Erdgeschichte - Quartär

Gletscherlandschaft in Südamerika
Eine Glescherlandschaft (Aletschgletscher)

Das Quartär wird traditionell in Eiszeitalter und Nacheiszeit unterteilt, obwohl wir heute in einer Zwischeneiszeit leben. In dieser Periode gab es mehrfache Vereisungen (Inlandeis und Gletscher) und dadurch resultierend Meeresspiegelschwankungen von über hundert Metern. Die heutigen Landschaftsformen wurden ausgeprägt und am Ende der letzten Eiszeit starben markante Großsäugetiere wie Mammut und Wollnashorn aus.

Temperaturschwankungen verursachen weltweit Kalt- und Warmzeiten in den gemäßigten und Regen- und Trockenzeiten in den warmen Zonen. In den Kaltzeiten kommt es zu den bedeutendsten Vereisungen der Erdgeschichte (über 30% der Festlandoberfläche ist vergletschert). Durch die Bindung von Wasser zu Eis sinkt der Meeresspiegel, und es bilden sich Landbrücken wie die Bering-Brücke. In der Nacheiszeit (Beginn vor ca. 10.000 Jahren) dringt das Meer zu den heutigen Küstenlinien vor.



In Zwischeneiszeiten war das Klima oft wärmer als heute. In den Kaltzeiten erstreckt sich ein kalter Korridor zwischen dem skandinavischen Inlandeis im Norden und den alpinen Gletschern im Süden. Typische Ablagerungen der Kaltzeiten sind Moränen; im Vorland der Gletscher sind es Terrassenschotter und Löß. Als Relikte der Eiszeit verbleiben die Seenplatten Norddeutschlands und die großen Alpenseen. Gegen Ende der Eiszeit macht sich wieder Vulkanismus bemerkbar (Eifel).

Die Klimaschwankungen wirken sich besonders auf die Säugetiere aus. Tiere der Warmzeiten sind in Mitteleuropa Waldelefanten, Waldnashörner, Flußpferde, Wasserbüffel und Makaken; in den Kaltzeiten herrschen Steppenelefanten, Wollhaarnashörner, Saiga-Antilopen, Rentiere und Moschusochsen vor. Die Trennung in kalt- und warmzeitliche Faunen verschärft sich mit dem Fortschreiten des Quartärs. Die Pflanzengesellschaften können, anders als in Nordamerika, nicht nach Süden (Alpen, Mittelmeer) auswandern und werden in den Eiszeiten ausgerottet. Die heutige Flora von Europa ist daher sehr verarmt. Gegen Ende der letzten Eiszeit zieht sich auf der Nordhalbkugel die "Kaltsteppe" zurück, und so sterben eindrucksvolle Säugetiere wie Mammut Wollhaarnashorn, Riesenhirsch und Steppenwisent aus, wobei jedoch der Mensch mitgeholfen hat.

Der Mensch besiedelt Mitteleuropa erstmals vor etwa 1 Million Jahren. Der Neanderthaler wird vor 30.000 - 35.000 Jahren in der letzten Kaltzeit vom heutigen Menschen verdrängt.

Berühmte Fundstätten:
Mosbach, Neandertal, Lascaux, Rancho La Brea in Kalifornien.



Literatur

  • Weltkarte im Titelbild: Dr. Ron Blakey -
     

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