Großsteingrab Schiepzig

Das Großsteingrab Schiepzig (auch Großsteingrab Lettin oder Conradshog genannt) war eine jungsteinzeitliche megalithische Grabanlage bei Schiepzig, einem Ortsteil der Gemeinde Salzatal im Saalekreis, Sachsen-Anhalt. Die Anlage wurde 1825 archäologisch untersucht und später zerstört.

Lage

Die genaue Lage des Grabes ist nicht bekannt. Es ist nur überliefert, dass es sich irgendwo am Hochufer der Saale zwischen Schiepzig und Lettin befunden hat. Daher wird es in der Literatur teilweise unter Schiepzig, teilweise unter Lettin geführt. Dies führte dazu, dass Hermann Behrens irrtümlich für beide Orte die Existenz eines Großsteingrabes annahm.

Beschreibung

Die 1825 durch den Amtsrat Bartels ausgegrabene Anlage besaß eine ost-westlich orientierte, längliche Hügelschüttung, welche eine ebenso orientierte Grabkammer enthielt. Diese war ebenerdig aus Sandsteinplatten errichtet und hatte eine Länge von 5 m sowie eine Breite von 2 m. Es dürfte sich um einen Großdolmen gehandelt haben. Der Boden der Kammer war mit einer Schicht aus mit Asche vermischter Erde bedeckt. Skelettreste wurden nicht festgestellt. An Grabbeigaben wurden zahlreiche Keramikgefäße, Äxte aus Felsgestein, eine Feuerstein-Klinge und ein quergelochter Schuhleistenkeil gefunden. Bei den noch erhaltenen Gefäßen handelt es sich um fünf Tassen, eine Trichterschale und einen Napf, die alle der spätneolithischen Bernburger Kultur zuzuordnen sind. Weiterhin wurde eine mit Leichenbrand gefüllte Urne gefunden, die als Nachbestattung während der späten Bronzezeit in den Hügel gelangt war. Alle Funde befinden sich heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale).

Literatur

  • Hermann Behrens: Die Jungsteinzeit im Mittelelbe-Saale-Gebiet (= Veröffentlichungen des Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Band 27). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1973, S. 299.
  • Hans-Jürgen Beier: Die Grab- und Bestattungssitten der Walternienburger und der Bernburger Kultur. Wissenschaftliche Beiträge 1984/30 (L19) der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, ISSN 0440-1298, S. 134.
  • Hans-Jürgen Beier: Die megalithischen, submegalithischen und pseudomegalithischen Bauten sowie die Menhire zwischen Ostsee und Thüringer Wald (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Band 1). Wilkau-Haßlau 1991, S. 69.
  • Alfred Götze, Paul Höfer, Paul Zschiesche: Die vor- und frühgeschichtlichen Altertümer Thüringens. Kabitzsch, Würzburg 1909, S. 9, 394 (Online).
  • Christian Keferstein: Ansichten über keltische Alterthümer, die Kelten überhaupt und besonders in Teutschland. Band I, Halle 1846, S. 24 (Online).
  • Friedrich Karl Hermann Kruse: Bericht über die Alterthümer in der Umgegend von Halle. In: Deutsche Alterthümer. Band 1/5, 1825, S. 37–38 (Online).
  • Nils Niklasson: Studien über die Walternienburg-Bernburger Kultur 1 (= Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. Band 13). Halle (Saale) 1925, S. 85–86 (Online).
  • Waldtraut Schrickel: Katalog der mitteldeutschen Gräber mit westeuropäischen Elementen der Galeriegräber Westdeutschlands (= Beiträge zur ur- und frühgeschichtlichen Archäologie des Mittelmeer-Kulturraumes. Band 5). Rudolf Habelt, Bonn 1966, S. 415–416.

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