Gigantengrab von Moru

Gigantengrab von Moru
Typenreihe sardisch-korsischer Monumente

Das 1988 ausgegrabene Gigantengrab von Moru liegt in Arzachena in der Gallura in der Provinz Sassari auf Sardinien, nur wenige hundert Meter vom Dolmen von Albucciu. Die in Sardu Tumbas de sos zigantes und auf italienisch (plur.) Tombe dei Giganti genannten Bauten sind die größten pränuraghischen Kultanlagen Sardiniens und zählen europaweit zu den spätesten Megalithanlagen. Die meisten der 321 bekannten Gigantengräber sind Monumente der bronzezeitlichen Bonnanaro-Kultur (2.200–1.600 v. Chr.), die Vorläufer der Nuraghenkultur ist.

Typenfolge

Baulich treten Gigantengräber in zwei Varianten auf. Die Anlagen mit Portalstelen und monolithischer Exedra gehören zum älteren Typ. Bei späteren Anlagen besteht die Exedra statt aus monolithischen Blöcken, aus einer in der Mitte deutlich erhöhten Quaderfassade aus bearbeiteten und geschichteten Steinblöcken.

Beschreibung

Das sämtlicher Steine seiner nur schwach gewölbten Exedra beraubte Gigantengrab von Moru lässt sich hinsichtlich seines Typs nicht zweifelsfrei einordnen. Die an den Randsteinen erkennbare Anlage ist 11,3 m lang und 5,2 m breit. Die 9,1 m lange und zwei Meter breite Kammer besteht aus einem rechteckigen Flur und sehr dicken, offensichtlich auch bearbeiteten Wänden aus etwa 18 unterschiedlich großen Tragsteinen. Dieses Modell, die so genannte „Allée couverte“, stammt vermutlich aus der jüngeren Bronzezeit (1300–1100 v. Chr.) Von der Abdeckung der Kammer ist nur eine leicht versetzte Platte erhalten. Zwei Steine im Zugangsbereich verengen den Eintritt und deuten ebenfalls auf eine ausgegangene Quaderfassade.

Siehe auch

Literatur

  • Giovanni Lilliu: Betili e betilini nelle tombe di giganti della Sardegna. Accademia nazionale dei Lincei, Rom 1995, ISBN 88-218-0499-2, (Atti della Accademia Nazionale dei Lincei, Storiche e Filologiche: Memorie Ser. 9, Vol. 6, Fasc. 4).
  • Rainer Pauli: Sardinien. Geschichte Kultur Landschaft. Entdeckungsreisen auf einer der schönsten Inseln im Mittelmeer. 7. Auflage. DuMont, Köln 1990, ISBN 3-7701-1368-3, (DuMont-Dokumente. DuMont-Kunst-Reiseführer), S. 340.

Weblinks

Koordinaten: 41° 4′ 8,5″ N, 9° 24′ 43,4″ O

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