Dolon. Detail eines attisch-rotfigurigen Lekythos, um 460 v. Chr.

Dolon ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Gestalt in der griechischen Mythologie, Sohn des Herolds Eumedes.

Er war in Homers Ilias ein Kundschafter auf Seiten Trojas. In der letzten Schlacht, in der Troja schon dem Untergang geweiht war, schlich er sich des Nachts verkleidet in das Lager der Griechen, wurde jedoch von Odysseus und Diomedes entlarvt, verhört und getötet. Sein Verrat brachte dem Thraker Rhesos den Tod.

Der 10. Gesang der Ilias,[1] in dem diese Geschehnisse geschildert werden, heißt darum auch Dolonie.

Nach Hygin ist Dolon auch der Name eines Sohnes des Priamos.[2]

Einige Autoren (u. a. L. Gernet, R. Girard) haben bei Dolon die mythisierte Figur eines Menschenopfers (pharmakós) gesehen. Dafür bezeichnend sei Gernet zufolge die Beschreibung Dolons als „hässlich“ (so auch bei Euripides’ Troerinnen) und „schnellfüßig“, wie auch die Anschuldigung, er wolle die Leichen berauben.

Literatur

  • Ludwig von Sybel: Dolon a). In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 1195 (Digitalisat).

Weblinks

Commons: Dolon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Homer, Ilias 10 im Projekt Gutenberg
  2. Ludwig von Sybel: Dolon b). In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 1196 (Digitalisat).