Moctezuma II.


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Darstellung Moctezumas II. im Codex Mendoza, 1541/42

Moctezuma II. (eigentlich Motēcuhzōma Xōcoyōtzin [mote:kʷ'so:ma ʃo:ko'jo:tsin], spanisch auch Montezuma; * um 1465; † 30. Juni 1520 in Tenochtitlán, Mexiko) war von 1502 bis zu seinem Tod 1520 Herrscher über das Reich der Azteken. Während der ersten siebzehn Jahre seiner Herrschaft führte er die rigide Expansionspolitik seiner Vorgänger fort; wesentlich bekannter ist er jedoch aufgrund seiner Rolle im Kampf gegen die Spanier unter Hernán Cortés während der letzten beiden Jahre seines Lebens.

Der Name Motecuzoma bedeutet auf Nahuatl „Er schaut finster drein wie ein Fürst“; den Beinamen Xocoyotzin „der Jüngere“ trug er zur Unterscheidung gegenüber seinem Vorgänger Moctezuma I. Sein Name war für die spanische Phonologie fremdartig und schwer wiederzugeben, weshalb die Spanier den König Moctezuma nannten, was später durch analogische Fehlinterpretation zu Montezuma wurde.

Leben

Moctezumas frühe Herrschaft

Moctezuma war der Sohn des Herrschers Axayacatl, der von 1471 bis 1482 über Tenochtitlán regierte. Über seinen Werdegang vor seiner Thronbesteigung ist kaum etwas bekannt, bis auf die Tatsache, dass er bis zum Tod seines Onkels Auítzotl im Jahre 1502 Hohepriester der höchsten aztekischen Gottheit Huitzilopochtli war. Während der ersten zehn Jahre seiner Herrschaft unternahm Moctezuma ausgedehnte Eroberungszüge in das Bergland des heutigen mexikanischen Bundesstaates Oaxaca, die er selbst anführte. Er verfolgte damit zum einen das Ziel, die vor seiner Herrschaft eroberten Durchgangswege sowie das Tal von Oaxaca, das reiche Tribute lieferte, zu sichern. Auf der anderen Seite sollten die bereits unterworfenen Völker durch die Demonstration der militärischen Macht der Azteken eingeschüchtert werden.

Nach den Feldzügen gegen Oaxaca konzentrierte sich Moctezuma auf die Schwächung der Tlaxcalteken und ihrer Verbündeten. Es gelang ihm, die Tlaxcalteken von fast allen Handelsverbindungen abzuschneiden. Da bei diesen Unternehmungen auch Krieger aus der 1473 von den Azteken eroberten Nachbarstadt Tlatelolco teilnahmen, erließ ihnen Moctezuma 1519 alle seitdem auferlegten Tributzahlungen, beendete die Herrschaft der Militärgouverneure und setzte dafür seinen Cousin Cuauhtémoc als neuen Herrscher ein.

Als im Jahre 1515 Nezahualpilli starb, der Herrscher über die Stadt Texcoco, die Mitglied des aztekischen Dreibunds war, griff Moctezuma mangels einer eindeutigen Nachfolgeregelung direkt in die Thronfolge ein und bestimmte eigenmächtig einen der Söhne des Nezahualpilli, Cacama, zum neuen Herrscher. Dessen Halbbruder Ixtlilxochitl fühlte sich jedoch übergangen und rebellierte. Die Rebellion dauerte noch während des Kampfes gegen die Spanier an und trieb Texcoco letztlich in deren Arme.

Die Ausdehnung des Reiches der Azteken bei Ankunft der Spanier 1519 (Das unter Moctezuma II. unterworfene Gebiet ist hellgrün unterlegt.)

Innenpolitisch bewirkte Moctezuma eine weitgehende Stärkung der Position des Adels. Er entließ nichtadelige Beamte aus ihren Ämtern und schaffte dem Adel somit Konkurrenzlosigkeit auf allen politischen Betätigungsfeldern. Die Behauptung, diese Trennung von Adel und Volk sei Bestandteil eines Jahrzehnte zuvor geschlossenen Vertrages der beiden Parteien innerhalb des Staates gewesen, um die Tepaneken zu bekämpfen, dürfte jedoch eine Erfindung Moctezumas sein, um diese Entscheidungen legitimieren zu können.[1]

Erste Kontakte mit den Spaniern

Im Jahre 1517 führte der Spanier Francisco Hernández de Córdoba eine Expedition von Kuba aus Richtung Westen und entdeckte dabei die Halbinsel Yucatán. Obwohl die Spanier nicht weiter nach Westen vordrangen, erhielt auch Moctezuma genaue Berichte über die Fremden und wusste exakt über die Stationen ihrer Reise Bescheid.[2] Er befahl, im Falle einer Rückkehr der Fremden mit ihnen Handel zu treiben und sie genau über ihre Absichten auszufragen. Bei der Ankunft der Schiffe unter dem Kommando des Juan de Grijalva im Jahr darauf wurden die Spanier, die hier erstmals von den Azteken beherrschtes Land betraten, dann auch von offiziellen Abgesandten des Moctezuma begrüßt und betrieben Tauschhandel mit den Einwohnern.

