Nicopolis ad Nestum


Version vom 6. April 2013, 15:33 Uhr von Chech Explorer (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ruinen von Nicopolis ad Nestum

Nicopolis ad Nestum, Nicopolis ad Mestum oder auch Nicopolis ad Nessum war eine antike römische Stadt, die heute in der Oblast Blagoewgrad im Südwesten Bulgariens liegt.

Lage

Die Ruinen von Nicopolis ad Nestum liegen heute bei dem Dorf Garmen (bulgarisch Гърмен) im Gebiet Martschow tschiflik und Chisarlaka, 7 km östlich der Stadt Goze Deltschew.

Die Stadt wurde auf der rechten Uferseite der Mesta (griechisch und in der Antike: Nestos) erbaut. Die ursprüngliche Stadt erstreckte sich über eine Fläche von 25.000–30.000 m². Der Grundriss der Stadt war ein unregelmäßiges Viereck. Nikopolis ad Nestum war auf allen Seiten von hohen Stadtmauern umgeben. Die heute noch als Ruinen erhaltenen Stadtmauern stammen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Auch von der Stadt sind nur noch Ruinen geblieben. Die meisten Gebäude wurden durch ein Feuer zerstört.

Die Mesta trennt das Piringebirge im Westen von den Westrhodopen im Osten. Nicopolis ad Nestum liegt im Nordosten dieses Beckens im oberen Mestatal zwischen den beiden Gebirgen, etwas näher an den Westrhodopen als am Piringebirge.

Geschichte

Nicopolis ad Nestum wurde im Jahr 106 vom römischen Kaiser Trajan (98–117) gegründet, zu Ehren seines Sieges über das Volk der Daker im Zweiten Dakerkrieg (105–106). An der Stelle gab es vorher eine thrakische Siedlung. Der Name der Stadt Nicopolis ad Nestum bedeutet „Stadt des Sieges, gelegen am Nestos“ nach dem Fluss Nestos (bulgarisch Места/Mesta).

Anfang des 2. Jahrhunderts wurden in der römischen Provinz Thracia die Städte Nicopolis ad Nestum, Nicopolis ad Istrum und Marcianopolis gegründet und viele andere Siedlungen erhielten das Stadtrecht, unter anderem Pautalia (heute Kjustendil), Serdica (heute Sofia), Augusta Traiana (heute Stara Sagora), Traianopolis (Traianopolis in Rhodope, 5 km östlich von Alexandroupolis), Plotinopolis (bei Didymoticho) und Hadrianopolis (heute Edirne)

Der römischen Provinz Thracia wurde bereits ab 45 n. Chr. das Tal der Mesta zugeordnet. Nicopolis ad Nestum war eine von drei befestigten Städten, die Trajan anlässlich dieses Sieges auf der Balkanhalbinsel gründete, zwei davon auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens.

Nicopolis ad Nestum hatte eine gute Anbindung an das antike Straßennetz. Die Stadt lag an der Straße, die nach Süden zum Ägäischen Meer führte. Diese Straße endete im Süden in der Stadt Drama an der Via Egnatia. Die Via Egnatia war eine wichtige Römerstraße, die von West nach Ost an der Ägäischen Nordküste verlief und das Gebiet der Adria mit Konstantinopel verband.

Nach Norden führt die Straße von Nicopolis ad Nestum über die Rhodopen und die Oberthrakische Tiefebene nach Philippopolis (heute Plowdiw). Die Lage an der Straße begünstigte das Wachstum von Nicopolis zum wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum während seiner Blütezeit in der Spätantike im 2. bis 6. Jahrhundert. Des Weiteren führte die Rhodopenstraße vom Fluss Struma im Westen kommend über Nicopolis ad Nestum nach Adrianopolis.

Münzfunde und Altarreliefs zeugen von der Verehrung der Götter Zeus, Pluton, Hermes, des Thrakischen Reiters, Asklepios und Hygeia, ebenso des Fluss-Gottes Mesta und der von den Thrakern verehrten Ares und Dionysos.

