Borberg


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Borberg
Wallreste und Friedenskapelle

Wallreste und Friedenskapelle

Höhe 670,2 m ü. NN (Ostgipfel)
Lage Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Gebirge Rothaargebirge
Koordinaten 51° 21′ 24″ N, 8° 32′ 30″ O51.3567972222228.5416388888889670.2Koordinaten: 51° 21′ 24″ N, 8° 32′ 30″ O
Borberg (Nordrhein-Westfalen)
Borberg
Ringwall
Fickeltünnes

Der Borberg ist mit 670,2 m ü. NN[1] der höchste Berg der Briloner Höhen im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geographie

Der überwiegend dicht bewaldete Berg befindet sich rund 5 km südwestlich von Brilon bzw. ebenso weit östlich von Olsberg über dem Tal des Gierskoppbachs, einem östlichen bzw. rechten Zufluss der Ruhr. Über den Borberg verläuft ein Abschnitt des Rothaarsteigs, der dort wegen des grandiosen Blicks auf das westlich verlaufende Ruhrtal bei Olsberg einen seiner Höhepunkte hat.

Wallburg

Auf 629 m Höhe befindet sich auf dem Borbergskirchhof eine frühmittelalterliche Wallanlage mit einem 170 × 160 × 230 m (das sind rund 1,9 ha) großen Kernwerk und einem etwa rechteckigen Wallring, auch Vorburg genannt, von knapp 200 m Länge und 65 m Tiefe (1,1 ha). Geöffnet wird der Wall durch drei Tore, die durch das Ziehen des Walls nach innen zu erkennen sind. Die nördliche Toranlage wurde bei Grabungen (1982–1985) freigelegt und zur besseren Kenntlichkeit ergänzt. Das Kammertor war 7,7 Meter lang und 4,2 Meter breit. Die wenigen Funde lassen keine genauere Datierung der Anlage zu. Vergleiche lassen eine karolingisch-ottonische Anlage zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert vermuten.

Borbergskirchhof

Im Nordwesten des Borbergskirchhofs brachten Grabungen die Fundamente einer kleinen Kirche zu Tage. Die Dokumentenlage ist äußerst spärlich. Es gibt lediglich eine Urkunde die nicht genau datierbar ist, die möglicherweise auf die Kirche hinweist. In einer Urkunde des Geseker Stiftes aus dem Jahr 1360 bezeichnet die Äbtissin eine capellam in Borghardes. Sicher ist, dass die Kirche mehrfach umgebaut wurde. Grabungsfunde lassen auf das 12. Jahrhundert als Bauzeitraum der ersten Phasen schließen. Der Grundriss, einschließlich dem des aufwendigen Dreiapsidenchores der Kirche, wurde bei den Grabungen von 1983 bis 1986 vollständig freigelegt. Das Kopfnischengrab auf der Längsachse der Kirche ist vermutlich ein Gründergrab , ein weiteres Kopfnischengrab ist im südlichen Anbau erhalten. Der im hinteren Teil freigelegte Turm ist 1,80 Meter hoch.


Im Umfeld fanden sich 16 Gräber, welche die überlieferte Bezeichnung „Borbergs Kirchhof“ erklären.

Friedenskapelle

Am 13. September 1931 fand auf dem Borberg ein internationales Jugendtreffen des Friedensbunds der deutschen Katholiken/FDK statt, bei dem Abbé Franz Stock als engagierter Redner auftrat. An dieses Treffen erinnert die weithin sichtbare Friedenskapelle, die auf der Klippe über dem Tal errichtet wurde und seit dem Ziel für viele Wallfahrten ist. Darin wird auch ein kleiner hölzerner Bildstock des Heiligen Antonius, im Volksmund „Fickeltünnes“ genannt, aufbewahrt. Dieser stand ursprünglich am Fuße einer mächtigen Fichte und trägt die Jahreszahl 1618.

Herkunft des Namens

Johann Suibert Seibertz schreibt daß aber der Borberg seinen Namen nicht von einer ehemaligen Burg, sondern wirklich von einer darauf gestandenen Kirche oder Kapelle habe, geht aus einem Güterverzeichnisse des Stifts Geseke von 1360 hervor, worin es unter anderem heißt: Abtissa habet sola conferre capellum in Borghardes berghe juxta Brilon. Nicht sehr weit davon im Briloner Felde liegt der Geseker Stein, der vielleicht seinen Namen jenen uralten Beziehungen der st. Borghards Kapelle zum Geseker Stifte verdankt. In den Ruinen der Borbergskirche fand vor dreißig Jahren ein Holzhauer Joh. Klaholz, bei gelegentlichem Aufräumen das verrostete alte Kuchen- oder Hostieneisen der Kirche, welches jetzt der Herausgeber besitzt.[2]

Galerie

Literatur

  • Torsten Capelle: Wallburgen in Westfalen-Lippe. Herausgegeben von der Altertumskommission für Westfalen, Münster 2010 ISSN 09396-4745, S. 20 Nr. FBW1 (Frühe Burgen in Westfalen Sonderband 1).
  • Volker Gedaschke Archäologische Funde auf dem Borberg in Der Petriner 47. Jahrgang, Druckerei Karl Hecker Brilon, 1989

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW
  2. Quellen der westfälischen geschichte, Band 2 S. 29 und Seiberts 1. 353 und 357

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