Langhügel


Langhügel (dän. Langhøjene) sind eindeutige Zeichen für die Neolithisierung Norddeutschlands und Dänemarks, nach dem Übergang von der Mittel- zur Jungsteinzeit. Der Bau der meist 80-90 m (im Einzelfall bis etwa 200 m) langen Hügel, unter denen nur ein geringer Teil der Wohnbevölkerung beigesetzt wurde, zeigt den Wandel im Bestattungsbrauch der seit etwa 4000 v. Chr. hier ansässigen Trichterbecherkultur (TBK), der ersten bäuerlichen Bevölkerung Dänemarks. Bis etwa 3.800 v. Chr. wurden die Toten in runden Erdgräbern bestattet.

Die unter dem Begriff Typ "Konens Høj" (Frauen Hügel - benannt nach einem Fundort) bekannten Hügel wurden in Dänemark bisher nur auf Jütland (einer auf Fünen) gefunden. Bekannte Beispiele sind Barkjær auf Djursland, Bygholm Nørremark in der Nähe von Horsens, einer der Thorsø Høje, die beiden Givehøje in Mitteljütland und der Hov Dås in Thy. Etwas später begann der Bau von Megalithanlagen, darunter auch die kammerlosen Hünenbetten, als deren Vorgänger die Langhügel anzusehen sind. Von der Elbe bis an den Oberlauf der Weichsel finden sich die oftmals mit Langhügeln versehenen Anlagen vom Niedźwiedź-Typ) (NTT).

Allein in Schleswig-Holstein (Langhügel von Tinnum) sollen mindestens 3.000 überhügelte Grabbauten vorhanden gewesen sein, welche allerdings größtenteils zerstört sind. Jürgen Hoika (1941-2005) zählte im Jahr 1990 noch 207 Langbetten, für die er eine Durchschnittslänge von 40 m ermittelte. Neun von ihnen sind länger als 100 m. Bei Borgdorf Kreis Rendsburg-Eckernförde, wurde ein 199 m langes Langbett ausgegraben, ohne das der Gesamtbefund zu erfassen war. Die enormen Längen finden Entsprechungen in den Einhegungen vom Typ Passy in Frankreich, wo sogar Längen von über 300 m beobachtet wurden.

Kontext

U. Veit und Ch. Kümmel sprechen von "frühen Monumentalgräbern", die zuerst im Westen Frankreichs auftauchen. Eine irgendwie geartete Beeinflussung wie sie Colin Renfrew für den gesamten Komplex postulierte ist allerdings widerlegt. Die zeitnahen ähnlichen Formen in England werden, obwohl ebenfalls unmegalithisch, der Kultur zugerechnet die parallel Megalithanlagen errichtete. Dies trifft auf die Anlagen der Trichterbecherkulturen zu, die zwischen 3500 und 2800 v. Chr. beide Formen (Stein- und Erde-Holzkonstruktionen), ressourcenhalber, jedoch zumeist in getrennten Regionen bauten bzw. nutzten. In Polen und im Elbe-Saalegebiet sind die unter dem Namen Anlagen vom Niedźwiedź-Typ (NTT) errichteten Pfostenbauten (darunter auch Langhügel) verbreitet.

Siehe auch

Literatur

  • L. Brandstätter & D. Mischka: Auf der suche nach neolithischen Langbetten In: Archäologische Nachrichten aus Schleswig-Holstein 2011 S. 36-38
  • Peter Vilhelm Glob: Vorzeitdenkmäler Dänemarks. Wachholtz, Neumünster 1968 S. 56
  • Seweryn Rzepecki: The roots of megalitism in the TRB culture. Instytut Archeologii Uniwersytetu Łódźkiego Poznan 2011 ISBN 978-83-933586-1-8
  •  Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. europäische Kultstätten der Steinzeit. In: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Band 36, Beier & Beran, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3.

Weblinks


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