Am Gründonnerstag 1519 landete eine dritte Expedition auf San Juan de Ulúa, diesmal unter der Führung des Hernán Cortés. Sie wurden wiederum von Abgesandten des Moctezuma empfangen, der sogleich von der erneuten Ankunft der Spanier erfahren hatte. Sieben Tage nach der Landung übermittelte ihnen der Gesandte Tendile Moctezumas Wunsch, von einer direkten Begegnung mit ihm abzusehen. Da die Azteken bei dieser zweiten Begegnung auch reiche Geschenke an Gold und kostbaren Stoffen für die Neuankömmlinge mitbrachten, wurde aber deren Drang, nach Tenochtitlán zu gelangen, nur noch größer. Außerdem soll die tiefe Überzeugung der Spanier – jedenfalls, soweit es ihre Anführer betraf –, „Ungläubigen“ zu deren eigenem Heil das Christentum nahezubringen, tatsächlich eine maßgebliche Triebfeder gewesen sein[3]. Moctezuma versuchte in Folge noch mehrmals vergeblich, die Truppe durch Übersendung großzügiger Geschenke von einem „Besuch“ Tenochtitláns abzubringen; seine implizite Weigerung, mit Cortés persönlich zu sprechen, fassten die Spanier zudem als Beleidigung auf.

Begegnung mit Cortés

Hernán Cortés. Zeitgenössische Zeichnung von Christoph Weidlitz aus Augsburg, der sich 1529 in Spanien aufhielt und dort Cortés wie auch eine Truppe aztekischer Schaukünstler und Akrobaten zeichnete, die Cortés aus der Neuen Welt mitgebracht hatte.

Auch während die Spanier nach Tenochtitlán vorrückten, wurde Moctezuma permanent über deren Aufenthaltsort informiert. Er zeigte sich sehr erschrocken über die Berichte, insbesondere über die Bemühungen der Spanier, durch die Befragung Einheimischer genauere Informationen über ihn zu erhalten. Auch fühlte er sich nicht imstande, Entscheidungen bezüglich der Spanier zu treffen und fragte die aztekischen Götter bei jeder neuen Nachricht um Rat und ließ ihnen Menschen opfern, damit sie ihm eine Antwort auf seine Fragen lieferten. Ebenso wurde er zornig, als ihm seine Zauberer keine guten Prophezeiungen übermitteln konnten und ließ daraufhin sie und ihre Familien töten.

Auf ihrem Weg nach Tenochtitlán wurden die Spanier in einige Gefechte verwickelt, vor allem mit dem mit den Azteken verfeindeten Volk der Tlaxcalteken. Besonders die überlegene spanische Waffentechnik, die unter den Tlaxcalteken für immense Verluste sorgte und auch durch den Lärm und den unbekannten Geruch des Schießpulvers Angst erzeugte, war dafür verantwortlich, dass die Spanier in jedem Gefecht praktisch ohne Tote in den eigenen Reihen siegten. Ebenso spielten die spanischen Reiter eine Rolle, denn sie verschafften der Truppe einen Vorteil an Mobilität – Reittiere oder gar Pferde waren zu dieser Zeit in Amerika vollkommen unbekannt. Dies führte natürlich auch zu einer gewissen psychologischen Wirkung auf die Einheimischen. Cortés stellte die Wirkung seiner Waffen und auch der Pferde gezielt zur Schau, um die Überlegenheit der Spanier offen zu demonstrieren.[4] Dementsprechend verbreiteten sich in der Region Gerüchte von der Unbesiegbarkeit der Spanier.

