Replik der Göttin von Capdenac (Museum Peche-Merle Cabrerets, Le centre de préhistoire)

Die Göttin von Capdenac (französisch La déesse de Capdenac, auch La déesse de Capdenac-le-Haut) ist eine Sandsteinskulptur aus dem Neolithikum. Der Fund wurde bei der Ausgrabung des Abris von Capdenac-le-Haut im Tal des Lot im Département Lot in der südfranzösischen Region Okzitanien gemacht.

Die Ausgrabungen des Abri erbrachten drei Phasen des mittleren Chasséen (etwa 3500 v. Chr.). Dabei wurde eine Steinfigur ausgegraben, die als älteste neolithische Steinskulptur Frankreichs bezeichnet wird. Ihre Echtheit wurde zwar angezweifelt, aber eine klare Entscheidung hinsichtlich der Authentizität des Fundes ist aufgrund fehlender empirischer Belege nicht erreichbar.[1] Eine mit der Göttin von Capdenac vergleichbare Skulptur gibt es im Chasséen nicht.

Die Figur ist 27 cm hoch, 17 cm breit und 25 cm tief.[2] Sie befindet sich im Musée de Cahors Henri-Martin.

Siehe auch

Literatur

  • Jean Clottes, Michel Carrière: La statue féminine de Capdenac-le-Haut (Lot). In: Congrès préhistorique de France XXe session, Martigues 1974. Paris, Société préhistorique française 1976, S. 102–108.

Weblinks

  • Dieux et déesses préhistoriques. Beschreibung und Abbildungen. In: paac.archeologie.over-blog.com. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

  1. Karim Gernigon, Jean Clottes, Michel Carrière, Jean-Pierre Giraud: Capdenac-le-Haut (Lot): le Néolithique moyen quercinois stratifié. In: Bulletin de la Société préhistorique française. Band 104/1, 2007, S. 64, doi:10.3406/bspf.2007.13648.
  2. Sculpture anthropomorphe – 1. In: Website des Museumsverbunds Musées Occitanie. Abgerufen am 26. Juli 2020 (französisch).

Koordinaten: 44° 34′ 46,6″ N, 2° 4′ 8,8″ O

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.