Drobeta Turnu Severin


Drobeta Turnu Severin
Szörényvár
Wappen von Drobeta Turnu Severin
Drobeta Turnu Severin (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Kleine Walachei
Kreis: Mehedinți
Koordinaten: 44° 38′ N, 22° 40′ O44.63111111111122.66550Koordinaten: 44° 37′ 52″ N, 22° 39′ 54″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 50 m
Fläche: 68,24 km²
Einwohner: 106.507 (1. Januar 2009)
Bevölkerungsdichte: 1.561 Einwohner je km²
Postleitzahl: 220xxx
Telefonvorwahl: (+40) 02 52
Kfz-Kennzeichen: MH
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Munizipium
Bürgermeister: Constantin Gherghe (MNM)
Postanschrift: Str. Mareșal Averescu, nr. 2
loc. Drobeta Turnu Severin, jud. Mehedinți, RO–220131
Webpräsenz:

Drobeta Turnu Severin (ung. Szörényvár), kurz Turnu Severin (deutsch „Turm Severin“; früher nur Severin), ist eine Stadt in Rumänien und liegt im Kreis Mehedinți. Die Stadt erhielt 1972 den Namenszusatz „Drobeta“, der an die Existenz der römischen Stadt Drobeta an dieser Stelle erinnern soll.

Geschichte

Die Geschichte der Siedlung reicht zurück bis zur römischen Stadt Drobeta. Von dieser erhalten sind bis heute Teile der in den Jahren 102 bis 105 erbauten Trajansbrücke, erbaut von einem der bedeutendsten römischen Architekten Apollodor von Damaskus sowie die Ruinen des dazugehörigen Militärlagers.

Turnu Severin selbst war eine mittelalterliche Kolonie, unter der Jurisdiktion des ungarischen Erzbistums Kalocsa.[1] Die Kolonie Turnu stand unter dem Patronat des Heiligen Severin von Noricum. Aus dem Jahr 1246 ist ein Bischof Gregorius von Severin erwähnt, der als erster der insgesamt zwölf Bischöfe des mittelalterlichen katholischen Bistums Severin gilt. Der rumänische Historiker Nicolae Iorga hat die Gründung des Bistums Severin auf 1238 datiert. Erhalten sind bis heute die die Grundmauern der mittelalterlichen katholischen St. Severin-Kathedrale.[2]

Turnu Severin war im Mittelalter namensgebendes Verwaltungszentrum des ungarischen Banats von Severin („Kleine Walachei“ oder „Oltenien“), ehe es etwa 1330 an die Walachei fiel (vgl. Komitat Krassó-Szörény).

Im Sommer 1940 fanden im Ort Verhandlungen zwischen Ungarn und Rumänien um die Grenzfrage in Nordsiebenbürgen statt, ihr Scheitern endete im Zweiten Wiener Schiedsspruch.

Seit 1990 besitzt die Stadt ein Kunstmuseum, das Muzeul de Artă Drobeta Turnu Severin. Daneben besteht das naturwissenschaftliche Muzeul Regiunii Porţilor de Fier, ein Regionalmuseum.

Söhne und Töchter von Turnu Severin

  • Anton Linder (1880–1958), österreichischer sozialdemokratischer Politiker
  • Alexander Löhr (1885–1947), österreichischer Generalmajor und Generaloberst der Wehrmacht
  • Gheorghe Țițeica (1873–1939), rumänischer Mathematiker
  • Alice Voinescu (1885–1961), rumänische Philosophin, Essayistin, Hochschullehrerin und Übersetzerin
  • Silvia-Raluca Sgîrcea (* 1989), rumänische Schachspielerin

Weiterführende Literatur

  • Aus fünf Jahrzehnten. Geschichte der Deutsch-Evangelischen Gemeinde Turn-Severin 1861–1911. Tip. E.J. Knoll, Turnu-Severin, 1911 in Evangelisches Zentralarchiv in Berlin (ZA 5091/107), Signatur: EZA Bibl. 81/154 in „Echo der Vortragsreihe“, Nummer 12/2007, Reschitz 2007.
  • Julius Hering: Annalen der römisch-katholischen Pfarrei von Turn-Severin. In Echo der Vortragsreihe, Nummer 12/2006, Reschitz 2006.
  • Constantin Dănescu: Șantierul Naval din Turnu Severin, Band 1, (1851–1950), Prier-Verlag, Turn-Severin 2004.

Einzelnachweise

  1. http://www.drobetaturnuseverin.net/episcopia-catolica-severinului
  2. Nicolae Iorga: Istoria Bisericii Românești și a vieții religioase a Românilor, vol. I-iu, Vălenii de Munte 1908, 16.

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