Moctezuma versuchte mit allen Mitteln, die Spanier von ihrem Vorhaben abzubringen, ihn aufzusuchen: Er versprach ihnen die reichsten Geschenke, die sein Reich bieten konnte, wenn sie nur wieder abzögen.[5] Letztendlich trafen die Fremden dann aber doch am 8. November 1519 in Tenochtitlán ein. Trotz aller zuvor gezeigten Ablehnung begrüßte Moctezuma die eintreffenden Spanier. Bernardino de Sahagún berichtet, dass er zuerst eine Ansprache hielt;[6] danach berührte er vor Cortés mit der Hand den Boden und führte sie zum Gesicht. Dieser Gruß war zwischen Personen höheren Ranges üblich, Sahagún interpretiert ihn jedoch als symbolische Unterwerfung. Ihm zufolge erwähnte Moctezuma in seiner Ansprache, Cortés sei als Abgesandter eines Ahnherrn der Azteken „zurückgekehrt“. Im Anschluss daran quartierte Moctezuma die Spanier im Palast seines Vaters Axayacatl ein und überhäufte sie geradezu mit Geschenken. Im Laufe der nächsten Tage zeigte er Cortés den Marktplatz und die großen Tempel von Tenochtitlán.

Bei der Einrichtung einer kleinen Kapelle im Palast des Axayacatl, was ihnen nach einer entsprechenden Bitte bei Moctezuma erlaubt worden war, stießen die Spanier völlig unvermittelt auf Moctezumas Schatzkammer. Da die Männer des Cortés beunruhigt über die Möglichkeit waren, jederzeit in der Stadt von aztekischen Kriegern angegriffen und dort eingeschlossen werden zu können, brachten diese beiden Tatsachen sie auf den Entschluss, Moctezuma gefangen zu nehmen. Die Tötung einiger Spanier nahe Veracruz nahm ihnen den Nimbus der Unbesiegbarkeit, den sie vorher aufgrund ihrer überlegenen Waffen besessen hatten, und zwang Cortés zu einer schnellen Ausführung seines Plans. Bereits am folgenden Tag kam er unter Begleitung einiger Soldaten zu Moctezuma und zwang ihn unter dem Vorwurf, er habe den Angriff auf die Spanier nahe Veracruz befohlen, in das spanische Quartier zu kommen, wo er von nun an festgehalten wurde. Am 14. November 1519 wurde Moctezuma durch die Spanier gefangengenommen, um die Veracruz-Angreifer zu stoppen.

Gefangenschaft und Tod

Die folgenden Monate über war Moctezuma nicht viel mehr als eine Marionette der Spanier, obwohl er nominell noch seine ganze Macht besaß und sogar Untergebene empfangen durfte. Er zeigte ihnen gegenüber große Nachgiebigkeit, wie etwa bei der Forderung, in den aztekischen Tempeln christliche Heiligenbilder aufzustellen und die Bildnisse der aztekischen Götter zu entfernen, wobei er kaum Widerstand zeigte. Ebenso überließ er den Spaniern alle seine Schätze und lieferte Adelige, die offene Feindschaft zeigten, sogar den Spaniern aus. Dies führte allmählich zu einem immensen Autoritätsverlust unter den Bewohnern Tenochtitláns, was Moctezuma jedoch nicht entging. Schließlich änderte er ebenfalls seine Haltung und verlangte im April 1520 den Abzug der Spanier aus der Stadt.

Zur gleichen Zeit landete ein Trupp Soldaten unter Pánfilo de Narváez aus Kuba in Mexiko, mit dem Befehl, Hernán Cortés festzunehmen. Moctezuma erfuhr davon trotz seiner Gefangenschaft noch vor Cortés selbst und versuchte, mit den Neuankömmlingen Verhandlungen aufzunehmen, was jedoch scheiterte. Nachdem dieser mit einem Großteil seines Trupps zur Küste aufgebrochen war und nur eine kleine Gruppe in Tenochtitlán zurückgelassen hatte, heizte sich die Atmosphäre nochmals auf, denn sein Stellvertreter Pedro de Alvarado ließ die adligen Teilnehmer am aztekischen Frühlingsfest töten und provozierte einen Aufstand der Einheimischen – ohne dass Moctezuma irgendeinen Befehl zu einem Aufstand gegeben hatte. Die aufgebrachte Menge trieb die Spanier in ihre Quartiere und belagerte sie dort bis zur Rückkehr des Cortés und seiner Männer, die Ende Juni ohne angegriffen zu werden in die scheinbar leblose und verlassene Stadt einzogen.