Ende des 6. Jahrhunderts wurde die Stadt von den Slawen und Awaren zerstört. Im 9. bis 10. Jahrhundert entstand die Stadt erneut unter dem Namen Nicopol, existierte bis ins 13. Jahrhundert und ging während der Kreuzzüge unter. Im Spätmittelalter gab es dort auf einem Teil der ehemaligen Stadt eine bulgarische Siedlung und im Südostteil der befestigten Stadt einen osmanischer Großgrundbesitz (çiftlik). Während der osmanischen Herrschaft wurde die Siedlung einige Kilometer nach Westen verlegt, wobei der Name Nicopolis in der Version Newrokop (bulg. Неврокоп) erhalten blieb. Newrokop ist das heutige Goze Deltschew.

Bei Ausgrabungen wurde eine 280 m lange Stadtmauer freigelegt sowie Fundamente von Verwaltungsgebäuden und Gebäuden mit religiösen Funktionen. Neben der Stadt ist ein Tumulus (Hügelgrab) zu sehen. Die Archäologen haben unter anderem Fragmente von Votivgaben des Thrakischen Reiters gefunden, eine kleine Statue des Gottes Hermes, 95 Goldmünzen und 22 Bronzemünzen vom Ende des 6. Jahrhunderts, einen alten christlichen Grabstein, Gefäße aus Glas und Bronze, Keramik und einen Goldring.

Einige diese Funde sind im historischen Museum von Goze Deltschew ausgestellt. In der Nähe von Nicopolis ad Nestum wurden die Überreste einer Basilika aus der Frühzeit des Christentums (4. Jahrhundert) gefunden. Es wird angenommen, dass die Basilika ebenfalls zur Stadt gehörte. Die Basilika hat Mosaikböden mit geometrischen und Naturmotiven. In dieser sogenannten „Basilika Nr. 1“ gibt es einige Mosaikböden in Opus sectile-Technik, die hinsichtlich Motivik und Stil sehr stark vom nordgriechisch-makedonischen Raum beeinflusst sind.

Die Überreste der Stadtmauer, die stellenweise bis zu 6 m hoch sind und die Ruinen des Stadtmauerturms und der Wohnhäuser sind heute noch zu besichtigen. Ebenso die Ruinen des öffentlichen Bades (Thermen) im südlichen Teil des Stadtzentrums, erbaut im 3. oder 4. Jahrhundert. Zu erkennen sind die einzelnen Räumlichkeiten des Bades: Umkleideräume (Apodyterion), Warmbecken (Caldarium), Abkühlraum (Frigidarium) und die Warmluftheizung (Hypokaustum). Die südliche Stadtmauer mit einer Länge von 200 m und dem von zwei quadratischen Türmen bewachten Tor wurden ausführlich archäologisch untersucht. Die beiden Türme standen vor einer weit geöffneten halbrunden Exedra. An der südlichen Stadtmauer wurden weiterhin die Überreste von vier Rundtürmen gefunden.

Im Südostteil des befestigten Stadtgebietes, in unmittelbarer Nähe zu den Stadtmauern, wurde ein repräsentatives Wohngebäude mit Peristyl (Hof mit Säulengang) gefunden. Die Säulen des Peristyls waren ursprünglich Teil eines anderen Gebäudes und sind dann für den Portikus (Säulengang) angepasst worden.

Die Archäologen gruben einen runder Altartisch aus weißem Marmor aus. Er ist nur in Fragmenten erhalten und hatte einen Durchmesser von 1,15 m. Er ist ein repräsentatives Stück aus der spätantiken Steinbildhauerkunst. Der Tisch zeigt vier Szenen – drei Jagdszenen und eine Szene mit skurrilen Meereswesen – und vier menschliche Köpfe jeweils zwischen den Szenen.

