Azteken-Kalender


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Einer der Ringe des 24 Tonnen schweren Steins der Sonne beinhaltet 20 Tageszeichen, weshalb dieser Stein manchmal auch als Kalenderstein bezeichnet wurde.

Der Azteken-Kalender besitzt große Ähnlichkeit mit dem älteren Maya-Kalender. Er verwendet zum Beispiel auch eine 52-jährige Kalenderrunde. Allerdings weichen die Datumsbezeichnungen voneinander ab. Der Azteken-Kalender verfügt außerdem nicht über die strikt eingehaltene Lange Zählung des Maya-Kalenders. Nur in sehr wenigen Fällen wurden bei den Azteken die zurückliegenden Jahresbündel von je 52 Jahren in Form von mehreren Ährenbündeln dargestellt.

Monate

Das bürgerliche aztekische Jahr besteht aus 18 Perioden zu je 20 Tagen (meist Monde genannt, obwohl keine Beziehung zum Mond besteht). Der bürgerliche Kalender wird auch mit Xiuhpohualli, Jahreszählung (xihuitl = aztekisch für Jahr), bezeichnet. Eine Unterteilung in kleine Abschnitte zu 5 Tagen wurde für die Festlegung von Markttagen benutzt, hatte aber keine kalendarische Relevanz.

Die bürgerlichen „Monate“ werden nach dem Fest benannt, das an den letzten Tagen stattfand:

Nr. Name (Aussprache) Bedeutung Dauer (1519)
1. Atlcauallo (atl-kawallo)
auch: Cuahuitlehua (kwawitlewa)
Nachlassen der Wasser
auch: Bäume erheben sich
14.2. - 5.3.
2. Tlaca-xipe-ualiztli (tlaka-schipe-walistli)
auch: Coailhuitl (koailwitl)
Fest des Menschenschindens 6.3. - 25.3.
3. Tozoztontli (tosostontli) kleine Nachtwache 26.3. - 14.4.
4. Hue-itozoztli (we-itosostli) große Nachtwache 15.4. - 4.5.
5. Toxcatl (toschkatl) Trockene Zeit (?) 5.5. - 24.5.
6. Etzalqualiztli (etsalkwalistli) Bohnenbrei-Essen 25.5. - 13.6.
7. Te-cu-ilhui-tontli (teku-ilwitontli) kleines Prinzenfest 14.6. - 3.7.
8. Hue-itecu-ilhuitl (we-iteku-ilwitl) großes Prinzenfest 4.7. - 23.7.
9. Micca-ilhui-tontli (mikka-ilwi-tontli)
auch: Tlaxo-chimaco (tlascho-tschimako)
kleines Totenfest
auch: Blumenopfer
24.7. - 12.8.
10. Hue-micca-ilhuitl (we-mikka-ilwitl)
auch: Xocotl-huetzi (schokotl-wetsi)
großes Totenfest
auch: Fallen der Früchte
13.8. - 1.9.
11. Ochpaniztli (Otschpanistli) Straßenfegen 2.9. - 21.9.
12. Teotleco (teotleko)
auch: Pachtontli (patschtontli)
Ankunft der Götter
auch: Kleines Heu-Fest
22.9. - 11.10.
13. Tepe-ilhuitl (tepe-ilwitl)
auch: Hueypachtli (Wei-patschtli)
Fest der Berge
auch: Großes Heu-Fest
12.10. - 30.10.
14. Quecholli (ketscholli) kleiner Vogel 1.11. - 20.11.
15. Pan-quetzal-iztli (pan-ketzal-istli) Aufstellen der Quetzalfederfahnen 21.11. - 10.12.
16. Atemoztli (atemostli) Fallen der Wasser 11.12. - 30.12.
17. Tititl (tititl) Gehemmt (?) 31.12. - 19.1.
18. Izcalli (iskalli) Wachstum 20.1. - 8.2.

