Burg bei Deblinghausen

Der östliche Wall der Burg bei Deblinghausen

Staat Deutschland (DE)
Ort Deblinghausen
Entstehungszeit Frühmittelalter
Burgentyp Niederungsburg
Erhaltungszustand Befestigung teilweise erhalten
Geographische Lage 52° 35′ N, 8° 57′ OKoordinaten: 52° 35′ 20,7″ N, 8° 57′ 23,9″ O
Burg bei Deblinghausen (Niedersachsen)

Die Burg genannte Wallburg liegt südwestlich des Ortsteils Deblinghausen des Fleckens Steyerberg im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Geschichte

Es sind keine historischen Quellen bekannt, die sich auf diese Wallburg beziehen lassen. Die bisherigen Keramikfunde auf der Burgfläche stammen aus der Eisenzeit, der Völkerwanderungszeit und dem Frühmittelalter, ohne dass sie konkret einen der Wälle datieren würden. Der Charakter der Anlage spricht für eine Entstehung im Frühmittelalter, ein eisenzeitlicher Ursprung mit späterer Wiederverwendung kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Beschreibung

Die Burg bei Deblinghausen befindet sich auf einem nierenförmigen Sandrücken von 250 × 80 m Größe in einer Schleife der Großen Aue, der von drei Dünenkuppen geprägt ist. Im Osten und Nordosten der Erhebung verläuft ein Wall von 15–20 m Breite und 2,50–3,0 m Höhe. Im Nordwesten besteht eine Walllücke, die offenbar den ehemaligen Zugang markiert. Südlich von ihr liegt im Inneren ein kleiner Stichwall. Im Westen befindet sich wegen des dortigen Schutzes durch die Große Aue lediglich ein niedriger Randwall von max. 1 m Höhe, der nur noch streckenweise erhalten ist.

Ein Wallschnitt im Jahr 1978 ergab, dass der östliche Wall aus Plaggen aufgeschichtet wurde, wobei seine Vorderfront durch eine 2 m breite Packlage aus Steinen unter dem Plaggenauftrag stabilisiert wurde.

Die drei Dünenkuppen im Zentrum der Burganlage weisen gleichartige flache Einsenkungen auf, über deren Entstehung keine Aussagen getroffen werden können.

Literatur

  • August von Oppermann, Carl Schuchhardt: Atlas vorgeschichtlicher Befestigungen in Niedersachsen, Hannover 1887–1916. S. 156.
  • Erhard Cosack: Die 'Burg', eine Wallanlage bei Deblinghausen, Flecken Steyerberg, Ldkr. Nienburg In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte. Band 54, 1985, S. 265–270.
  • Friedrich Bomhoff: 700 Jahre Deblinghausen. Steyerberg 1987, S. 7–9.
  • Hans-Wilhelm Heine, Die ur- und frühgeschichtlichen Burgwälle im Regierungsbezirk Hannover (= Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens. Band A 28). Hahn, Hannover 2000, S. 143 f.

Weblinks

  • Eintrag von Stefan Eismann zur Burg bei Deblinghausen in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 12. August 2021.