Tecumseh


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Dieser Artikel beschreibt den Indianer Tecumseh; weitere Bedeutungen siehe Tecumseh (Begriffsklärung).
Gemälde von Benson Lossing aus dem Jahr 1808. Er änderte das Original, indem er Tecumseh in eine britische Uniform steckte, in dem (verbreiteten, aber falschen) Glauben, dass Tecumseh zum britischen General ernannt worden sei. Man beachte das Nasenpiercing, welches unter den Shawnee der damaligen Zeit sehr beliebt war und auf den idealisierten Darstellungen der weißen Künstler gerne weggelassen wurde.

Tecumseh (eigentlich Tecumtha oder Tikamthi „Der sich duckende Berglöwe“; * 1768 in Ohio; † 5. Oktober 1813 in Moraviantown, Ontario) war ein bekannter politischer und militärischer Führer der nordamerikanischen Indianer vom Volk der Shawnee. Er genoss schon zu Lebzeiten ein sehr hohes Ansehen unter seinen Mitmenschen und ist heute noch ein Vorbild für viele Indianer. Sein ganzes Leben lang verfolgte er den Traum, eine große indianische Allianz zu bilden, die stark genug wäre, den Weißen die Stirn zu bieten und sie so zum Frieden zwingen zu können.

Jugend

Das exakte Geburtsdatum von Tecumseh ist unbekannt, vermutlich wurde er aber im Jahr 1768 in einem Dorf am Scioto-Fluss in Ohio geboren.

Der Name Tecumseh lässt sich sowohl mit „Der zum Sprung sich duckende Berglöwe“ als auch „Ich überquere den Weg“ übersetzen und ist ein Hinweis auf seine von seinem Vater Pukeshinwah geerbte Zugehörigkeit zum Panther-Clan der Shawnee. Pukeshinwah wurde 1774 in der Schlacht von Point Pleasant zwischen den Shawnee und der Virginia-Miliz getötet. Tecumsehs Mutter Methoataaskee, vielleicht eine Muskogee oder Cherokee, emigrierte fünf Jahre später nach Spanisch-Louisiana.

Tecumsehs Erziehung wurde nach dem Tod seines Vaters von seinem Bruder Cheeseekau (Chiksika) und dem fähigen Shawnee-Häuptling Black Fish übernommen. Großen Einfluss auf ihn hatte auch seine Schwester Tecumapease, eine ungewöhnliche Frau, der Tecumseh vermutlich seine außergewöhnlich humanen Überzeugungen verdankte. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges waren die Shawnee mit den Briten verbündet, Tecumsehs Dorf wurde mehrfach von amerikanischen Truppen angegriffen. Der Stamm musste nach Verbrennung seiner Häuser und der Ernten mehrfach fliehen und gründete neue Orte – immer weiter weg von den expandierenden Siedlungen der weißen Siedler.

In den 1790ern kam es zu großen militärischen Auseinandersetzungen zwischen den europäischstämmigen Kolonisten und einer Föderation von Stämmen unter Führung der Miamis und ihres Häuptlings Me-She-Kin-No-Qua – Little Turtle. Die Indianer unter Führung von Little Turtle, Blue Jacket und des mit den Shawnee kämpfenden Weißen Simon Girty besiegten die Weißen in zwei Schlachten unter den Generälen Josiah Harmar (1790) und Arthur St. Clair.

Tecumseh nahm an diesen Kämpfen als junger Mann teil. In der Funktion eines Spähers berichtete er über jede Bewegung der feindlichen Armeen, war aber bei St. Clairs Niederlage nicht persönlich beteiligt, jedenfalls wird darüber nichts berichtet.

Die fast vollständige Vernichtung der Armee General St. Clairs in der Schlacht am Wabash River 1791 war der größte Sieg, den Indianer jemals über eine weiße Armee errungen hatten oder danach noch erringen würden. Der Schock darüber bei den Weißen saß tief, der Ruf nach Rache führte dazu, dass die Regierung der jungen USA unverzüglich Befehl gab, eine neue Armee aufzustellen.

In der Entscheidungsschlacht von Fallen Timbers, im August 1794, kämpfte Tecumseh als Führer einer kleinen Schar Shawnee, zu der auch sein jüngerer Bruder Lalawethika gehörte. Die indianische Koalition wurde von General Anthony Wayne (genannt „Mad Anthony“) vernichtend geschlagen, Rettung kam auch nicht von dem britischen Fort Miami, zu dem sich die Indianer Schutz suchend geflüchtet hatten. Die Briten ließen die mit ihnen verbündeten Indianer nicht herein. In der Konsequenz der Niederlage mussten die Indianer erneut große Gebiete Ohios und des Nordwestens aufgeben; der entsprechende Friedensvertrag sah weiteren Landgewinn für die nachrückenden weißen Siedler vor.