Am Ende dieser 360 Tage werden fünf „Nichttage“ (nemontemi) angehängt. Diese heißen auch „leere“ oder „unglückliche“ Tage.

Neben dem bürgerlichen Kalender, der sich an der Sonne orientierte, gab es noch den rituellen Kalender mit dem Namen Tonalpohualli, Tages[zeichen]zählung.

Der rituelle Kalender wurde vornehmlich von Priestern und Wahrsagern verwendet. Er verwendet eine 13-tägliche Periode, die mit den Zahlen 1 bis 13 ausgedrückt wurde, und 20 Zeichen (Namen und Bilder von Tieren, Pflanzen und Naturerscheinungen), die in Kombination 260 Tage ergeben.

Weil 365 (die Tage des bürgerlichen Jahres) und 20 (die Zeichen des Ritualkalenders) den größten gemeinsamen Teiler 5 haben, kann nur jedes fünfte Zeichen auf einen bestimmten Tag des Jahres fallen. Die Jahre stehen deshalb rotierend unter allen 13 Zahlen aber nur 4 Zeichen, die mit den vier Himmelsrichtungen, verbunden werden:

  • Osten - Rohr (acatl)
  • Norden - Feuerstein oder Steinmesser (tecpatl)
  • Westen - Haus (calli)
  • Süden - Kaninchen (tochtli; spr. totschtli)

52-Jahres-Zyklen

Aus der Kombination der Jahre mit den 13 Zahlen und 4 Zeichen ergeben sich 52 Möglichkeiten für die Benennung der Jahre. Daraus wird eine Periode abgeleitet, der mit dem Jahr „1-Kaninchen“ beginnt, gefolgt von „2-Rohre“, „3-Feuerstein“, „4-Haus“ usw. bis mit „13-Kaninchen“ alle Namenszeichen dreizehnmal an der Reihe waren. Darauf folgt die Neufeuerzeremonie unter dem Zeichen des Feuerbohrers. Die letzte Neufeuerzeremonie fand Ende Januar/Anfang Februar 1507 statt.

Eine zweiundfünfzigjährige Periode nennt man xiuhmolpilli, Jahresbündel. Ein Jahresbündel besteht aus vier tlalpilli genannten Zyklen. Ein tlalpilli besteht somit aus dreizehn aztekischen Jahren. Zwei Jahresbündel bildeten zusammen ein Alter, cehuehuetiliztli, von 104 Jahren.

Erster Tlalpilli
deutscher Name aztekischer Name
1. Kaninchen Ce Tochtli
2. Rohre Ome Acatl
3. Feuerstein Jei Tecpatl
4. Haus Nahui Calli
5. Kaninchen Macuilli Tochtli
6. Rohre Chicuace Acatl
7. Feuerstein Chicome Tecpatl
8. Haus Chicuei Calli
9. Kaninchen Chicuhnahui Tochtli
10. Rohre Matlactli Acatl
11. Feuerstein Matlactli ozce Tecpatl
12. Haus Matlactli omome Calli
13. Kaninchen Matlactli omey Tochtli
Zweiter Tlalpilli
deutscher Name aztekischer Name
1. Rohre Ce Acatl
2. Feuerstein Ome Tecpatl
3. Haus Jei Calli
4. Kaninchen Nahui Tochtli
5. Rohre Macuilli Acatl
6. Feuerstein Chicuace Tecpatl
7. Haus Chicome Calli
8. Kaninchen Chicuei Tochtli
9. Rohre Chicuhnahui Acatl
10. Feuerstein Matlactli Tecpatl
11. Haus Matlactli ozce Calli
12. Kaninchen Matlactli omome Tochtli
13. Rohre Matlactli omey Acatl
Dritter Tlalpilli
deutscher Name aztekischer Name
1. Feuerstein Ce Tecpatl
2. Haus Ome Calli
3. Kaninchen Jei Tochtli
4. Rohre Nahui Acatl
5. Feuerstein Macuilli Tecpatl
6. Haus Chicuace Calli
7. Kaninchen Chicome Tochtli
8. Rohre Chicuei Acatl
9. Feuerstein Chicuhnahui Tecpatl
10. Haus Matlactli Calli
11. Kaninchen Matlactli ozce Tochtli
12. Rohre Matlactli omome Acatl
13. Feuerstein Matlactli omey Tecpatl
Vierter Tlalpilli
deutscher Name aztekischer Name
1. Haus Ce Calli
2. Kaninchen Ome Tochtli
3. Rohre Jei Acatl
4. Feuerstein Nahui Tecpatl
5. Haus Macuilli Calli
6. Kaninchen Chicuace Tochtli
7. Rohre Chicome Acatl
8. Feuerstein Chicuei Tecpatl
9. Haus Chicuhnahui Calli
10. Kaninchen Matlactli Tochtli
11. Rohre Matlactli ozce Acatl
12. Feuerstein Matlactli omome Tecpatl
13. Haus Matlactli omey Calli