Münzen

Nicopolis ad Nestum hat nur einmal Münzen geprägt (als "Nicopolis ad Mestum"), zwischen Februar 211 (Tod des Septimius Severus) und Dezember 211 (Ermordung von Geta), mit den Köpfen von Caracalla, Geta und Julia Domna und verschiedenen Rückseitendarstellungen (Tyche, Hygieia, Ares, Nemesis, usw.). Münzen anderer Kaiser (z. B. Commodus), die in Katalogen erwähnt werden, sind Fälschungen oder Prägungen anderer Städte (z. B. Nicopolis ad Istrum in Moesien). Alle echten Stücke sind selten. Holger Komnick, Autor der bislang einzigen umfassenden wissenschaftlichen Studie der Münzen dieser Stadt[1], beschreibt insgesamt 237 Exemplare. In seiner Rezension des Buches spricht Francis Jarman von einer "grand total of about 300 [known coins]".[2] Abbildungen sind auch in dem bekannten Katalog von Ivan Varbanov[3] zu finden, wobei die Münzbeschreibungen nicht immer richtig sind und die dort angegebenen Seltenheits- und Wertangaben unseriös.

Titularbistum

Nicopolis ad Nestum gehörte zum Bistum Thracia. Die Stadt war Sitz eines Erzbischofs. Noch heute setzt die Römisch-Katholische Kirche für das Erzbistum Nicopolis ad Nestum einen Titularbischof ein. Siehe Nicopolis ad Nestum (Titularerzbistum).

Tourismus

Nicopolis ad Nestum ist die einzige antike römische Stadt in den Rhodopen. Sie wurde von Bulgarien zum Archäologie- und Architekturdenkmal der Antike und des Mittelalters erklärt.

2004 wurden im Rahmen des PHARE-Programms für die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Bulgarien und Griechenland ("Förderung von kulturellen, touristischen und humanen Ressourcen in der Grenzregion") EU-Mittel für Ausgrabungen, Restaurationsarbeiten, Konservierungsarbeiten und Erneuerungsarbeiten an der touristischen Infrastruktur bereitgestellt. Die Arbeiten wurden von 2006 bis 2008 ausgeführt.

Literatur

  • Jan Burian: Nikopolis 2. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 8, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01478-9, Sp. 935–936.
  • Aleksandra Dimitrowa: Nicopolis ad Nestum während der spätantiken und der frühbyzantinischen Epoche. In: The Roman and late Roman city. The international conference, Veliko Turnovo 26 - 30 July 2000. Prof. Marin Drinov Academic Publishing House, Sofia 2002. ISBN 954-430-845-8. S. 311-325

Einzelnachweise

  1. Holger Komnick:Die Münzprägung von Nicopolis ad Mestum. Akademie-Verlag, Berlin 2003. ISBN 3-05-003792-X.
  2. Francis Jarman: A Review of a new catalogue for Nicopolis ad Mestum. In: The Celator, 18, 3, March 2004, S. 34-36.
  3. Ivan Varbanov: Greek Imperial Coins and Their Values (The Local Coinage of the Roman Empire), volume II: Thrace (from Abdera to Pautalia). Adicom, Burgas, 2005, S. 362-273.

Weblinks

 <Lang> Commons: Category:Nicopolis ad Nestum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

41.59555555555623.795833333333Koordinaten: 41° 36′ N, 23° 48′ O


Diese Artikel könnten dir auch gefallen


Artikel mit dem Thema „ Nicopolis ad Nestum “

Specials | Kultur
Die Aufgaben des Menschen - Wie sich diese mit der Evolution verändert haben
Wie jedes andere Lebewesen auch, kann der Mensch in einem Stammbaum eingeordnet werden.
Sprache | Specials
Warum sprechen wir so, wie wir sprechen?

Gedanken über die Funktionen von Sprache

Sprache ermöglicht es uns, unsere Gedanken, Ideen, Gefühle und Intentionen miteinander zu teilen.
Werkzeuge | Paläoökologie | Homo
Oberes Paläolithikum - Steinwerkzeuge

Die Klingenindustrien des Jungpaläolithikums

Im Nahen Osten wurden vor etwa 40.
Werkzeuge | Paläoökologie | Homo
Das Mittelpaläolithikum - Steinwerkzeuge

Das Mittelpaläolithikum

Das Mittelpaläolithikum folgt dem Unteren Paläolithikum mit seinen Kulturstufen Oldowan und Acheuléen nach.
Werkzeuge | Paläoökologie | Homo
Acheuléen - Steinwerkzeuge
Schon zu einem frühen Zeitpunkt in der Geschichte der Steinwerkzeuge machte man Fortschritte bei der Formgebung und Gestaltung.
Werkzeuge | Hominine
Oldowan - Steinwerkzeuge
Die ältesten bekannten Steinwerkzeuge sind mehr als 3 Millionen Jahre alt und stammen von Fundstellen in Äthiopien, Kenia, Zaire und Malawi.
Physiologie | Ernährung
Sinn und Unsinn der Paleo-Ernährung

Zurück in die Steinzeit?