In den folgenden Jahren lebte Tecumseh als Anführer einer kleinen Schar von Indianern, die mehreren Stämmen angehörten, in der Nähe des heutigen Piqua in Ohio. Später wanderten er und seine Gruppe zum westlichen Arm des White River weiter.

1799 nahm er an einer Ratsversammlung in der Nähe des heutigen Urbana, Ohio, teil, um Konflikte zwischen den Rassen zu schlichten. Dort sprach er mit solcher Eloquenz und Eindringlichkeit, dass der Übersetzer Mühe hatte, ihm zu folgen; das weiße Publikum war fasziniert und Zeugen seiner Rede beschrieben ihn als äußerst eindrucksvolle Persönlichkeit. Im Jahre 1803 wiederholte er sein Friedensversprechen in Chillicothe, Ohio, wo gerade ein weißer Siedler getötet worden war.

Allianz

1805 ließ sich Tecumseh, auf Drängen seines jüngeren Bruders Lalawethika (später Tenskwatawa), in der Nähe von Greenville nieder. Dort führte Tenskwatawa als Prophet eine religiöse Erneuerungsbewegung an, die auf Distanz zu den US-Amerikanern ging. Diese Bewegung fand auch Anhänger außerhalb ihrer eigenen Siedlung. Die entscheidende Persönlichkeit im Hintergrund war allerdings stets Tecumseh, der sich seines eitlen jüngeren Bruders als „Prophet” bediente, um den Geisterglauben seiner indianischen Brüder für Zwecke seiner Einigungsbemühungen zu nutzen.

Ab 1807 gelang es Tecumseh, die religiöse Bewegung in eine politische umzuwandeln, in der er nun auch offen seine Führungsrolle einnahm. Kernpunkte der Bewegung waren indianisches – und eben nicht stammeszugehöriges – Gemeineigentum an Land und der Stopp der Landverkäufe an weiße Siedler durch einzelne Häuptlinge. Tecumseh versuchte, den indianischen Stämmen klar zu machen, dass sie in erster Linie Indianer und erst danach Angehörige eines bestimmten Stammes seien. Diese Sichtweise überforderte allerdings die meisten Häuptlinge.

Die kommenden Jahre warb er in Ohio, Michigan, Indiana und Illinois bei den dort ansässigen Stämmen für seine Konföderation und ersuchte die Briten in Kanada um politische und logistische Unterstützung. Im August 1810 erklärte er sich gegenüber William Henry Harrison, dem Gouverneur des Indiana-Territoriums, als anerkannter Führer aller Indianer. Im kommenden Jahr besuchte er die Cherokee, Muskogee, Choctaw, Chickasaw und Seminolen im Südosten des Kontinents, hatte jedoch nur bei den Creek Erfolg. Insgesamt scheiterte sein Vorhaben an der Uneinigkeit der Stämme und ihrer Unfähigkeit einzusehen, dass nur ein gemeinsamer Kampf aller Indianer langfristig die Perspektive bot, den Landraub der weißen Siedler aufzuhalten und ein indianisches Territorium zu sichern.

Während Tecumsehs Reise zu den südlichen Stämmen griff die US-Armee unter dem Kommando des späteren Präsidenten William Henry Harrison in der Schlacht bei Tippecanoe die unter der Führung des strategisch unfähigen Tenskwatawa stehende Stadt der Allianz an, was zu deren kompletter Zerstörung führte.

Die letzten Jahre

Im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 kämpften Tecumseh und seine indianische Allianz, u. a. mit den Chiefs Roundhead (Stiata), Main Poc, Walk in the Water und Naiwash auf britischer Seite. Die unglaublichen Anfangserfolge der britisch-indianischen Koalition unter General Brock und Tecumseh (Einnahme von Fort Mackinac und Detroit und anderer befestigter Plätze) sowie die Niederlage der Amerikaner bei Frenchtown im Januar 1813 verhinderten sehr wahrscheinlich die Eroberung Kanadas durch US-amerikanische Truppen und damit eine andere historische Entwicklung mit noch weitergehender Expansion der Vereinigten Staaten.

Nach dem Tod von Major General Sir Isaac Brock in der Schlacht von Queenston Heights am 13. Oktober 1812 wurde dieser fähige Soldat, der den vollen Respekt Tecumsehs hatte, durch Major General Henry Procter ersetzt. Procter fehlten allerdings persönlicher Mut und Erfahrung auf dem Schlachtfeld, er agierte zögerlich, unentschlossen und hörte nicht auf den Rat des strategisch brillanten Tecumseh. Nach dem Krieg wurden Procter in seiner englischen Heimat Unfähigkeit und Feigheit bescheinigt.

