Connla ['koNla], auch Conlai oder Conlaech, ist im Ulster-Zyklus der keltischen Mythologie Irlands ein Sohn des Ulster-Helden Cú Chulainn und der schottischen Krieger-Königin Aoife.

Mythologie

In der Erzählung Tochmarc Emire („Die Werbung um Emer“) wird berichtet, wie Cú Chulainn als eine der Aufgaben, die er zur Erringung Emers erfüllen muss, einen Kampf mit Aoife gewinnt. Er zeugt mit ihr einen Sohn, dem er drei gesa (Tabus) auferlegt: niemals durch einen Einzelnen vom Weg abgebracht zu werden, niemals einem Einzelnen seinen Namen zu verraten und niemals einen Zweikampf zu verweigern.

In Aided Oenfir Aífe („Der Tod von Aoifes einzigem Sohn“) kommt Connla mit seinem Boot nach Ulster. Da es Conall Cernach nicht gelingt, den Knaben zu überwältigen, wird Cú Chulainn ausgesandt. Dessen Gattin Emer, die den verwandtschaftlichen Zusammenhang ahnt, versucht vergeblich, ihn davon abzuhalten. Da Cú Chulainn aber allein kommt, verschweigt Connla seinen Namen und seine Herkunft, so dass es zum Zweikampf kommt, in dem er von seinem Vater mit der Gae Bolga tödlich verwundet wird. Erst dann erkennt Cú Chulainn den Sohn und versöhnt sich mit ihm. Connla stirbt mit den Worten an die Ulter:

Hätte ich nur fünf Jahre unter euch leben dürfen, so hätte ich für euch die 'Männer der Welt' bezwungen und euer Königreich bis Rom ausgedehnt.[1]

Connla darf nicht mit der gleichnamigen Sagenfigur Connla aus dem Historischen Zyklus verwechselt werden, dem Sohn Conn Cétchathachs.

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.
  • Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. Walter Verlag 1991, ppb-Ausgabe Patmos Verlag, Düsseldorf, 2000, 2. Auflage, ISBN 3-491-69109-5.

Weblinks

  • Georg Geldner: Der milde Knabe, oder, die Natur eines Berufenen (= Georg Geldner, Oskar Pausch [Hrsg.]: Mimundus: Wissenschaftliche Reihe des Österreichisches TheaterMuseums. Band 9). Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98819-1, S. 168 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. Walter Verlag 1991, ppb-Ausgabe Patmos Verlag, Düsseldorf, 2000, 2. Auflage, ISBN 3-491-69109-5, S. 162 f.

Die News der letzten Tage

17.05.2022
Sprache | Primaten
Schimpansen kombinieren Rufe zu einer Vielzahl von Lautsequenzen
Verglichen mit dem menschlichen Sprachgebrauch erscheint Tierkommunikation einfach, doch unklar blieb bisher, wie sich unsere Sprache aus einem so einfachen System entwickelt haben könnte.
12.05.2022
Genetik | Nach_der_Eiszeit | Wanderungen
Genetische Herkunft der ersten Bauern der Welt geklärt
Der genetische Ursprung der ersten Ackerbauern im Neolithikum schien lange Zeit im Nahen Osten zu liegen.
12.05.2022
Gehirn
Das bewusstlose Gehirn ist alles andere als stumm
Die Grosshirnrinde gilt als zentrale Hirnregion für bewusste Verarbeitung: Während einer Vollnarkose wird dieser Bereich jedoch nicht lahmgelegt.
12.05.2022
Genetik | Erdgeschichte
Der Ursprung des Lebens: Eine neue Weltsicht
Chemiker schlagen ein neues Konzept vor, eine Mischung aus RNA-Molekülen und Peptiden brachten die Evolution hin zu komplexeren Lebensformen in Gang.
10.05.2022
Aufrechter Gang | Gehirn | Australopithecus
Schwierige Geburt und kognitive Fähigkeiten des Menschen sind Folge des aufrechten Ganges
Beim Menschen ist die Geburt schwieriger und schmerzhafter als bei Menschenaffen: Lange nahm man an, dass dies auf das grosse Gehirn und die engen Verhältnisse im mütterlichen Becken zurückgeht.
05.05.2022
Sprache | Gehirn | Kultur
Wie unser Gehirn die Veränderung von Sprache beeinflusst
Unsere Sprache verändert sich ständig: Wissenschafter*innen haben herausgefunden, dass jene Lautmuster, die häufig in unserer Sprache vorkommen, über Jahrhunderte hinweg noch häufiger wurden.
03.05.2022
Genetik | Wanderungen | Archäologie
Die Ausbreitung der Hausratte war eng mit den Römern verknüpft
Neue DNA-Analysen haben Aufschluss darüber gegeben, wie sich die Hausratte, die unter anderem für die Ausbreitung des Schwarzen Todes mitverantwortlich gemacht wird, in Europa ausbreitete.