Ganggrab bei Ostereistedt

Schema Ganggrab (Querschnitt) 1=Trag-, 2= Deckstein, 3=Erdhügel, 4=Dichtung, 5=Verkeilsteine, 6=Zugang, 7= Schwellenstein. 8=Bodenplatten, 9=Unterbodendepots, 10=Zwischenmauerwerk 11=Randsteine

Das Ganggrab bei Ostereistedt, beim Hof Wennebostel, im Staatsforst Harsefeld liegt südwestlich von Ostereistedt im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen. Die Steinkammer, um die einige Steine liegen, die wahrscheinlich die Reste der Einfassung sind, hat schwer gelitten. Das Ganggrab mit der Sprockhoff-Nr. 647 entstand zwischen 3500 und 2800 v. Chr. in der Jungsteinzeit als Megalithanlage der Trichterbecherkultur (TBK). „Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung“.[1]

Es handelt sich um ein etwa Nordost-Südwest-orientiertes Großsteingrab, dessen Kammer ursprünglich wahrscheinlich sieben Decksteine besaß. Von ihnen sind nur zwei erhalten, beide nicht mehr in situ. Ein Deckstein liegt abgewälzt am Nordostende der Kammer, ein zweiter ist in die Kammer verstürzt. Von der Kammer sind noch vier Tragsteine der nordwestlichen und fünf der südöstlichen Langseite sowie der nordöstliche Schlussstein etwa in situ erhalten. Der Zugang befand sich in der Mitte der südöstlichen Langseite. Der Gang kann mittig oder seitlich versetzt (meist bei ungerader Trägerzahl) in die Kammer münden. Versetzte Gänge sind in Holstein besonders häufig und führten zu der Bezeichnung "Holsteiner Kammer"

1878 stieß man bei Grabungen in der Steinkammer in 75 cm Tiefe auf ein Steinpflaster. An der südlichen Tragsteinreihe (Zugangsbereich) fand man verzierte Keramikscherben und zwei bearbeitete Steine. Etwa 2,5 km südwestlich des Steingrabes wurde die Feldsteinabdeckung eines früheisenzeitlichen Grabhügels restauriert. Das Denkmal liegt südlich der Bahnlinie in der Forstabteilung 540.

Siehe auch

Literatur

  • Hery A. Lauer: Archäologische Wanderungen Nordniedersachsen Verlag Hery A. Lauer, Göttingen 1979, ISBN 3-922541-08-9, S. 148.

Einzelnachweise

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15

53.293769.15196Koordinaten: 53° 17′ 38″ N, 9° 9′ 7″ O