Charax Spasinu ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Charax Spasinou) war die Hauptstadt des antiken Reiches Charakene nordwestlich des heutigen Basra im Irak. Aus Charax Spasinu stammt unter anderem Isidoros von Charax.

Die Stadt, damals am persischen Golf nahe dem Tigris und bei Basra gelegen, wurde im frühen Hellenismus von Alexander dem Großen gegründet und erhielt zunächst den Namen Alexandreia in Susiana.[1] Vermutlich war der Ort wie die meisten hellenistischen Neugründungen im Osten als Polis organisiert. Nach einer katastrophalen Überflutung baute der seleukidische König Antiochos IV. die Stadt wieder auf und benannte sie in Antiocheia um. Nach einer weiteren Flutkatastrophe und einem erneuten Aufbau benannte Hyspaosines die Stadt wiederum nach sich (Charax Spasinou heißt „Schanze des [Hy]spaosines“). Hyspaosines machte die Stadt zur Hauptstadt seines Reiches, das später Charakene genannt wurde. Nach der Zeitenwende verlor die Stadt, mittlerweile von den Arsakiden abhängig, langsam ihre griechische Prägung. Der sassanidische Herrscher Ardaschir I. gab der Stadt im 3. Jahrhundert wiederum einen neuen Namen: Astarabad Ardaschir. Der arabische Name des Ortes war dann Karch Maisan.

Charax Spasinu wird bei Plinius dem Älteren (Naturgeschichte 6,31) beschrieben, der vor allem ihre Dammanlagen rühmt. Charax Spasinu war ein sehr bedeutendes Handelszentrum, vor allem für den Indienhandel.

Die Stadt konnte bei Surveys im Gelände mit einiger Sicherheit lokalisiert werden und ist ca. 2,8 km × 1,5 km × 1,3 × 2,9 km groß.[2] Oberflächenfunde (Keramik) stammen aus sassanidischer und frühislamischer Zeit. Seit 2016 finden weitere Untersuchungen durch ein britisch-deutsches Team statt.[3] Die Stadt hatte nach ersten Untersuchungen einen Stadtplan mit Blocks von 185 m mal 85 m Größe. Sie gehören damit zu den größten Blocks in der ganzen Antike. Bei den ersten Untersuchungen konnten auch zwei große, wahrscheinlich öffentliche, Gebäude identifiziert werden. Ihre Datierung ist noch offen.[4]

Literatur

  • Friedrich Carl Andreas: Alexandreia 13. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 1390–1395.
  • Franz Heinrich Weißbach: Charax 10. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,2, Stuttgart 1899, Sp. 2122.
  • Joachim Oelsner: Charax Spasinu. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 2, Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-01472-X, Sp. 1097.
  • Monika Schuol: Die Charakene. Ein mesopotamisches Königreich in hellenistisch-parthischer Zeit. Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07709-X, (Oriens et Occidens 1), (Zugleich: Kiel, Univ., Diss., 1998), S. 196–199.

Weblinks

Einzelbelege

  1. Alexandria in der Encyclopædia Iranica (englisch).
  2. Schuol: Die Charakene, S. 199
  3. CHARAX SPASINOU 2016 ENGLISH REPORT (auf Academia.edu)
  4. CHARAX_SPASINOU_2016_ENGLISH_REPORT, pp. 6-8 (on Academic.edu)

Koordinaten: 30° 53′ 40,9″ N, 47° 34′ 40,9″ O