Dort verlangte er zuerst die Wiedereröffnung der Märkte, damit die Spanier ihre Vorräte auffrischen konnten, was Cortés erst nach der Zusage erreichte, Cuitláuac freizulassen, den Bruder des Moctezuma. Dieser jedoch stellte sich sogleich an die Spitze der Aufständischen und belagerte am 30. Juni erneut die eingeschlossenen Spanier. Auf Drängen Cortés’ trat Moctezuma nun vor seine Untertanen, die ihn jedoch mit Steinen bewarfen. Laut Bernal Diaz del Castillo wurde er dabei viermal getroffen und erlag kurz darauf seinen Verletzungen, nachdem er jede ärztliche Versorgung verweigert hatte.[7] Einer anderen Version zufolge wurde er von den Spaniern hinterrücks erdolcht.[8]

Der Ausbruch, den die Spanier in der folgenden Nacht versuchten, gelang nur unter schwersten Opfern. Dennoch schaffte es Cortés, durch Verstärkungen aus Kuba seine Kräfte zu sammeln und mit Unterstützung der Tlaxcalteken, mit denen er sich verbündet hatte, Tenochtitlán zu belagern. Nach dreimonatigen Kämpfen erlosch der letzte Widerstand am 13. August 1521.

Bewertung

In der aztekischen Mythologie lebte auch die Überlieferung, der Schöpfer Quetzalcoatl – eine Gottheit mit heller Gesichtsfarbe und langem Bart – hätte bei seiner Einschiffung und Abreise nach dem geheimnisvollen Tlapallan verkündet, dereinst über den Atlantischen Ozean mit seinem Gefolge zurückzukehren, um sein Reich wieder in Besitz zu nehmen. Nun häuften sich gerade zur Zeit vor Cortés' Landung Naturereignisse und andere Erscheinungen, die seitens der mexikanischen Priesterschaft als Vorboten interpretiert wurden. Angesichts der Berichte über Herkunft und Aussehen der Spanier konnte Moctezuma nicht ausschließen, es mit den Gesandten des Gottes zu tun zu haben[9] – zumal, wenn man die unwahrscheinliche Durchschlagskraft dieser zahlenmäßig kleinen Truppe bedachte, und ihre „Feuer speienden“ Waffen. Später begründete er – als er den Ankömmlingen bereits Quartier in der Hauptstadt gewährt hatte – seine Fügsamkeit (trotz aller Macht, über die er gebot) eben damit, daß sie offenkundig Nachkommen des Gottes seien.[10]

Vom eigenen Volk wurde ihm seine zögerliche und unentschlossene Haltung bald als Schwäche ausgelegt; besonders aber von den Spaniern selbst. Francisco López de Gómara, der Biograph des Hernán Cortés, schrieb über ihn: „Moctezuma muss wohl ein schwacher und kleinmütiger Mann gewesen sein, denn er ließ sich ohne weiteres gefangen nehmen, und als Gefangener versuchte er nie freizukommen, nicht einmal, als Cortés ihm die Freiheit anbot und seine eigenen Leute ihn darum anflehten.“[11] Für die Beweggründe Moctezumas hatte er jedoch keine Erklärung.
Der bulgarisch-französische Wissenschaftler Tzvetan Todorov sieht seine Ablehnung, mit den Spaniern selbst Kontakt aufzunehmen, zum Teil in einem alten Gesetz begründet, das es seinen Untertanen verbot, direkt mit ihm zu sprechen oder ihn gar anzusehen: Ein Verstoß gegen diese Regel würde ihn auf die Ebene seiner Subjekte herablassen und ihn auf diese Weise verletzbar machen.
Warum Moctezuma wirklich so unschlüssig handelte, ist in der Forschung immer noch umstritten.[12] Auch darüber, ob die Geste bei Begrüßung der Spanier und besonders die von Bernardino de Sahagún überlieferte Rede als wirkliche Unterwerfung gelten können, herrscht Uneinigkeit. Es wird vermutet, dass dies alles von Cortés als Rechtfertigung nur erfunden wurde, um sich selbst vor dem König als rechtmäßiger Statthalter präsentieren zu können. Auch die Erwähnung des Moctezuma, Cortés wäre als Vertreter eines Ahnherrn der Azteken zurückgekehrt (Legende des Quetzalcoatl), wäre somit eine reine Erfindung der Spanier.[13]

Doch es gab auch positive Stimmen. So schrieb der Chronist Petrus Martyr von Anghiera, der zur Zeit der Eroberung Mexikos in Spanien lebte, über Moctezumas Verhältnis zu den Taten der Spanier während seiner Gefangenschaft: Diese Maßnahmen, die ihn schlimmer trafen als wenn man Schulknaben grammatische Regeln zum Auswendiglernen aufgibt, nahm er offenbar nur deshalb mit Gleichmut hin und ertrug sie alle ruhig, um eine Erhebung seiner Untertanen und Vasallen zu vermeiden. Jede persönliche Belastung erschien ihm leichter als ein Aufstand der Seinen.[14]

Die Erinnerung an die aztekische Niederlage schmerzt im mexikanischen Geschichtsbewusstsein bis zum heutigen Tag. Das Andenken an Moctezumas Nachfolger Cuauhtémoc, den letzten aztekischen Herrscher, der den Spaniern bis zuletzt hartnäckigen Widerstand leistete, wird hoch in Ehren gehalten. Doch die Einheimischen, die Cortés damals aktiv oder zumindest passiv unterstützten, gelten als Unpersonen, besonders Moctezuma und Malinche, die Dolmetscherin von Cortés. Die Passivität Moctezumas war einer der entscheidenden Faktoren bei der spanischen Eroberung Mexikos[15] und der Erfolg dieser Unternehmung veranlasste andere Konquistadoren später an anderen Orten, es Cortés gleichzutun.

