Munduruku


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Die Munduruku (Mundurukú) sind ein indigenes Volk, das heute im Bundesstaat Pará im brasilianischen Amazonas-Gebiet am oberen Rio Tapajós lebt. Am 22. März 2004 hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva genau 2.381.000 Hektar Land den 7.000 Indios der Munduruku im Amazonas-Gebiet übergeben. Das entspricht etwa der Fläche der Toskana.

Entdeckung und Geschichte

Die Munduruku wurden erstmals 1768 durch Monteiro Noronha als „Maturucu“ erwähnt, die damals am Rio Maués lebten. 1769 zogen die Mundurucú zum Tapajóz und verdrängten die dort lebenden Jaguain. Weitere Eroberungszüge blieben größtenteils erfolglos, das große Gebiet wurde aufgegeben.

Sprache

Die Munduruku sprechen Tupí, die mit dem eng verwandten Guaraní zur meistgesprochenen Indianersprache Südamerikas gehört (u. a. sind Piranha oder Tapir Lehnworte in der deutschen Sprache). Nach Ansicht französischer Wissenschaftler haben die Munduruku ein eingeschränktes Vokabular für Zahlen. Sie besitzen z. B. keine Zahlwörter für 6 oder 8. Daher sind sie zum Studienobjekt für die Erforschung des mathematischen Denkens geworden. Mit Hilfe geeigneter Untersuchungsprogramme am Laptop konnte mit ihnen eine grundsätzlich logarithmische mathematische Denkstruktur des Menschen nachgewiesen werden. [1];[2]

Regionale Gruppen

Als regionale Gruppierungen gelten:

  • Tapajóz River Group (auf beiden Seiten des Tapajóz)
  • Madeira River Mundurucú (abhängig von den Canumá)
  • Xingú River Mundurucú („Curuaya“)
  • Juruena River Mundurucú (Njambikwaras, umstritten)
  • Wiaunyen (evtl. eine weitere Gruppe der Mundurucú)

wobei es zweifelhaft ist, ob die Einteilung richtig ist, vermutlich sind die Njambikwara keine Mundurucú und die Wiaunyen ein weiterer Unterstamm der Mundurucú.

Population

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Literaturangaben zu „Tocantins“, „Martius“, „Campana“ und der GfbV fehlen.

(Anstieg der Population vor/während der Eroberungszüge)

  • 1877: 21 Dörfer, 18.910 Einwohner (Tocantins)
  • 1887: 18.000 – 40.000 (Martius)
  • 1900: 37 Gemeinschaften, 1.400 Einwohner (Campana)
  • 2004: 7.000 (Gesellschaft für bedrohte Völker)

Militärische Organisation, Kriegführung und Kriegssitten

Krieger wurden von Frauen und Kindern zur Unterstützung begleitet. Vor Beginn einer Kriegsexpedition (meist in der Trockenzeit im Sommer) wurde ein Stab in das Kriegerhaus gereicht und jeder teilnehmende Krieger ritzte einen Strich in diesen Stab, dies gleicht einem rituellen Treuegelöbnis dem Kriegsanführer gegenüber. Frauen nahmen an Kampfhandlungen nicht teil, aber versuchten offenbar, die Pfeile der Gegner zu fangen. Der Kriegsanführer stand hinter dem Schlachtfeld und „dirigierte“ die Schlacht mittels Signalen. Wurde ein Krieger verwundet, wurde sein Name ein Jahr lang nicht ausgesprochen und er wurde für tot „gehalten“, danach wurde ein Fest zu seiner Reintegration in die Gemeinschaft gegeben. Kriegsgefangene Frauen heirateten Mundurucú-Männer, gefangene Kinder wurden adoptiert, Köpfe der getöteten Männer wurden als Trophäen aufbewahrt. Die Verbreitung von Kannibalismus ist wissenschaftlich umstritten (vgl. Strömer pro, Kruse contra).

Siedlungsweise

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Literaturangaben zu „Tocantins“, „Farabee“, „Bates“ und „Martius“ fehlen.

Es wird sowohl von offenem Dorfbau um eine plaza herum ausgegangen (Tocantins und Farabee), als auch verstreuter Häuserbau dokumentiert (Bates), oder reihenartiger Häuserbau um eine Lichtung (Martius). Es kommen eigene Männerhäuser (Gabelbau) für die Krieger und Unverheirateten vor, teilweise in besonders großer Bauart, 100 m lang (Tocantins). Frauen ist der Zutritt dort verwehrt. Als Wohnhaus wurden rechteckige, fensterlose Mehrfamilienhäuser mit niedrigen Wänden und hohem Dach gebaut. Jede Familie hat ihre eigene Feuerstelle darin. Wie viele in einem Haus lebten ist unklar.

