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Die Scheibenräder von Gnarrenburg sind zwei endneolithische Scheibenräder, die im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen 1942 beim Torfstechen in den untersten Schichten des 360 km² großen Teufelsmoores bei Gnarrenburg gefunden wurden. Es handelt sich um dreiteilige Scheibenräder aus Eichenholz mit sogenannter fester Nabe. Die Nabenbuchsen waren aus dem mittleren Brett der Räder herausgearbeitet. Nirgendwo sonst in Niedersachsen wurden auf einer so kleinen Fläche so zahlreiche Radfunde gemacht.

Das "Gnarrenburger Rad FStr. 12" wurde 2009 mittels AMS-Verfahren auf 4030±41 BP neu datiert[1]. Kalibriert mit OxCal v. 4.3. unter Weglassung der wigglefehlerbedingten Spitze ergibt dies 2670–2467 calvC. Das Rad liegt damit im Datenbereich der norddeutschen Einzelgrab-Ausprägung der Kultur mit Schnurkeramik.

Literatur

  • Hans-Jürgen Häßler: Ur- und Frühgeschichte in Niedersachsen. Theiss, Stuttgart 1991, ISBN 3-8062-0495-0, S. 430.
  • Stefan Hesse: Räder, Wagen und Wege im Moor. Funde aus dem Teufelsmoor zwischen Gnarrenburg und Karlshöfen. In: Archäologie in Niedersachsen 11, 2008, S. 37–39.

Einzelnachweise

  1. Hesse, Stefan (2011). Ein neues Datum für ein altes Rad. Archäologische Funde von Rad- und Wagenteilen aus dem Teufelsmoor zwischen Gnarrenburg und Karlshöfen. Rotenburger Schriften 91: 235–244

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