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Landmassenverteilung im mittleren Ordovizium

Erdgeschichte - Ordovizium


Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Während des Ordoviziums vereinigen sich Baltica und Teile von Mitteleuropa zu Ur-Nordeuropa. Es herrscht allgemein warmes Klima mit großen Meeresüberflutungen vor. Die wirbellosen Meerestiere, insbesondere die kalkschaligen Brachiopoden (Armfüßer) sowie der Cephalopoden (Kopffüßer) entfalten sich. Am Ende des Ordoviziums wird das Klima kälter, die Meere ziehen sich zurück und ein Massensterben tritt auf.

Geologie

Der nördliche Teil des heutigen Mitteleuropas spaltet sich als Mini-Kontinent vom großen Südkontinent Gondwana ab und schließt sich im Spät-Ordovizium mit Baltica zu Ur-Nordeuropa zusammen. Nordafrika als Teil von Gondwana liegt am Südpol. Das Abschmelzen der Eiskappen infolge allgemein warmen Klimas bewirkt einen globalen Anstieg des Meeresspiegels. Das führt zu weiträumigen Meeresüberflutungen. In Laurentia und Sibirica überwiegt tropisches Klima. Dort breiten sich die ersten Korallen-Riffrasen aus. In den Lagunen wird Meerwasser eingedampft, so dass sich Dolomit-Gips-Salz-Folgen (Evaporite) abscheiden. Im Osten von Nordamerika enthalten im jüngeren Ordovizium entstandene, mächtige Deltasandsteine Hinweise auf erste echte Landorganismen (fossile Böden und Pflanzenreste). Auf diese warme Periode folgen gegen Ende des Ordoviziums vier Eiszeiten.



Im Kaledonischen Meer (Iapetus) wurden bis zu 10.000 Meter mächtige Sedimente und Vulkanite abgelagert (Schottland, Norwegen), östlich davon, im kandinavisch-baltischen Flachmeer, in der gleichen Zeit nur etwa 100 Meter mächtige Kalke (Öland, Estland). Mitteleuropa wird teils vom flachen, teils vom tiefen Wasser des Tornquist-Meeres und des Paläotethys-Ozeans umschlossen. Ur-Südeuropa gehört noch zu Gondwana und liegt dicht am Südpol.

Leben im Ordovizium
Lebensszene aus dem Silur

Leben im Ordovizium

Die Wirbellosen (Invertebrata) entwickeln eine große Formenvielfalt - wie z. B. die Graptolithen in den Hochseegebieten oder die Trilobiten, kalkschalige Brachiopoden und Cephalopoden in den Flachmeeren. Die frühen Wirbeltiere erleben schon im Ordovizium ihren ersten bescheidenen Aufschwung in Gestalt der kieferlosen Fische. Es entstehen die ersten Landpflanzen im mittleren Ordovizium. Gegen Ende des Ordoviziums, wahrscheinlich wegen der plötzlichen Klimaverschlechterung, löscht ein globales Massensterben zahlreiche Tiergruppen insbesondere unter den Cephalopoden, Trilobiten, Graptolithen und Conodonten aus.

Berühmte Fundstätten

Schweden, Baltikum, Ohio, Anticosti Island

Literatur

  • Text: Dr. Karsten Weddige, Senckenberg Museum