Paläontologie | Primaten
Primaten aus dem Eozän und Oligozän in Afrika
In Sedimentablagerungen in Ägypten, genannt Fayum-Senke, etwa 60 Kilometer südlich der Pyramiden von Gizeh nahe Kairo, fanden Forscher die frühesten Altweltprimaten (Catarrhini).
Paläoanthropologie | Anatomie | Fossil
Die Fossilien
Als Darwin 1859 seine gewagten Überlegungen zum Ursprung des Menschen veröffentlichte, kannte man noch keine Fossilien, die für einen allmählichen Übergang von einem schimpansenähnlichen Vorfahren zum heutigen Menschen gesprochen hätten.
Paläoanthropologie | Paläoökologie | Ernährung | Feuer
Die Evolution des Menschen und Ernährung
Nach Ansicht vieler Forscher hat sich vor rund 10 Millionen Jahren in Ostafrika das Klima allmählich gewandelt, so dass die Umwelt allmählich von feuchten Regenwaldgebieten in trockene Savannenbiotope überging.
Paläoökologie | Specials
Der Mensch und die Anfänge der Medizin

Krankheiten auf natürliche Weise behandeln: Wie Menschen früher und heute ihre Schmerzen stillen

Schmerzen gibt es seit Anbeginn der Menschheit.
Gehirn | Homo
Der Mensch und sein Spieltrieb