Phantasiedarstellung Moctezumas II., Kupferstich von Antonio de Solis aus dem Jahr 1715

Rezeption

Moctezuma ist Thema mehrerer Opern:

  • Montezuma von Carl Heinrich Graun (1755), Libretto: Friedrich der Große
  • Motezuma von Antonio Vivaldi (1733), Libretto: Girolamo Giusti
  • Motezuma, La conquista del Messico von Gian Francesco de Majo (1765), Libretto: Vittorio Amadeo Cigna-Santi
  • Motezuma von Josef Mysliveček (Libretto: Vittorio Amadeo Cigna-Santi, UA: 23. Januar 1771, Florenz, Teatro della Pergola);
  • Die Eroberung von Mexico von Wolfgang Rihm (1987/91) Libretto nach Texten von Antonin Artaud
  • Montezuma - Fallender Adler von Bernhard Lang (Mannheim 2010)[16]

Trivia

  • Da die Eroberung Tenochtitláns, bei der Montezuma schließlich starb, dadurch begünstigt wurde, dass viele Eingeborene an der von den Europäern eingeschleppten Pockenkrankheit erkrankt waren und Montezuma einer Legende zufolge kurz vor seinem Tod einen Fluch ausgesprochen haben soll, alle Eindringlinge in seinem Land würden seine Rache zu spüren bekommen, spricht man bei dem Durchfall, an dem viele Touristen in Mittelamerika reisebedingt erkranken, in solchen Fällen (scherzhaft) von „Montezumas Rache“.[17] Seither findet diese Redewendung zunehmend auch Anwendung bei der Erkrankung an Reisedurchfall in anderen Ländern.[18]
  • Der als „Moctezumas Federkrone“ bekannte Kopfschmuck, der aus genau 400 Federn des für die Azteken heiligen Quetzal-Vogels bestehende Federkrone, befindet sich seit 1524 in Wien, heute im Völkerkundemuseum. Im Anthropologischen Museum in Mexiko-Stadt ist eine Kopie der Krone zu sehen.

Literatur

Quellen
  •  Bernal Díaz del Castillo, Georg A. Narziß (Hrsg.): Geschichte der Eroberung von Mexiko. Insel, Frankfurt am Main 1988 (Originaltitel: Historia verdadera de la conquista de la Nueva España), ISBN 3-458-32767-3 (Augenzeugenbericht eines spanischen Soldaten).
  •  Hernán Cortés: Die Eroberung Mexicos. Drei Berichte an Kaiser Karl V.. 5. Auflage. Insel, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-458-32093-8 (Während der Eroberung Mexikos verfasste Briefe des Hernán Cortés an Kaiser Karl V., in denen er seine Vorgehensweise bei der Eroberung erklärt und rechtfertigt).
  •  Bernardino de Sahagún, Alfredo López Austin, Josefina García Quintana (Hrsg.): Historia general de las cosas de la Nueva España. 3. Auflage. México 2000 (spanisch, im Auftrag der Spanier Mitte des 16. Jahrhunderts verfasstes Werk, u. a. über die Geschichte der Azteken).
Sekundärliteratur
  •  William H. Prescott: Die Eroberung Mexikos. DBG, Berlin 1956 (Original: History of the Conquest of Mexico, 1843).
  •  Maurice Collis: Cortés and Montezuma. New Directions Publishing Corporation, New York 1999, ISBN 0-8112-1423-0.
  •  Michel Graulich: Montezuma ou l’apogée et la chute de l’empire aztèque. Fayard, Paris 1994, ISBN 2-213-59303-5.
  •  Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte - Kultur - Religion. 4. Auflage. C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-45835-1.
  •  Hugh Thomas: Die Eroberung Mexikos. Cortés und Montezuma. Fischer Taschenbuch 14969, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-14969-X.
  •  Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas - Das Problem des Anderen. 8. Auflage. edition suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-11213-9.
  •  Germán Vázquez: Moctezuma. Quorum, Madrid 1987, ISBN 84-7679-034-1.