Wirtschaftsweise

Jagd auf Tapir, Krokodil mit Giftpfeil und Bogen, Fischfang mit Netzen, Sammeln von Beeren, Wurzeln und Früchten, kultivierter Pflanzenanbau (Süßkartoffeln, Tabak, früher Reis, Bananen u. a.), Viehhaltung sind die vorwiegenden Wirtschaftsformen. Kochen ist Frauenarbeit.

Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände

Qualitativ minderwertige Keramik (Vasen), Körbe aus Ranken und Stroh, verschiedene Waffen (Bögen, Pfeile aus Schilf und Holz mit teilweise Gift, Speere, Äxte, „Schwerter“ aus Bambus) finden Verwendung. Steingegenstände dienten früher als Waffen, die heute nur noch als Kinderspielzeug vorkommen.

Handel

Trotz Feindschaft mit den Nachbarn wird Handel mit Federschmuck betrieben. Vermutlich besteht auch wirtschaftliche Abhängigkeit hinsichtlich Giftquellen für den Pfeilgebrauch.

Kleidung

Die Alltagskleidung besteht aus dreieckigen Penislitzen (Überzug) aus Wolle; für Riten werden sehr fein und hochwertig gearbeitete Federkleidung für verschiedene Körperteile angefertigt. Zur Herstellung werden in Gefangenschaft gehaltene Vögel gerupft. Effekte werden durch alternierende Farben erzielt.

Tätowierungen und Körperbemalungen

Reiche Körperbemalung besteht aus weit auseinander liegenden, parallelen Linien, die vertikal auf den Gliedmaßen und Torso angeordnet sind, gelegentlich auch horizontale Anordnung.

Soziale Organisation

Die Munduruku haben traditionell ein patrilineares Verwandtschaftsystem mit Matrilokaltität.[3]

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34 Sippen, deren Mitglieder mit namensgebenden Pflanzen und Tieren verbunden sind. Zwei exogame Teilstämme, einem gehören 19 Sippen an, dem anderen 15. Polygamie (Leviratsehe) wird von Männern höheren Ranges praktiziert. Mädchen können früh mit älteren Kriegern verlobt werden, auch wenn die Ehe erst ab der Pubertät in Kraft tritt. Bis dahin versorgt der Krieger die Familie des Mädchens mit. Ein junger Krieger kann sich durch mehrjährigen Dienst bei der Familie der Verlobten profilieren. Bei Ehebruch wird die schuldige Person vom Stamm ausgeschlossen.

Kulturelemente

Tätowierungen (parallele Linien), Federschmuck, Feste zur Fruchtbarkeit und früher auch verschiedene Aspekte der Kriegführung (Rituale zur Kriegerinitiation, Kriegerhaus…); div. Kosmogonien und mythologisierte Problemstellungen, die in der Familie auftreten können (Inzest usw.). Schamanen heilen und regeln den Lebensablauf.

Religiöse Zeremonien

Stirbt ein Stammesmitglied, werden mehrere Riten durchgeführt. Die Verwandten mütterlicherseits schneiden sich das Haar ab, färben die Gesichter schwarz und klagen eine Zeit lang. Die Toten werden mit gebeugten Knien, eingepackt in eine Hängematte und versehen mit kleinen Grabbeigaben, in einem zylindrischen Grab unter dem Wohnhaus vergraben. Die Skelette ranghoher Männer werden wieder ausgegraben und verbrannt, wenn das Fleisch verwest ist. Ihre Asche wird in einem Gefäß begraben. Stirbt ein Krieger auf einem entfernten Schlachtfeld, wird nur sein Kopf mitgenommen und einem weiblichen Verwandten übergeben. Er wird auf einem Podest mit Waffen und Ornamenten ausgestellt. Ein Schamane spielt auf der heiligen Trompete isoliert Lieder und es wird ein Fest zu Ehren des Toten abgehalten. Vier Jahre lang wird das wiederholt.

Jeden Winter werden abwechselnd Feste zum Erreichen des Erfolges in Jagd und Fischfang gefeiert, ein Schamane spielt dabei heilige Lieder und ein guter Krieger und zugleich Sänger führt das Fest an. Ähnliche Feste werden für Mais und Maniok berichtet. Verschiedene Tanzzeremonien bei Vollmond. Bei einem Fest wird Geschlechtsverkehr rituell vollzogen; es gibt zudem Feste für Bäume und Männer.

Schamanismus und Magie

Aufgaben des Schamanen sind die Heilung Kranker und das Bestimmen der besten Zeit für Krieg und das Auffinden von Hexern. Krankheit wird als Verhexung oder als Wurm innerhalb eines Menschen angesehen, der ausgeblasen werden muss.