Schaltjahre

Es ist in der Fachwelt sehr umstritten, ob die Azteken einen Schaltmechanismus verwendeten oder nicht.

Bald nach der spanischen Eroberung bemühten sich die Missionare um den aztekischen Kalender mit der Absicht, die zu bestimmten Tagen ausgeführten „heidnischen“ Riten zu erkennen und bekämpfen zu können. Dazu war eine Parallelisierung beider Kalender erforderlich. Frühe Autoren sagen dies ganz eindeutig, so Motolinia, der um 1540 schrieb: „Diese (Indianer) haben schon gemerkt und verstanden, dass ihr Jahr fehlerhaft war, und als die Spanier kamen, wollten sich die Kalenderspezialisten und die Philosophen beraten um das Fehlen des Schaltjahres, das sie nicht hatten, zu beseitigen“ [1]. In einem etwas früheren Text hatte Francisco de las Navas ähnliches gemeldet: „Diese Eingeborenen waren immer verwirrt, weil sie kein Schaltjahr hatten. … Deshalb ist es erforderlich, damit sie das Schaltjahr ausführen wie wir und zum gleichen Zeitpunkt, dass das Schaltjahr immer … auf das Jahr tecpatl fällt … und immer der 15. Tag ihres 3. Monats sei mit dem Tageszeichen malinalli was dem 24. Februar entspricht“ [2]. Auch die beste Autorität für die aztekische Kultur, der Franziskaner Bernardino de Sahagún, der nach mehreren Jahrzehnten Forschungsarbeit um 1580 seine Historia General de las Cosas de Nueva España fertig gestellt hatte, schreibt dort zum Schaltjahr: „es gibt ein weiteres Fest, das nur alle vier Jahre gefeiert wird, … und es ist wahrscheinlich und es gibt Vermutungen, dass sie zu diesem Fest ihr Schaltjahr durchführten“ [3].

Eine andere Schaltungsmethode wurde von dem Autor des späten 17. Jahrhunderts, Gemelli Carreri, geschildert. „Sie hielten ein Fest für die 13 Schalttage bis zum 10. April“ [4], nämlich nach einem xiuhmolpilli von 52 Jahren. Diese Aussage wurde später von anderen übernommen, so von Alexander von Humboldt, der den Schaltmechanismus in seinem Werk folgendermaßen beschreibt: „Am Ende jedes 52-Jahres-Zyklus wurden 13 Tage eingeschaltet.“

Eine Schaltung hätte auf jeden Fall die enge Koppelung zwischen dem 260-tägigen Kalender und dem (ungeschalteten) Jahr von 365 Tagen zerstört, auf der u. a. die Bezeichnungen der Jahre beruhen. Moderne Versuche, diesen Widerspruch aufzulösen, müssen deshalb entweder einen völlig namenlosen, nicht gezählten Schalttag annehmen oder einen doppelt langen Tag (Castillo Farreras). Für beides gibt es keinen belastbaren Nachweis. Vielmehr existieren im Hochland von Guatemala bis in die Gegenwart bei verschiedenen Ethnien Kalender, in denen der 260-tägige Kalender mit dem aztekischen synchron ist, was das Überspringen von Tagen eindeutig ausschließt.