Spieltrieb: der Mensch als „Spieltier“

Von jeher haben die Menschen gespielt.
Anatomie | Paläoökologie | Hominine | Aufrechter Gang
Der aufrechte Gang
Der Mensch: Das ist ein intelligentes Wesen mit einem großen Gehirn, das aufrecht geht.
Genetik | Primaten
Verwandtschaftsverhältnisse heutiger Menschenaffen
Eines der Probleme im Verständnis der Evolution der Menschenaffen ist, dass es sehr wenige lebende Gattungen gibt - nur sechs oder sieben, je nachdem, ob man die Gattung Homo zu den Menschenaffen zählt oder nicht.
Fossil | Hominine
Sahelanthropus tchadensis - TM 266-01-060-1 »Toumaï«
Das bislang älteste bekannte Mitglied der Menschenfamilie entdeckte ein Forscherteam aus Frankreich und dem Tschad im Juli 2001 in der Sahelzone in Zentralafrika.
Paläontologie | Primaten
Die Menschenaffen aus dem Miozän
Vor 18 Millionen Jahren, mitten in der Epoche des Miozäns (sie verdankt ihren Namen den seltenen Fossilienfunden aus dieser Zeit), stieß Afrika im Norden mit voller Wucht auf die eurasische Landmasse.
Paläontologie | Primaten | Erdgeschichte
Plesiadapoidea und Plesiadapiformes
Die erste Auffächerung (Radiation) von archaischen Primaten (die Plesiadapoidea) fand auf der Nordhalbkugel statt, was darauf hindeutet, dass sie in der Tat auch dort ihren Ursprung haben.
Primaten | Stammbaum
Das Erbe der Primaten
Die ersten Primaten, Vorläufer der heutigen Affen, betraten gegen Ende der Kreidezeit vor ca.
Fossil | Australopithecus
Lucy - AL 288-1 - Australopithecus afarensis
Lucy war ein kleiner weiblicher Australopithecus afarensis, der vor mehr als drei Millionen Jahren an einem prähistorischen See bei Hadar im heutigen Äthiopien lebte.
Fossil | Australopithecus
OH5 »Zinjanthropus«, »Nussknacker Mensch« - Australopithecus boisei
OH 5 ist das Typusexemplar der Spezies Australopithecus boisei und wurde 1959 von Mary Leakey entdeckt - genau hundert Jahre nach Darwins „Entstehung der Arten“.
Fossil | Homo
KNM-ER 1813 - Homo habilis
Von einem früheren Fund (KNM-ER 1470) bei Koobi Fora wusste man, dass dort vor zwei Millionen Jahren eine Art von Homo mit relativ großem Gehirn, großem Gesicht und großen Zähnen gelebt hatte.
Fossil | Homo
LB1 - »Hobbit« - Homo floresiensis
Die Gattung Mensch hat Zuwachs bekommen: Homo floresiensis war nur gut einen Meter groß und lebte vor 18.
Fossil | Australopithecus
KP 29281 - Australopithecus anamensis
Bis 1994 war Australopithecus afarensis die älteste bis dahin entdeckte hominine Spezies.
Fossil | Homo | Homo heidelbergensis
Atapuerca 4, 5 - Homo heidelbergensis
Ein Glücksfall der besonderen Art trug sich im Norden Spaniens zu.
Fossil | Homo | Homo heidelbergensis
Arago XXI - Homo heidelbergensis
Die eindrucksvolle Kalksteinhöhle Arago liegt hoch über dem Fluss Verdouble in den Pyrenäen.
Fossil | Homo | Homo erectus
Zhoukoudian - »Der Pekingmensch« - Homo erectus
Der sogenannte Pekingmensch ist 750.
Paläoökologie | Fossil | Homo | Homo erectus
Bilzingsleben - Homo erectus bilzingslebensis
Am Rande des Thüringer Beckens, nahe der kleinen Ortschaft Bilzingsleben im Kreis Sömmerda, befindet sich eine einzigartige archäologische Grabungsstelle.
Fossil | Homo | Homo erectus
Trinil 2 - »Javamensch« - Homo erectus
Der sogenannte Pekingmensch ist 750.
Fossil | Homo | Homo erectus
Skelett KNM-WT 15000 - »Turkana Boy« - Homo ergaster