Bei der Belagerung von Fort Meigs trafen Tecumseh und William Henry Harrison direkt aufeinander. Starke Entsatztruppen für Fort Meigs unter Colonel Dudley wurden fast völlig aufgerieben und 600 Männer getötet oder gefangen genommen. Hier kam es auch zu einer Auseinandersetzung zwischen Tecumseh und Procter, der die Abschlachtung wehrloser Gefangener durch Indianer nicht verhinderte. Tecumseh unterband bei seinem Eintreffen kraft seiner Autorität den Fortgang des Massakers. Es ergab sich folgender Dialog mit Procter, der seine Untätigkeit mit den Worten entschuldigte: „Deine Krieger lassen sich ja nicht befehlen.“ Darauf Tecumseh: „Geh! Du bist nicht fähig, Männern zu befehlen! Geh und zieh Weiberröcke an.“ („Begone, you are not fit to command men! Go and put on petticoats.“)

Trotz dieses Erfolges konnte Fort Meigs nicht eingenommen werden, die Festung trotzte auch einem anhaltenden Bombardement. Harrison leitete die Verteidigung umsichtig. Nach Barclays Niederlage gegen Perry in der Seeschlacht auf dem Eriesee war der Nachschubweg der britisch-indianischen Koalition zerstört. Die Koalition musste Detroit und andere eroberte Plätze sowie eigene Festungen wie Ford Malden und Amherstburg aufgeben. Trotz Vorhaltungen von Tecumseh wich Procter immer wieder einer Schlacht mit den Amerikanern unter Harrison aus. Unfähig wie er war, verschleuderte er das Potential der britischen Armee. Ständige kleine Verluste an Männern und Artillerie schwächten die zunehmend demoralisierte Truppe nachhaltig.

Erst ein Ultimatum von Tecumseh, verbunden mit der Drohung, zu Harrison überzulaufen, brachten Procter dazu, sich in der Schlacht am Thames River zu stellen. Die Amerikaner entschieden die Schlacht mit einer einzigen furiosen Kavallerieattacke. Nach Abfeuern einer einzigen Salve löste sich die schlecht aufgestellte britische Linie in wilder Flucht auf, General Procter als erster und vorneweg; nicht einmal die einzige britische Kanone wurde abgefeuert. Die Briten hatten zu diesem Zeitpunkt nach unterschiedlichen Berichten 12 bis 18 Tote und 22 bis 36 Verletzte zu beklagen. Tecumsehs indianische Allianz kämpfte noch etwa eine Stunde weiter, bis die Nachricht vom Tode Tecumsehs zur Einstellung der Kampfhandlungen auf indianischer Seite führte; er war im Kampf erschossen worden. Damit war die letzte Chance der indianischen Völker zerschlagen, einen Rest eigenen Territoriums in Amerika zu behalten. Ab 1813 konnte der Widerstand der Indianer die Eroberung des Landes und ihre Vertreibung bzw. Vernichtung nur noch verzögern.

Literatur (inklusive Belletristik)

  • Gregory Evans Dowd: A Spirited Resistance. The North American Indian Struggle for Unity, 1745–1815 (= The Johns Hopkins University Studies in Historical and Political Science. Bd. 109, 4). Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1992, ISBN 0-8018-4236-0.
  • Benjamin Drake: The Life of Tecumseh and His Brother The Prophet. Anderson, Gates & Wright, Cincinnati OH 1858 (Reprint. University Press of the Pacific, Honolulu HI 2002).
  • R. David Edmunds: Tecumseh and the Quest for Indian Leadership. Little Brown, Boston MA u. a. 1984, ISBN 0-316-21169-9.
  • Allan W. Eckert: A Sorrow in our Heart. The Life of Tecumseh. Bantam Books, New York NY u. a. 1993, ISBN 0-553-08023-7.
  • Bill Gilbert: God Gave us This Country. Tekamthi and the First American Civil War. Atheneum, New York NY 1989, ISBN 0-689-11632-2.
  • Stephan Maninger: Tecumseh. Roter Napoleon der Neuen Welt. (1768–1813). In: Stig Förster, Markus Pöhlmann, Dierk Walter: (Hrsg.): Kriegsherren der Weltgeschichte. 22 historische Portraits. C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54983-7, S. 202–216.
  • Fritz Steuben: Tecumseh – Der Fliegende Pfeil. Franckh, Stuttgart 1930; sowie weitere 7 Bände.
  • John Sugden: Tecumseh. A Life. Holt, New York NY 1997, ISBN 0-8050-4138-9.
  • John Sugden: Tecumseh's Last Stand. University of Oklahoma Press, Norman OK u. a. 1985, ISBN 0-8061-1944-6.

Film

  • Chris Eyre, Ric Burns (Regie): Wir bleiben bestehen! Die Vision des Häuptlings Tecumseh. Dokumentation mit Spielszenen, USA, 2009, 52 Min.

Siehe auch

  • Tecumseh - Der Übermacht unterlegen, ein DEFA-Indianerfilm von 1972.
  • Klaus Dill (Tecumseh-Gemälde)

Weblinks


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