Forscherpersönlichkeiten - Donald Johanson

Donald Johanson wurde 1943 in den USA als Sohn schwedischer Einwanderer geboren. Sein Vater starb als er zwei Jahre alt war, und so zog seine Mutter nach Hartford, Connecticut um, wo sein Interesse an Anthropologie von einem Nachbarn geweckt wurde, der das Thema unterrichtete. Obwohl er anfangs an der Universität Chemie studierte, wechselte er schließlich zur Anthropologie, und arbeitete im Sommer bei archäologischen Ausgrabungen mit. Er ging nach Chicago, um unter F. Clark Howell für seinen Hochschulabschluss zu studieren, und er erarbeitete ein umfassendes Werk über Schimpansenzähne für seine Doktorarbeit. 1970 und 1971 besuchte er Afrika, um bei Omo in Äthiopien praktische Feld-Arbeit zu erlernen. 1972 gingen er und einige Kollegen auf eine kurze Expedition, um das Afar-Dreieck in Äthiopien auf mögliche Fundstätten zu erforschen. Das Gebiet sah vielversprechend aus und sie planten eine große Grabungsexpedition für das folgende Jahr. Zurück in den USA vervollständigte Johanson seinen Ph.D. und trat eine Lehrberuf-Position an der "Fall Western Reserve Universität" an.

1973 entdeckte er AL 129-1 , ein kleines, aber menschenähnliches Knie, das erste Knie, das bis dahin gefunden wurde. Im folgenden Jahr entdeckten Johanson und Tom Gray einen noch spektakuläreren Fund, AL 288-1, ein partielles Skelett eines weiblichen Australopithecinen, das besser unter seinem Spitznamen »Lucy« bekannt ist. 1975 gab es noch einen bedeutenden Fund,  sein Team fand eine Ansammlung von Fossilien an einer einzelnen Stelle, die den Spitznahmen »the First Family« bekam. 1976 wurden weitere hominine Fossilien entdeckt, zusammen mit steinernen Werkzeugen, die mit 2,5 Millionen Jahren bis dahin als die ältesten in der Welt bekannt waren. Nach 1976 verhinderten die instabilen politischen Umstände in Äthiopien beinahe 15 Jahre lang weitere Expeditionen.



Johanson, der 1974 Kurator beim "Cleveland Museum of Natural History" wurde, packte nun die Aufgabe, die Fossilien zu analysieren. Ihm stand Tim White, ein junger und sehr begabter Wissenschaftler zur Seite, der gerade seinen Ph.D beendet hatte. Johanson war ursprünglich der Meinung gewesen, dass die Hadar Fossilien eine Mischung von Homo und Australopithecus Exemplaren waren, aber White überzeugte ihn schließlich, dass sie alle nur einer einzigen Spezies angehörten. 1978 nannten sie diese Spezies Australopithecus afarensis.

1981 gründete Johanson das »Institute of Human Origins «, diese gemeinnützige Forschungs-Institution widmet sich dem Studium der Vorgeschichte. 1987 wurde dem IHO, so die Abkürzung, die Erlaubnis gegeben, eine Expedition in die Olduvai Schlucht in Tansania durchzuführen. Sie fanden ein partielles Skelett, OH 62, das gewöhnlich dem Homo habilis zugeschrieben wird. Seit 1990 hat das IHO wieder Ausgrabungen in Äthiopien begonnen und hat weitere Australopithecus-Fossilien gefunden. Der wichtigste ist ein fossiler Schädel, AL 444-2. 1997 zog das IHO von Berkeley nach Arizona um und wurde der Arizona State Universität angegliedert.


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