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Landmassenverteilung im frühen Kambrium

Erdgeschichte - Kambrium


Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Den isolierten Kontinenten Laurentia, Baltica und Sibiria liegt im Kambrium der riesige, südliche Großkontinent Gondwana gegenüber. Ur-Mitteleuropa liegt dicht am Südpol, die Antarktis liegt am Äquator. Es treten erste fossilisationsfähige Hartteile wie Panzer, Schalen und Skelette auf und die Trilobiten stellen 60 % der Fauna. Sämtliche Grundbaupläne heutiger Tiergruppen einschließlich der Wirbeltiere sind bereits vorhanden. Das Festland ist unbesiedelt.

Geologie

Das Kambrium ist durch großräumige Meeresüberflutungen gekennzeichnet mit einem Höhepunkt im Mittel-Kambrium. Die Kontinente sind vollkommen anders verteilt als heute: Afrika, Süd- und Mittelamerika, Indien, Teile von Europa, die Antarktis und Australien bilden den südlichen Großkontinent Gondwana. Laurentia, Sibiria und Baltica sind noch isolierte Kontinentschollen.

Nord- und Mitteleuropa gehören zwei verschiedenen Kontinentschollen an. Sie liegen beide auf der Südhalbkugel und sind vom Meer bedeckt.

Leben im Kambrium
Zwei fossile Exemplare von Eccaparadoxides mediterraneus aus dem Murero Kambrium (Saragossa, Spanien). Die beiden Exemplare sind als "die Murero-Liebenden" bekannt, weil sie sexuellen Dimorphismus zeigen (einst der älteste bekannte Fall). Innenabdruck (oben) und Außenform (unten), etwas verlängert durch tektonische Verformung.Eccaparadoxides mediterraneus aus dem Kambrium

Leben im Kambrium

Nach dem Aussterben der urtümlichen, noch nackten Ediacara-Fauna erscheinen zu Beginn des Kambriums völlig neue Tiergruppen. Alle heutigen Tierstämme, auch die Vorläufer der Wirbeltiere, sind dabei. Verschiedene Tiergruppen haben erstmals zum Schutz und zur Stütze des Weichkörpers fossilisationsfähige Panzer, Schalen und Skelette entwickelt. Die Fossilüberlieferung steigt dadurch explosionsartig an. Der Großteil der Fauna wird von Trilobiten und Brachiopoden gestellt. Der bereits im Kambrium wieder erloschene Stamm der Archaeocyathiden tritt in tropischen Meeren als Riffbildner auf. Außer einigen Algen, Flechten und Pilzen gibt es auf dem Festland keinerlei Lebewesen.

Berühmte Fundstätten:

Prager Mulde, Antarktis, Burgess-Paß (Burgess-Shale ) in British Columbia (Canada).

Literatur

  • Text: Dr. Karsten Weddige, Senckenberg Museum