Am 22.
Fossil | Australopithecus
SK 6 - Typusexemplar Australopithecus robustus (Paranthropus crassidens)
Eine wichtige Entdeckung von Robert Broom war SK 6, ein Teil eines Unterkiefers sowie einige Zähne, die er bei Swartkrans, Südafrika, entdeckte.
Fossil | Australopithecus
DIK1-1 »Dikika Baby« - Australopithecus afarensis
Das drei Millionen Jahre alte Skelett eines dreijährigen Kindes (ein Mädchen) liefert ein hervorragendes Hilfsmittel, um die körperliche Entwicklung eines menschlichen Vorfahren zu verstehen, der, wie es scheint, zwar aufrecht ging aber noch die Fähigkeit besaß, auf Bäume zu klettern.
Fossil | Homo | Homo sapiens
Combe Capelle - Homo sapiens
Combe Capelle (deutsch: Bergkapelle) ist ein Abri mit mehreren paläolithischen Kulturschichten im Tal der Couze, 38 km südöstlich von Bergerac im französischen Département Dordogne.
Fossil | Neandertaler
Shanidar 1 - Homo neanderthalensis
Die Shanidar Höhle ist die älteste prähistorische Stätte im Irak, einem Land, das archäologisch berühmt ist für die kulturellen Errungenschaften, die man in Mesopotamien entdeckte.
Fossil | Hominine
Kenyanthropus platyops - KNM-WT 40000
Justus Erus und Meave Leakey fanden 1999 in Lomekwi an der Westseite des Turkanasees in Kenia diese außergewöhnlichen Fossilien.
Paläoanthropologie | Taxonomie
Die Evolution des Menschen
Viele Menschen sind von der Vorstellung fasziniert, dass es einmal Wesen auf unserer Erde gegeben hat, die zwar aufrecht gingen, aber den Kopf eines Menschenaffen auf den Schultern trugen.
Werkzeuge | Eiszeit | Homo sapiens | Kultur | Kunst
Die Kunst der Eiszeit - Figürliche Darstellungen
Die Menschen der Oberen Altsteinzeit machten dramatische kulturelle Fortschritte, die in der Kunst der späten Eiszeit gipfeln.
Werkzeuge | Eiszeit | Kunst
Die Erfindung der Musik
Im Sommer 2008 haben Ausgrabungen an den Fundstellen Hohle Fels und Vogelherd zu einer nahezu vollständigen Knochenflöte und einzelnen Fragmenten dreier Elfenbeinflöten geführt, die nun neue Belege für Musik im Paläolithikum liefern.
Eiszeit | Kunst
Die Entdeckung der ersten Höhle Altamira
Das alte Landgut von Altamira, was soviel bedeutet wie »Hohe Aussicht« erstreckt sich über leicht abschüssiges, aber hochgelegenes Wiesenland, etwa vier Kilometer von der spanischen Nordküste entfernt.
Werkzeuge | Eiszeit | Kunst
Eiszeitkunst - Höhepunkt prähistorischer Kreativität
Die phantastischen Malereien auf den Wänden der Höhle von Lascaux im Südwesten Frankreichs zeigen lebensnahe Formen von Pferden, Hirschen und Rindern.
Paläoanthropologie | Hominine
hominid oder hominin
Diese Frage sorgt sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Fachwelt oft für Verwirrung, denn es geht um so abstrakte biologische Begriffe wie »Systematik« und »Taxonomie«, also um die korrekte Benennung oder Einordnung von Lebewesen und Fossilien oder die Darstellung komplexer, biologischer Verwandtschaftsbeziehungen im System des Lebens.
Anatomie | Hominine
Sahelanthropus tchadensis
In der Djurab-Wüste im Tschad in Zentralafrika wurde im Jahr 2001 ein fossiler Schädel und mehrere Unterkiefer und Zähne einer möglicherweise aufrecht gehenden Primatenart entdeckt, deren Alter auf 6 bis 7 Millionen Jahre geschätzt wird.
Paläontologie | Primaten
Omomyiden und Adapiden

