Île Carn


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Île Carn
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 48° 34′ 30″ N, 4° 41′ 33″ W48.575-4.6925Koordinaten: 48° 34′ 30″ N, 4° 41′ 33″ W
Île Carn (Finistère)
Île Carn
Länge 280 m
Breite 170 m
Fläche 5 ha
Einwohner (unbewohnt)

Île Carn ist eine kleine unbewohnte Insel der französischen Gemeinde Ploudalmézeau (Département Finistère) in der Bretagne. Die an der Côte des Abers gelegene Insel hat eine Fläche von knapp fünf Hektar.

Frühgeschichte

Die Megalithanlage auf der Île Carn entstand zeitnah zu der von Barnenez (etwa 4200 v. Chr.) und gehört damit zu den ältesten der Welt. Zur Zeit der Errichtung des trapezoiden Cairns lag der Meeresspiegel noch 4–5 m niedriger. Der vorgelagerte Küstenstrich ist heute vom Meer überflutet und das kleine Eiland nur bei Ebbe zugänglich.

Der Cairn auf der Île Carn

Es beherbergt in einem Cairn aus Granitgestein drei relativ gut erhaltene Dolmen à couloir mit Decken aus Kraggewölben. Der erste Tholoi wurde im Jahre 1954 entdeckt, die beiden anderen bald darauf. Der letztere dieser Rundbauten verfügt über eine seltene Doppelkammer. Die Kammer des mittleren Dolmens war unbeschädigt, die der beiden anderen wurden nach der Ausgrabung restauriert. Heute zeigt das Ensemble das gleiche bauliche System wie in Barnenez.

Es fanden sich Tongefäße, Feuersteinklingen und Holzkohle, anhand derer man die Datierung des Bauwerks vornehmen konnte. Gegen 2500 v. Chr. war Carn noch in Gebrauch, wie einige Kragenflaschen nordeuropäischen Ursprungs belegen. Als die Dolmen nicht mehr genutzt wurden umgab man die Anlage mit einer Verblendung aus Stein. Um die Struktur sichtbar zu machen, hat man nun die Außenfassade partiell abgetragen und die Eingänge der Dolmen freigelegt.

Legende

Eine Legende zur Île Carn besagt, dass sie das Schloss eines Freiherrn mit Pferdeohren beherbergt habe, der nach jeder Rasur den herbeigerufenen Friseur umbringen ließ, um sein Geheimnis zu wahren. Erst Losthouarn aus dem Dorf Pen-ar-Pont schaffte es, als Friseur zu überleben, indem er dem König mit dem Rasiermesser die Kehle durchschnitt, bevor er seine Arbeit beendete.[1]

Sonstiges

Wenige Kilometer westlich der Insel sank 1978 der Tanker Amoco Cadiz.

Siehe auch

Literatur

  • Jacques Briard: Mégalithes de Bretagne. Ouest-France, Rennes 1987, ISBN 2-7373-0119-X.
  • Giot, Pierre-Roland: Vorgeschichte der Bretagne. Menhire und Dolmen. Éditions d'Art Jos Le Doaré, Châteaulin 1996, ISBN 2-855-43-103-4.
  • Juergen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Europäische Kultplätze der Steinzeit. Beier & Beran, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3, (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 36).

Einzelnachweise

  1. Les légendes bretonnes de Ploudalmézeau

Weblinks


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