He'anya zu oder 洪安雅族 Honganya zu;
    • Arikun 阿立昆人 Alikun ren;
    • Lloa 羅亞人 Luoya ren;
  8. die Siraya 西拉雅族 Xilaya zu;
  9. die Makatao (Makalao, Makattao) 馬卡道族 Makadao zu (galten früher als Untergruppe der Siraya);
  10. die Tavorlong (Taivoan) 大武壟族 Dawulong zu, früher auch 四社熟番 Sishe shufan (galten früher als Untergruppe der Siraya);

Von den Qaugaut 猴猴人 Houhou ren scheint es keine Nachfahren mehr zu geben, die sich ihrer Abstammung noch bewusst sind.

Ureinwohner Taiwans in der Volksrepublik China

Die Volksrepublik China zählt die Ureinwohner Taiwans als eine ihrer 56 Nationalitäten, die offiziell anerkannt sind. Sie werden dort als „Gaoshan“ (chinesisch 高山族 Gāoshān zú ‚Volk der Hohen Berge‘) bezeichnet.

Siehe auch

Literatur

  • Chi-lu Chen: Material Culture of the Formosan Aborigines. Taipei 1968.
  • Huixiang Lin: Taiwan Fanzu zhi yuanshi wenhua. (Die Urkultur der Wilden Taiwans). Shanghai 1930.
  • Ingo Nentwig: Die Ureinwohner Taiwans. Leipzig 1997. ISBN 3-91003-21-8 (formal falsche ISBN).
  • Michael Rudolph: Taiwans multi-ethnische Gesellschaft und die Bewegung der Ureinwohner. Münster 2003.

Weblinks

 <Lang> Commons: Indigene Völker Taiwans – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. The Tribes in Taiwan, Council of Indigenious Peoples des Exekutiv-Yuans, letzter Zugriff am 5. August 2009
  2. Nentwig, 1997, S. 5
  3. Kabinett billigt Entwurf für Autonomie von Ureinwohnern, Radio Taiwan International, 14. November 2007

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