Eine Schaltung des aztekischen Kalenders scheint demnach auf Bemühungen von Mönchen zurückzugehen und ihre Aussagen beschreiben diese Versuche und nicht die vorspanische Realität.

Ein sehr bekannter und anerkannter Maya-Forscher, Michael D. Coe von der Yale University, meint in einer seiner Veröffentlichungen: „there is no evidence that the Mesoamericans ever intercalated days or leap years.“ Er bezieht sich aber nicht direkt auf den aztekischen Kalender.

Tageszyklus (Tonalpohualli)

Wie bei den Jahren werden auch die Tage abwechselnd nach den Himmelsrichtungen benannt. Hier hat allerdings jede Himmelsrichtung fünf Zeichen, wodurch sich insgesamt 20 Tageszeichen ergeben:

O cipactli (Krokodil oder Alligator)
N ehecatl (Wind)
W calli (Haus)
S cuetzpalin (Eidechse)
O coatl (Schlange)
N miquiztli (Tod)
W mazatl (Hirsch)
S tochtli (Kaninchen)
O atl (Wasser)
N itzcuintli (Hund)
W ozomatli (Affe)
S malinalli (Gras)
O acatl (Rohr)
N ocelotl (Jaguar oder Ozelot)
W cuautli (Adler)
S cozcacuautli (Geier)
O olin (Bewegung oder Erdbeben)
N tecpatl (Feuerstein oder Steinmesser)
W quiahuitl (Regen)
S xochitl (Blume)
Steinrelief eines aztekischen Datums: Jahr 3 tecpatl, Tag 12 cuetzpalin, entsprechend 9. September 1508
Die Folge der Tageszeichen wurde mit der Reihenfolge der Zahlen von 1 bis 13 so kombiniert, dass sich 260 Kombinationen aus Zahl und Tageszeichen ergaben, die man als Tagesnamen bezeichnen kann. Diese feststehende Folge, die tonalpohualli (Tageszählung) genannt wurde, wiederholte sich ohne Unterbrechung. Sie wurde zur Berechnung kurzer Zeiträume, zu Festlegung einiger weniger Feste und teilweise auch zu Namengebung für an diesem Tag geborene Menschen verwendet.

Außerdem dienten die Tagesnamen zur Benennung der Jahre. Die Jahresnamen ergeben sich aus dem Namen des 360. (oder eines anderen festliegenden) Tages. Da während der fünf „unnützen“ Tage weitergezählt wurde, können nur Kombinationen mit vier der zwanzig Zeichen für die Jahre namengebend sein, aber alle 13 Zahlen. Die Folge der Jahresnamen war eindeutig und festliegend und wiederholte sich ohne Unterbrechung nach 52 Jahren. Der Zeitraum von 52 Jahren, innerhalb dessen die Jahresnamen eindeutig waren, wurde xiuhmolpilli (Jahresbindung) genannt.

Herkunft und erstmalige Verwendung

Der aztekische Kalender gehört zur Gruppe der späten Kalender im westlichen Mesoamerika. Wie seine gleichzeitigen, aber in anderen Sprachen ausgedrückten Nachbarn hatte er (anders als der spät-olmekische Kalender sowie die darauf beruhenden der Maya und von Monte Albán Phase 1 und 2) keine kontinuierliche Tageszählung und deshalb auch keinen „Tag 0“.

