Bernhard Neutsch


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Bernhard Neutsch (* 5. März 1913 in Weimar; † 8. August 2002 in Innsbruck) war ein deutscher Klassischer Archäologe.

Bernhard Neutsch wurde für sein weiteres Leben durch seine Heimat, die „Goethestadt Weimar“ geprägt. Er studierte an der Universität Jena im Hauptfach Klassische Archäologie, daneben Alte Geschichte, Klassische Philologie, Kunstgeschichte und Philosophie. 1939 wurde er dort mit der Dissertation Der Maler Nikias von Athen. Ein Beitrag zur griechischen Künstlergeschichte und zur pompejanischen Wandmalerei promoviert. Daran schloss sich nicht wie geplant die wissenschaftliche Karriere, sondern die Teilnahme als Soldat am Zweiten Weltkrieg und die daraus resultierende Gefangenschaft an. Nach der Entlassung wurde er Mitarbeiter am kunsthistorischen Institut der Universität Marburg und war danach 1946 bis 1948 am Wiederaufbau des Archäologischen Instituts der Universität Heidelberg und insbesondere der Neuordnung dessen archäologischer Sammlung beteiligt. 1948 organisierte er mit Die Welt der Griechen im Bilde der Originale der Heidelberger Universitätssammlung die erste Nachkriegsausstellung antiker Kunst. 1949 habilitierte er sich in Heidelberg mit der Arbeit Studien zur vortanagräischattischen Koroplastik. Für die Arbeit wurde Neutsch für den Zeitraum 1949/50 neben Herbert von Buttlar das erste Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts verliehen, nachdem es ihm schon 1941/42 für seine Dissertation zugesprochen worden war, Stipendien zwischen 1939/40 und 1949/50 kriegsbedingt nicht angetreten werden konnten. Er bereiste als Stipendiat Italien, Griechenland, die Türkei, den Libanon und Ägypten. 1951 heiratete er. Mit seiner Frau hatte er vier Söhne.

Reste von Herakleia und Siris im Archäologischen Park von Policoro

Nach dem Ende des Reisestipendiums blieb Neutsch bis 1956 am Deutschen Archäologischen Institut Rom, wo er sich am Wiederaufbau der ältesten Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) beteiligte. Zeitweise war er Zweiter Direktor der Abteilung. Zu seinen Aufgaben gehörten Redaktionsarbeiten, die Pflege der Außenkontakte, aber auch archäologische Führungen. Die Zeit in Italien prägte Neutsch. Kontakte etwa zum Istituto di Storia Antica an der Universität Padua hielt er sein Leben lang aufrecht. Sie beschränkten sich nicht auf oberflächliche Kontakte, sondern drückten sich auch durch das Halten von Vorträgen oder die Mitbetreuung von Dissertationen aus. Er begleitete die Nachkriegsgrabungen vor allem in Unteritalien sehr eng und berichtete hierüber, insbesondere über die Magna Graecia-Forschung, nach Deutschland. 1956 begann er mit der Erforschung von Nekropolen in Palinuro und Vallo di Diano. In Policoro war er an der Entdeckung weiter Teile der griechischen Kolonie Herakleia und dessen berühmten Demeterheiligtums beteiligt. Auch die archaische Vorgängersiedlung Siris konnte lokalisiert werden.