Koboldmaki-ähnliche Primaten (Omomyiden)

Teilhardina, eine Primatengattung aus der Familie Omomyidae (Unterfamilie Anaptomorphinae), wurde nach Pierre Teilhard de Chardin benannt, Jesuit, Philosoph und Paläontologe.
Datierung
Radiocarbon-Datierung
Die Radiokarbon- oder Kohlenstoff-14 Datierung ist vielleicht das bekannteste Verfahren zur absoluten Datierung.
Erdgeschichte | Datierung
Paläomagnetische Polaritätsstratigraphie, Paläomagnetismus
Diese Datierungsmethode erfordert eine vorherige Kalibrierung.
Datierung
Aminosäure Racemisierung
Diese Datierungsmethode beruht auf der langsamen chemischen Umwandlung von linksdrehenden Aminosäuren in lebenden Organismen in ihre rechtsdrehenden Gegenstücke.
Erdgeschichte | Datierung
Thermolumineszenz, optisch angeregte Lumineszenz und Elektronenspin-Resonanz
Die Grundlage dieser Verfahren ist die gleiche: sie messen die Anzahl von Elektronen, die in Defekten in der Gitterstruktur von Kristallen gefangen sind.
Erdgeschichte | Datierung
Uranreihen-Datierung
Es gibt mehrere chemische Elemente, die natürlich vorkommende radioaktive Isotope des Urans sind.
Erdgeschichte | Datierung
Spaltspurdatierung
Die Spaltspurdatierung beruht auf dem spontanen radioaktiven Zerfall (fission) von Uran-238 (238U), wobei eine Spur (track) von Defektlinien in der Nähe des Uran-Atoms entsteht.
Erdgeschichte | Datierung
Kalium-Argon Datierung
Mit der in den 19-fünfziger Jahren entwickelten Kalium-Argon-Methode kann man Vulkanasche- und Tuffgesteine datieren.
Werkzeuge | Paläontologie | Datierung
Die Datierung von Fossilien und Artefakten
Nur wenn man das Alter paläontologischer und archäologischer Funde abschätzen kann, läßt sich für die Evolution ein zeitlicher Ablauf rekonstruieren.
Taxonomie | Hominine | Australopithecus
Die Gattung Australopithecus
Australopithecus ist der Gattungsname von mehreren aufrechtgehenden Menschenaffen, die ab dem späten Miozän in Afrika verbreitet waren.
Taxonomie | Stammbaum | Darwin
Charles Darwin und die Abstammung des Menschen
Für seine lange Reise an Bord der »Beagle«, die ihn in fünf Jahren um die Welt führen sollte, packte sich der junge Charles Darwin auch die eben erschienenen »Prinzipien der Geologie von Charles Lyell ein.
Anatomie
Das menschliche Skelett von vorne
Das menschliche Skelett besteht aus gut 212 Knochen (individuell verschieden; üblich angegebene Zahlen liegen zwischen 206 und 214).
Anatomie
Anatomische Terminologie
Die Lage- und Richtungsbezeichnungen dienen in der Anatomie zur Beschreibung der Position und des Verlaufs einzelner Strukturen.
Anatomie | Gehirn
Der menschliche Schädel
Der menschliche Schädel - evolution-mensch.
Anatomie
Das menschliche Skelett von hinten
Das menschliche Skelett von hinten - evolution-mensch.
Taxonomie | Hominine | Feuer | Homo heidelbergensis
Homo heidelbergensis
Der allmähliche Übergang vom Homo erectus über Homo heidelbergensis zum Neandertaler ist durch ungewöhnlich zahlreiche Fossilien sehr gut belegt.
Taxonomie | Hominine
Homo erectus
Als die Paläoanthropologie noch eine junge Wissenschaft war, kannte man nur zwei verschiedene Spezies von frühen Menschen: den Neandertaler und den Homo erectus.
Taxonomie | Hominine
Homo ergaster (H. georgicus)
Die fossilen Überreste dieses Frühmenschen wurden seit 1991 unter Leitung von David Lordkipanidse bei Dmanisi in Georgien ausgegraben.
Taxonomie | Hominine
Homo ergaster
Der Art Homo ergaster - was soviel wie "der Handwerker" bedeutet - werden von vielen Forschern die frühen afrikanischen Fossilien des Homo erectus mit einem Alter von 1,8 bis 1,5 Millionen Jahren zugeordnet.
Hominine
Australopithecus sediba
Australopithecus sediba ist die neueste Art eines Australopithecinen, dessen Überreste auf das Pleistozän mit einem Alter von 1,78 bis 1,95 Jahren datiert wurden [2].
Hominine | Australopithecus
Australopithecus afarensis
Australopithecus afarensis aus dem mittleren und späten Pliozän Äthiopiens, Tansanias und Kenias ist nach Australopithecus anamensis eine der ältesten und primitivsten Arten von Australopithecus.
Hominine | Homo
Kenyanthropus platyops
Meave Leakey und Justus Erus fanden im Jahr 1999 in Lomekwi, an der Westseite des Turkanasees in Kenia die außergewöhnlichen Fossilien eines bis dahin unbekannten Homininen.
Hominine
Australopithecus anamensis
Die ersten Fossilien von Australopithecus anamensis wurden in der Region Kanapoi östlich des Lake Turkana bereits im Jahre 1965 entdeckt.
Physiologie
Das Gehirn in der Evolution des Menschen
Obwohl das Gehirn eines Menschenaffen nicht so verschieden ist, wie dies oft dargestellt wird, gibt es natürlich gewisse Unterschiede in Größe und Form.
Hominine
Australopithecus (Paranthropus) aethiopicus
Mit der Entdeckung von KNM-WT 17000, dem „schwarzen Schädel“, im Jahr 1986 konnte man einen wichtigen Mosaikstein zum Gesamtbild der Australopithecinen hinzufügen.
Hominine
Australopithecus africanus
Australopithecus africanus ist ein ausgestorbener, aufrecht gehender Vormensch aus der Unterfamilie Australopithecinae (innerhalb der Familie Hominidae), der in Süd- und Ostafrika verbreitet war.
Paläontologie | Primaten
Die ersten echten Primaten