Einzelnachweise

  1. Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte – Kultur – Religion. 4. Aufl., Verlag C.H. Beck, München, 2006, S. 103.
  2. Bernal Díaz del Castillo: Geschichte der Eroberung von Mexiko (herausgegeben und bearbeitet von Georg A. Narziß, spanischer Originaltitel: Historia verdadera de la conquista de la Nueva España). Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1988, S. 42f.
  3. William H. Prescott: Die Eroberung Mexikos. DBG, Berlin 1956
  4. Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Suhrkamp Edition, 8. Auflage, Frankfurt am Main 2002, S. 141
  5. Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Suhrkamp Edition, 8. Auflage, Frankfurt am Main 2002, S. 89
  6. zitiert in: Bernal Díaz del Castillo: Geschichte der Eroberung von Mexiko (herausgegeben und bearbeitet von Georg A. Narziß). Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1988, S. 202
  7. Bernal Díaz del Castillo: Geschichte der Eroberung von Mexiko (herausgegeben und bearbeitet von Georg A. Narziß). Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1988, S. 294
  8. Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Suhrkamp Edition, 8. Auflage, Frankfurt am Main 2002, S. 74
  9. William H. Prescott: Die Eroberung Mexikos. DBG, Berlin 1956; S. 68f
  10. William H. Prescott: Die Eroberung Mexikos. DBG, Berlin 1956; S. 213
  11. zitiert in: Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Suhrkamp Edition, 8. Auflage, Frankfurt am Main 2002, S. 73f., nach Francisco López de Gómara: Historia de la conquista de México, P. Robredo, Mexiko-Stadt 1943
  12. Hanns J. Prem: Die Azteken: Geschichte - Kultur - Religion (aus der Reihe „Beck Wissen“). Verlag C.H. Beck, 4. Auflage, München 2006, S. 112
  13. Hanns J. Prem: Die Azteken: Geschichte – Kultur – Religion (aus der Reihe „Beck Wissen“). Verlag C.H. Beck, 4. Auflage, München 2006, S. 111f.
  14. zitiert in: Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Suhrkamp Edition, 8. Auflage, Frankfurt am Main 2002, S. 73, nach: Petrus Martyr von Anghiera: De Orbe Novo (deutsche Übersetzung: Acht Dekaden über die Neue Welt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1972–1975.)
  15. Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen. Suhrkamp Edition, 8. Auflage, Frankfurt am Main 2002, S. 78
  16. Stephan Hoffmann, Todes-Psychedelik: "Montezuma"-Oper in Mannheim, Welt-Online, 31. März 2010
  17. Über den Ursprung der Redewendung „Montezumas Rache“ für Reisedurchfall; Abruf: 2. Mai 2011.
  18. Redewendung „Montezumas Rache“ bezieht sich nicht mehr allein auf Reisedurchfall in Mittelamerika; Abruf. 2. Mai 2011.

Weblinks

 <Lang> Commons: Moctezuma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Paläoanthropologie | Hominine
hominid oder hominin
Diese Frage sorgt sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Fachwelt oft für Verwirrung, denn es geht um so abstrakte biologische Begriffe wie »Systematik« und »Taxonomie«, also um die korrekte Benennung oder Einordnung von Lebewesen und Fossilien oder die Darstellung komplexer, biologischer Verwandtschaftsbeziehungen im System des Lebens.
Anatomie | Hominine
Sahelanthropus tchadensis
In der Djurab-Wüste im Tschad in Zentralafrika wurde im Jahr 2001 ein fossiler Schädel und mehrere Unterkiefer und Zähne einer möglicherweise aufrecht gehenden Primatenart entdeckt, deren Alter auf 6 bis 7 Millionen Jahre geschätzt wird.
Paläontologie | Primaten
Omomyiden und Adapiden

Koboldmaki-ähnliche Primaten (Omomyiden)

