411: Aufteilung der Iberischen Halbinsel zwischen Alanen, Sueben, Asdingen (Nordwesten) und Silingen (Süden), der Nordosten blieb zunächst römisch

Die Asdingen (auch Hasdingen und Haddingjar) waren ein Teilstamm der Vandalen, der im 2. Jahrhundert n. Chr. am Nordrand des Karpatenbeckens im Gebiet des heutigen Rumänien und Ungarn zeitgleich mit der Expansion der Przeworsk-Kultur in diese Region nachweisbar ist[1] und dann später während der Völkerwanderungszeit wieder in den Quellen erwähnt wird.

Während der Markomannenkriege unter Mark Aurel waren die Asdingen im nördlichen Dakien in Kämpfe mit dem Römischen Reich verwickelt.[2] Zur Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts werden die Asdingen dann als eines der Hilfsvölker des Königs Ostrogotha (wobei wohl zwischen mindestens zwei Personen dieses Namens zu unterscheiden sind) erwähnt.[3]

Ende des 3. Jahrhunderts vereinigten sie sich mit dem zweiten vandalischen Teilstamm, den Silingen, und fielen um 401 erneut ins Römische Reich ein. Im Jahr 406 nahmen sie am germanischen Vorstoß nach Gallien teil (Rheinübergang von 406) und fielen drei Jahre später (409) in Spanien ein.

Unter Führung des asdingischen Königs Geiserich setzte im Jahr 429 ein Verband aus asdingischen und silingischen Vandalen gemeinsam mit Alanen nach Nordafrika über und etablierte dort ein bis zum Jahr 533 bestehendes Reich.

Literatur

  • Volker Bierbrauer, Helmut Castritius: Wandalen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 33, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-018388-9, S. 168–217.
  • Maximilian Ihm: Asdingi. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,2, Stuttgart 1896, Sp. 1528.

Anmerkungen

  1. Wojciech Nowakoswki: Die Germanen in der polnischen Archäologie. In: Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme. Hrsg. Staatliche Museen zu Berlin und LVR LandesMuseum Bonn. Theiss, Darmstadt 2021, S. 465–479, hier: S. 474. Die Zugehörigkeit des Asdingen zu den Vandalen findet sich jedoch erst in spätantiken Quellen.
  2. Cassius Dio 71,12; Petros Patrikios, Fragment 7.
  3. Jordanes, Getica 16,91.

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