Forscherpersönlichkeiten - Robert Broom

Der Schotte Robert Broom war einer der bekanntesten Pioniere auf dem Gebiet der Vormenschenforschung

Robert Broom wurde 1866 in Schottland als Sohn einer armen Familie geboren. Broom war Arzt, der sich auf Geburtshilfe spezialisierte, übte diesen Beruf jedoch nur aus, um sich seine Weltreisen zu finanzieren. Fasziniert vom Ursprung der Säugetiere reiste er 1892 nach Australien, fünf Jahre später ging er nach Südafrika, wo er schließlich für den Rest seines Lebens bleiben sollte.

Brooms hartnäckige Befürwortung von Charles Darwins Evolutionstheorie kostete ihm 1910 seine Anstellung an der Universität von Stellenbosch, einer äußerst konservativen religiösen Institution, und so begann er im entfernten Karroo Gebiet in Südafrika zu praktizieren. Sein großes Interesse für Paläontologie blieb indes bestehen und mit der Zeit wurde er der führende Experte für säugetierähnlichen Reptilien, die im Überfluss in diesem Gebiet zu finden waren. Seine paläontologische Arbeit wurde so sehr geschätzt, dass er 1920 Mitglied der Königlichen Gesellschaft wurde.



1934, im Alter von 68 Jahren gab er seine ärztliche Tätigkeit auf, um eine Stellung beim Transvaal Museum in Pretoria anzutreten. 1936 entschied er sich, nach weiteren Fossilien von Darts Australopithecinen zu suchen, und im gleichen Jahr fand er einen fragmentarischen Schädel eines Erwachsenen bei Sterkfontein (welchen er anfangs einer neuen Gattung, Plesianthropus, zuordnete). 1938 fand er den ersten robusten Australopithecus-Schädel bei Kromdraai nachdem ein Schüler einige Zähne an dieser Stelle entdeckte. Weitere Funde folgten, aber erst als Broom 1946 eine bedeutende Monographie über die Australopithecinen veröffentlichte und der einflussreiche britische Wissenschaftler W. E. Le Gros Clark die Fossilien 1947 untersuchte  nahmen die meisten Wissenschaftler schließlich an, dass die Australopithecinen Homininen waren. Andere bedeutende Funde, einschließlich Sts 5, einem großartigen fossilen Schädel, und Sts 14, ein partielles Skelett, bestehend aus einem Becken, Oberschenkelbein, und Wirbelsäule bewiesen überzeugend, dass die Australopithecinen aufrecht gingen.

1948 begann Broom bei Swartkrans zu graben. Dort fand er die Überreste von dem, was später als Homo erectus bekannt wurde, sowie weitere Australopithecus-Fossilien.

Broom hatte etwas eines Sonderlings, sich seines Standes als Mann der Medizin bewusst kleidete er sich immer in einem formellen dunklen Anzug, auch wenn er Fossilien suchte, aber er hätte sich nackt ausgezogen, wenn es zu heiß wurde. Er blieb erstaunlich aktiv bis ans Ende seines Lebens. 1951, nach dem er die letzten Zeilen seiner Monographie über die Australopithecinen zu Papier gebracht hatte, flüsterte er: «Nun, das ist fertig... und damit auch ich». Er soll Momente später gestorben sein. Robert Broom wurde 85 Jahre alt.


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