Teilhardina, eine Primatengattung aus der Familie Omomyidae (Unterfamilie Anaptomorphinae), wurde nach Pierre Teilhard de Chardin benannt, Jesuit, Philosoph und Paläontologe.
Datierung
Radiocarbon-Datierung
Die Radiokarbon- oder Kohlenstoff-14 Datierung ist vielleicht das bekannteste Verfahren zur absoluten Datierung.
Erdgeschichte | Datierung
Paläomagnetische Polaritätsstratigraphie, Paläomagnetismus
Diese Datierungsmethode erfordert eine vorherige Kalibrierung.
Datierung
Aminosäure Racemisierung
Diese Datierungsmethode beruht auf der langsamen chemischen Umwandlung von linksdrehenden Aminosäuren in lebenden Organismen in ihre rechtsdrehenden Gegenstücke.
Erdgeschichte | Datierung
Thermolumineszenz, optisch angeregte Lumineszenz und Elektronenspin-Resonanz
Die Grundlage dieser Verfahren ist die gleiche: sie messen die Anzahl von Elektronen, die in Defekten in der Gitterstruktur von Kristallen gefangen sind.
Erdgeschichte | Datierung
Uranreihen-Datierung
Es gibt mehrere chemische Elemente, die natürlich vorkommende radioaktive Isotope des Urans sind.
Erdgeschichte | Datierung
Spaltspurdatierung
Die Spaltspurdatierung beruht auf dem spontanen radioaktiven Zerfall (fission) von Uran-238 (238U), wobei eine Spur (track) von Defektlinien in der Nähe des Uran-Atoms entsteht.
Erdgeschichte | Datierung
Kalium-Argon Datierung
Mit der in den 19-fünfziger Jahren entwickelten Kalium-Argon-Methode kann man Vulkanasche- und Tuffgesteine datieren.
Werkzeuge | Paläontologie | Datierung
Die Datierung von Fossilien und Artefakten
Nur wenn man das Alter paläontologischer und archäologischer Funde abschätzen kann, läßt sich für die Evolution ein zeitlicher Ablauf rekonstruieren.
Taxonomie | Hominine | Australopithecus
Die Gattung Australopithecus
Australopithecus ist der Gattungsname von mehreren aufrechtgehenden Menschenaffen, die ab dem späten Miozän in Afrika verbreitet waren.
Taxonomie | Stammbaum | Darwin
Charles Darwin und die Abstammung des Menschen
Für seine lange Reise an Bord der »Beagle«, die ihn in fünf Jahren um die Welt führen sollte, packte sich der junge Charles Darwin auch die eben erschienenen »Prinzipien der Geologie von Charles Lyell ein.
Anatomie
Das menschliche Skelett von vorne
Das menschliche Skelett besteht aus gut 212 Knochen (individuell verschieden; üblich angegebene Zahlen liegen zwischen 206 und 214).
Anatomie
Anatomische Terminologie
Die Lage- und Richtungsbezeichnungen dienen in der Anatomie zur Beschreibung der Position und des Verlaufs einzelner Strukturen.
Anatomie | Gehirn
Der menschliche Schädel
Der menschliche Schädel - evolution-mensch.
Anatomie
Das menschliche Skelett von hinten
Das menschliche Skelett von hinten - evolution-mensch.
Taxonomie | Hominine | Feuer | Homo heidelbergensis
Homo heidelbergensis
Der allmähliche Übergang vom Homo erectus über Homo heidelbergensis zum Neandertaler ist durch ungewöhnlich zahlreiche Fossilien sehr gut belegt.
Taxonomie | Hominine
Homo erectus
Als die Paläoanthropologie noch eine junge Wissenschaft war, kannte man nur zwei verschiedene Spezies von frühen Menschen: den Neandertaler und den Homo erectus.
Taxonomie | Hominine
Homo ergaster (H. georgicus)
Die fossilen Überreste dieses Frühmenschen wurden seit 1991 unter Leitung von David Lordkipanidse bei Dmanisi in Georgien ausgegraben.
Taxonomie | Hominine
Homo ergaster
Der Art Homo ergaster - was soviel wie "der Handwerker" bedeutet - werden von vielen Forschern die frühen afrikanischen Fossilien des Homo erectus mit einem Alter von 1,8 bis 1,5 Millionen Jahren zugeordnet.
Hominine
Australopithecus sediba
Australopithecus sediba ist die neueste Art eines Australopithecinen, dessen Überreste auf das Pleistozän mit einem Alter von 1,78 bis 1,95 Jahren datiert wurden [2].
Hominine | Australopithecus
Australopithecus afarensis
Australopithecus afarensis aus dem mittleren und späten Pliozän Äthiopiens, Tansanias und Kenias ist nach Australopithecus anamensis eine der ältesten und primitivsten Arten von Australopithecus.
Hominine | Homo
Kenyanthropus platyops
Meave Leakey und Justus Erus fanden im Jahr 1999 in Lomekwi, an der Westseite des Turkanasees in Kenia die außergewöhnlichen Fossilien eines bis dahin unbekannten Homininen.
Hominine
Australopithecus anamensis
Die ersten Fossilien von Australopithecus anamensis wurden in der Region Kanapoi östlich des Lake Turkana bereits im Jahre 1965 entdeckt.
Physiologie
Das Gehirn in der Evolution des Menschen
Obwohl das Gehirn eines Menschenaffen nicht so verschieden ist, wie dies oft dargestellt wird, gibt es natürlich gewisse Unterschiede in Größe und Form.
Hominine
Australopithecus (Paranthropus) aethiopicus
Mit der Entdeckung von KNM-WT 17000, dem „schwarzen Schädel“, im Jahr 1986 konnte man einen wichtigen Mosaikstein zum Gesamtbild der Australopithecinen hinzufügen.
Hominine
Australopithecus africanus
Australopithecus africanus ist ein ausgestorbener, aufrecht gehender Vormensch aus der Unterfamilie Australopithecinae (innerhalb der Familie Hominidae), der in Süd- und Ostafrika verbreitet war.
Paläontologie | Primaten
Die ersten echten Primaten