Früheste moderne Primaten

Primaten, die bereits große Ähnlichkeit mit heutigen Lemuren, Loris und Koboldmakis haben - die ersten Euprimaten - erscheinen im frühen Eozän in Belgien, Frankreich, England und Wyoming.
Fossil | Australopithecus
LH 4 - Typusexemplar - Australopithecus afarensis
Vielleicht war Louis Leakeys vorgefasste Ansicht über das Wesen des "wahren Menschen" der Grund, warum er den linken unteren Eckzahn eines Homininen nicht erkannte, der 1935 in Laetoli zusammen mit zahlreichen anderen Wirbeltierfossilien aus dem Pliozän gefunden wurde.
Paläoökologie | Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Die Erfindung der Landwirtschaft
Ein gutes Beispiel für die Domestikation ist Weizen, die bis heute wichtigste Nutzpflanze der Menschheit.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Ackerbau und Viehzucht
Die Weisheit der Jäger und Sammler bestand darin, wie es der amerikanische Anthropologe John E.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Erste Hochkulturen
Während aus der frühesten sumerischen Bilderschrift die Keilschrift entstand, entwickelten die alten Ägypter um 3000 v.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Die ersten Bauern
Das Einbringen und Lagern von Getreide und anderen Früchten erforderte neue Werkzeuge und Transportgefäße.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Erste Dörfer und Städte
Dorfähnliche Siedlungen gab es schon in der Altsteinzeit an besonders begünstigten Orten.
Sprache | Nach der Eiszeit | Archäologie
Die ersten Schriften
Drei Erfindungen machten vor allen anderen den Menschen zu dem, was er heute ist: Feuer, Landwirtschaft und Schrift.
Paläoökologie | Nach der Eiszeit | Erdgeschichte
Was ist eine Eiszeit
Eigentlich ist die Erde ein wohltemperierter Planet.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Bronze, Eisen und Handel
Anders als die althergebrachten Werkstoffe Stein, Holz oder Ton kommen Metalle in reiner Form nur sehr selten vor.
Werkzeuge | Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie | Feuer
Megalithen und Metalle
Zu allen Zeiten versuchten Menschen, aus ihrem Leben das Beste zu machen: Sie nutzten das Angebot der Natur nach bestem Wissen aus, und manchmal erweiterten sie dieses Wissen durch zufällige oder scharfsinnige Beobachtungen.
Sprache | Paläoökologie | Gehirn
Die menschliche Sprache - Wie, wann, und warum
Eine lange Leitung zu haben, gilt als wenig schmeichelhaft.
Genetik | Sprache | Wanderungen
Die menschliche Sprache - Die Suche nach dem Ursprung
Mit grausamen Experimenten wollten Menschen immer wieder dem Ursprung der Sprache auf die Spur kommen.
Sprache
Sprache - Informationsaustausch von Gehirn zu Gehirn
Der Cro-Magnon-Mensch war weder stärker als der Neandertaler, noch hatte er ein größeres Gehirn.
Anatomie | Physiologie | Sprache
Anatomie der Sprache
Tonbandaufnahmen aus grauer Vorzeit gibt es leider nicht.
Physiologie | Genetik | Sprache
Die Sprache des Neandertalers
Der Neandertaler lebte in einer sprachlosen Welt - zu dieser Einsicht konnte man zumindest gelangen, wenn man die zahlreichen Analysen seiner Schädelbasis betrachtete, denn die Schädelwölbungen zeigten, dass der Kehlkopf höher im Hals gelegen haben muss, was die Vielfalt seiner Laute erheblich einschränken musste. Beim modernen Menschen sitzt der Kehlkopf tief unten im Hals und ermöglicht uns so ein breites Spektrum von Lauten. Dass die Neandertaler über eine Sprache miteinander kommunizierten, hielten viele Forscher deshalb für wenig wahrscheinlich. Wie aber hätten die frühen Menschen ihr Überleben in der freien Natur ohne das entscheidende Mittel der Kommunikation sichern können?