Mythologie

Schöpfergott und Kulturheros ist Karusakaibu (versch. Schreibweisen); seine Frau ist Sikrida, eine Mundurucú. Der älteste Sohn ist Korumtau und der zweite Sohn Anukaite. Karusakaibus Helfer ist Daiiru – ein Gürteltier. Die Konflikte innerhalb der Familie (Feindschaften, Inzest, …) werden mythologisch in der Schöpfergott-Familie aufgearbeitet.

Schöpfung

Es existieren mehrere Schöpfungsmythen:

  • Karusakaibu schuf die Welt, aber nicht die Menschen. Daiiru wurde aufsässig und musste in ein Erdloch, dann stampfte Karusakaibu auf den Boden und Daiiru wurde vom Luftzug aus dem Loch geblasen. Er berichtete, dass unter der Erde in einer zur Welt spiegelverkehrten Welt Menschen leben. Man hielt ihnen ein Netz herunter und die Hälfte der Menschen kletterte hoch; dann riss das Netz und die eine Hälfte der Menschen lebt immer noch in dieser Welt. Dort scheinen Mond und Sonne, wenn sie überirdisch nicht scheinen.
  • Eine andere Version berichtet, dass auch farbige Menschen hinauf kletterten. Karusakaibu als Kulturheros brachte das Kultivieren der Pflanzen bei und auch das Zeichnen der Felsbilder, die man manchmal findet.

Wiederum eine andere Version erzählt von einer Welt, in der Männer die Lebensweise der Frauen hatten und umgekehrt. Die Frauen entdeckten heilige Trompeten und spielten sie heimlich im Wald. Als die Männer dies entdeckten, nahmen sie die Lebensweise der Frauen an und verbannten die Frauen aus ihren Häusern usw.

  • Ein apokalyptischer Mythos berichtet, dass die Sonne auf die Erde fiel und alle Lebewesen tötete. Der Schöpfer sandte einen Aasgeier, um zu schauen, ob die Erde abgekühlt sei, aber er fraß die Leichen. Dann sandte er einen Raben nach vier Tagen, aber er fraß die verkohlten Knospen der Bäume. Nochmals vier Tage später sandte er eine Taube, die die Erde mit ihren Klauen zurückbrachte. Dann kam der Schöpfer auf die Erde hinunter und schuf Menschen und Tiere neu aus dem Lehm des Töpfers.
Kosmologie
  • Der Schöpfergott schuf die Sonne aus einem Menschen, der rote Augen und langes, weißes Haar hatte. Der Mond wurde aus einer Jungfrau transformiert, die weiße Haut hatte. Sonnenfinsternisse werden als große Feuer auf der Sonne interpretiert, die über die Oberfläche der Sonne hinweg fegen. Der Schamane sendet dann ein Fragment eines eisenhaltigen Meteoriten („yakpu“) zur Sonne, um sie zu befreien. Dann fällt das yakpu wieder als Feuerball zur Erde hinunter und nach der Abkühlung nimmt der Schamane es bis zur nächsten Finsternis wieder an sich.

Einzelnachweise

  1. Holger Dambeck: Tief in uns schlummert der Logarithmus. In: spiegel-online. Abgerufen am 1. Februar 2009.
  2. P. Pica, Cathy Lemer, V. Izard & S. Dehaene, (2004) « Exact and approximate Arithmetic in an Amazonian Indigene Group » Science, 306, pp. 499-503
  3. Robert F. Murphy: Matrilocality and Patrilineality in Mundurucu Society. American Anthropologist (1956) Vol. 58 (3:3): 414-433

Literatur

  • Donald Horton: The Mundurucu. in: Handbook of South American Indians. Bd 3. Smithsonian Institution Bureau of American Ethnology, Washington DC 1948, Cooper Square Publ., New York 1963, S.271-283 (Repr.).
  • Ilse Bearth-Braun: Mundurukú. Begegnungen im Amazonasgebiet. Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 1992. ISBN 3-7751-1727-X
  • O.F.M. Johannes Chrysostomus Stroemer: Die Sprache der Munduruku. Wörterbuch, Grammatik u. Texte e. Indianeridioms am Oberen Tapajoz, Amazonasgebiet. Anthropos, Mödling b. Wien 1932.
  • Gerhard Strömer: Die Mundurukú am oberen Tapajoz im Amazonasgebiet, Zentralbrasilien. Studien u. Forschung zur Gesch. u. Ethnologie e. südamerikan. Indianervolkes. Diss. Berlin 1942.

Weblinks


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