Siehe auch

  • Liste der Kalendersysteme

Einzelnachweise

  1. Toribio de Benavente Motolinia, Memoriales o libro de las cosas de la Nueva España y de los naturales dello. hrsg. v. Edmundo O’Gorman. Mexico (UNAM) 1971, S. 59.
  2. Insert I in Toribio de Benavente Motolinia, Memoriales o libro de las cosas de la Nueva España y de los naturales dello. hrsg. v. Edmundo O’Gorman. Mexico (UNAM) 1971, S. 57.
  3. Códice Florentino, libro 4, fol. 80v
  4. Giovanni Francesco Gemelli Carreri, Viaje a la Nueva España, hrsg. v. Francisca Perujo. México (UNAM) 1976

Literatur

  • Alexander von Humboldt: Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas, Eichborn, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3821845384
  • Hanns J. Prem: Manual de la antigua cronología mexicana, Centro de Investigaciones y Estudios Superiores en Antropología Social, México 2008. ISBN 978-968-496-694-9

Weblinks

 <Lang> Commons: Azteken-Kalender – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Ackerbau und Viehzucht
Die Weisheit der Jäger und Sammler bestand darin, wie es der amerikanische Anthropologe John E.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Erste Hochkulturen
Während aus der frühesten sumerischen Bilderschrift die Keilschrift entstand, entwickelten die alten Ägypter um 3000 v.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Die ersten Bauern
Das Einbringen und Lagern von Getreide und anderen Früchten erforderte neue Werkzeuge und Transportgefäße.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Erste Dörfer und Städte
Dorfähnliche Siedlungen gab es schon in der Altsteinzeit an besonders begünstigten Orten.
Sprache | Nach der Eiszeit | Archäologie
Die ersten Schriften
Drei Erfindungen machten vor allen anderen den Menschen zu dem, was er heute ist: Feuer, Landwirtschaft und Schrift.
Paläoökologie | Nach der Eiszeit | Erdgeschichte
Was ist eine Eiszeit
Eigentlich ist die Erde ein wohltemperierter Planet.
Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie
Bronze, Eisen und Handel
Anders als die althergebrachten Werkstoffe Stein, Holz oder Ton kommen Metalle in reiner Form nur sehr selten vor.
Werkzeuge | Nach der Eiszeit | Eiszeit | Archäologie | Feuer
Megalithen und Metalle
Zu allen Zeiten versuchten Menschen, aus ihrem Leben das Beste zu machen: Sie nutzten das Angebot der Natur nach bestem Wissen aus, und manchmal erweiterten sie dieses Wissen durch zufällige oder scharfsinnige Beobachtungen.
Sprache | Paläoökologie | Gehirn
Die menschliche Sprache - Wie, wann, und warum
Eine lange Leitung zu haben, gilt als wenig schmeichelhaft.
Genetik | Sprache | Wanderungen
Die menschliche Sprache - Die Suche nach dem Ursprung
Mit grausamen Experimenten wollten Menschen immer wieder dem Ursprung der Sprache auf die Spur kommen.
Sprache
Sprache - Informationsaustausch von Gehirn zu Gehirn
Der Cro-Magnon-Mensch war weder stärker als der Neandertaler, noch hatte er ein größeres Gehirn.
Anatomie | Physiologie | Sprache
Anatomie der Sprache
Tonbandaufnahmen aus grauer Vorzeit gibt es leider nicht.
Physiologie | Genetik | Sprache
Die Sprache des Neandertalers
Der Neandertaler lebte in einer sprachlosen Welt - zu dieser Einsicht konnte man zumindest gelangen, wenn man die zahlreichen Analysen seiner Schädelbasis betrachtete, denn die Schädelwölbungen zeigten, dass der Kehlkopf höher im Hals gelegen haben muss, was die Vielfalt seiner Laute erheblich einschränken musste. Beim modernen Menschen sitzt der Kehlkopf tief unten im Hals und ermöglicht uns so ein breites Spektrum von Lauten. Dass die Neandertaler über eine Sprache miteinander kommunizierten, hielten viele Forscher deshalb für wenig wahrscheinlich. Wie aber hätten die frühen Menschen ihr Überleben in der freien Natur ohne das entscheidende Mittel der Kommunikation sichern können?