Seit 1956 hatte Neutsch seinen beruflichen Lebensmittelpunkt wieder in Deutschland. Zunächst vertrat er 1956 Roland Hampe auf dessen Lehrstuhl in Heidelberg. 1965 wurde er dort zum Akademischen Rat und Professor ernannt. Seit 1968 war Neutsch mit der Neueinrichtung eines Archäologischen Instituts an der Universität Mannheim betraut. Hier blieb er als Akademischer Rat bis 1972. Erst sein Nachfolger Wolfgang Schiering erreichte 1981 die Umwandlung der Ratsstelle in eine Professur. Schon 1968 wurde er aber zum Honorarprofessor in Mannheim ernannt, was er auch nach seinem Weggang blieb. 1970/71 war er Dekan in Mannheim. 1972 wurde Neutsch als Nachfolger Alfons Wotschitzkys als Ordentlicher Universitätsprofessor und Vorstand des Archäologischen Instituts und seines Museums an die Universität Innsbruck berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung zehn Jahre später lehrte. Ihm folgte mit Elisabeth Walde die erste Frau in dieser Position. 1974 weilte er als Gastprofessor an der Universität Tokyo, wo er sich unter anderem auch mit den altjapanischen Heiligtümern beschäftigte. 1978 wurde er zusätzlich Honorarprofessor an der Universität Karlsruhe. Während seiner Zeit in Innsbruck setzte er die schon in der Mannheimer Zeit begonnene Grabungstätigkeit in der Pflanzstadt ionischer Griechen Elea in Verbindung mit dem Innsbrucker Institut fort. Dabei arbeitete er eng mit dem Innsbrucker Bauforscher Johannes Daum und dem Soprintendenten der archäologischen Region, Mario Napoli, zusammen. Dieses Engagement, das bei den jährlichen Grabungskampagnen auch immer die Studenten mit einschloss, führte zur Einrichtung einer Magna-Graecia-Forschungsstelle am Innsbrucker archäologischen Institut und bestimmt die Ausrichtung des Instituts bis heute mit. Lange Jahre leitete Neutsch' Schülerin Brianna Otto die Ausgrabungen in Herakleia. 1979 initiierte er mit Johannes B. Trentini die Archäologische Gesellschaft Innsbruck, 1981 betreute er mit Daum die Jahrestagung der Koldewey-Gesellschaft in Innsbruck. Nach seiner Emeritierung 1983 nahm er seinen Alterswohnsitz an seiner letzten akademischen Wirkungsstätte in Innsbruck, wo er bis zu seinem Tod 2002 lebte.

Neutsch erfuhr für sein Wirken vielfache Ehrungen. Neben zwei Honorarprofessuren wurde ihm 1973 das Ritterkreuz der Italienischen Republik verliehen. 1983 erhielt er das Große silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich. Schon seit 1967 war er Ehrenbürger von Policoro, 1987 wurde ihm zudem die Auszeichnung Premio della Siritide verliehen. Er war Mitglied des Deutschen und des Österreichischen Archäologischen Instituts sowie des Istituto veneto di scienze, lettere ed arti in Venedig. 1980 wurde ihm die Festschrift Forschungen und Funde gewidmet, zu der 60 frühere Schüler und internationale Fachwissenschaftler Beiträge beisteuerten. 1984 durfte der prägnante Redner die Eröffnungsrede des 26. Magna-Graecia-Kongress in Tarent halten: L'incontro di Goethe con le antichità della Magna Graecia.

Zentraler Forschungsschwerpunkt Neutsch' waren die Forschungen zur Magna Graecia. Hier nahm er an Feldforschungen in Elea, Herakleia und Paestum teil. Doch forschte er weit darüber hinaus: zur minoischen Palastkultur, antiken Wand- und Vasenmalerei (etwa zu Exekias) bis hin zur Antikerezeption, insbesondere zu Goethes Verhältnis zur Antike.

Schriften

  • Herausgeber: Die Welt der Griechen im Bilde der Originale der Heidelberger Universitätssammlung. Katalog der Jubiläumsausstellung zur 100-Jahr-Feier der Sammlungen des Archäologischen Instituts Heidelberg im Sommersemester 1948, Kerle, Heidelberg 1948
  • Der Sport im Bilde griechischer Kunst, Scherer Verlag Willsbach, Heidelberg 1949 (Der Kunstspiegel)
    • japanische Ausgabe: Girishia geijutsu to supôtsu, Yôtoku-sha, Tôkyô 1965
  • Studien zur vortanagräisch-attischen Koroplastik, de Gruyter, Berlin 1952
  • Tas nunphas emi iaron : zum unterirdischen Heiligtum von Paestum, Winter, Heidelberg 1957 (Abhandlungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse; Jahrgang 1957, Abhandlung 2)
  • mit Rudolf Naumann: Palinuro. Band 2: Nekropole, Terrassenzone und Einzelfunde, Kerle, Heidelberg 1960 (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung, Band 4)
  • Herausgeber: Herakleiastudien, Kerle, Heidelberg 1961 (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung, Ergänzungsheft 11; Archäologische Forschungen in Lukanien, Band 2)

Literatur

  • Friedrich Krinzinger (Herausgeber): Forschungen und Funde. Festschrift Bernhard Neutsch, Institut für Sprachwissenschaften, Innsbruck 1980 ISBN 3-85124-074-X, (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft, Band 21)
  • Michaela F. Rossini: „Semper Apertus“. Bernhard Neutsch – ein Wanderer auf den Spuren des Altertums, In: Antike Welt 30 (1999), S. 89–90
  • Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien 72 (2003), S. 13–15.

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Werkzeuge | Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie | Feuer
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Die menschliche Sprache - Die Suche nach dem Ursprung
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Sprache
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Die Sprache des Neandertalers
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