Früheste moderne Primaten

Primaten, die bereits große Ähnlichkeit mit heutigen Lemuren, Loris und Koboldmakis haben - die ersten Euprimaten - erscheinen im frühen Eozän in Belgien, Frankreich, England und Wyoming.
Fossil | Australopithecus
LH 4 - Typusexemplar - Australopithecus afarensis
Vielleicht war Louis Leakeys vorgefasste Ansicht über das Wesen des "wahren Menschen" der Grund, warum er den linken unteren Eckzahn eines Homininen nicht erkannte, der 1935 in Laetoli zusammen mit zahlreichen anderen Wirbeltierfossilien aus dem Pliozän gefunden wurde.
Paläoökologie | Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Die Erfindung der Landwirtschaft
Ein gutes Beispiel für die Domestikation ist Weizen, die bis heute wichtigste Nutzpflanze der Menschheit.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Ackerbau und Viehzucht
Die Weisheit der Jäger und Sammler bestand darin, wie es der amerikanische Anthropologe John E.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Erste Hochkulturen
Während aus der frühesten sumerischen Bilderschrift die Keilschrift entstand, entwickelten die alten Ägypter um 3000 v.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Die ersten Bauern
Das Einbringen und Lagern von Getreide und anderen Früchten erforderte neue Werkzeuge und Transportgefäße.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Erste Dörfer und Städte
Dorfähnliche Siedlungen gab es schon in der Altsteinzeit an besonders begünstigten Orten.
Sprache | Nach der Eiszeit | Archäologie
Die ersten Schriften
Drei Erfindungen machten vor allen anderen den Menschen zu dem, was er heute ist: Feuer, Landwirtschaft und Schrift.
Paläoökologie | Nach der Eiszeit | Erdgeschichte
Was ist eine Eiszeit
Eigentlich ist die Erde ein wohltemperierter Planet.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Bronze, Eisen und Handel
Anders als die althergebrachten Werkstoffe Stein, Holz oder Ton kommen Metalle in reiner Form nur sehr selten vor.
Werkzeuge | Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie | Feuer
Megalithen und Metalle
Zu allen Zeiten versuchten Menschen, aus ihrem Leben das Beste zu machen: Sie nutzten das Angebot der Natur nach bestem Wissen aus, und manchmal erweiterten sie dieses Wissen durch zufällige oder scharfsinnige Beobachtungen.
Sprache | Paläoökologie | Gehirn
Die menschliche Sprache - Wie, wann, und warum
Eine lange Leitung zu haben, gilt als wenig schmeichelhaft.
Genetik | Sprache | Wanderungen
Die menschliche Sprache - Die Suche nach dem Ursprung
Mit grausamen Experimenten wollten Menschen immer wieder dem Ursprung der Sprache auf die Spur kommen.
Sprache
Sprache - Informationsaustausch von Gehirn zu Gehirn
Der Cro-Magnon-Mensch war weder stärker als der Neandertaler, noch hatte er ein größeres Gehirn.
Anatomie | Physiologie | Sprache
Anatomie der Sprache
Tonbandaufnahmen aus grauer Vorzeit gibt es leider nicht.
Physiologie | Genetik | Sprache
Die Sprache des Neandertalers
Der Neandertaler lebte in einer sprachlosen Welt - zu dieser Einsicht konnte man zumindest gelangen, wenn man die zahlreichen Analysen seiner Schädelbasis betrachtete, denn die Schädelwölbungen zeigten, dass der Kehlkopf höher im Hals gelegen haben muss, was die Vielfalt seiner Laute erheblich einschränken musste. Beim modernen Menschen sitzt der Kehlkopf tief unten im Hals und ermöglicht uns so ein breites Spektrum von Lauten. Dass die Neandertaler über eine Sprache miteinander kommunizierten, hielten viele Forscher deshalb für wenig wahrscheinlich. Wie aber hätten die frühen Menschen ihr Überleben in der freien Natur ohne das entscheidende Mittel der Kommunikation sichern können?