Australopithecus sediba als neue Art nun offensichtlich bestätigt

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Australopithecus sediba als neue Art nun offensichtlich bestätigt

Meldung vom 18.04.2013 02:48

Eine genaue Untersuchung der Unterkiefer, Zähne und des Skeletts beweist nun offenbar schlüssig, dass es sich bei dem Fund eindeutig nicht um die verwandte Art Australopithecus africanus handelt.


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Der Schädel von Australopithecus sediba. Foto: Brett Eloff
Texas A&M University. "Findings confirm early South African hominins." ScienceDaily, 12 Apr. 2013. Web. 18 Apr. 2013.

Darryl de Ruiter, Professor für Anthropologie an der Texas A&M University, ist Autor und Co-Autor einer Reihe detaillierter Studien, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science bekanntgegeben wurden. Mit im Team waren Professor Thom Dewitt vom Department of Wildlife and Fisheries Sciences sowie Keely Carlson, ein Doktorand, und Juliet Brophy von der Abteilung für Anthropologie an der Texas A & M University.

Im Jahr 2010 veröffentlichte ein Forscherteam aus den Vereinigten Staaten, Afrika, Europa und Australien seine Studien über die 2008 entdeckten Skelettreste in einer südafrikanischen Höhle (Malapa), etwa 30 Meilen von Johannesburg gelegen und auf etwa 1,98 Millionen Jahren datiert. Die Forscher nannten die neue Art Australopithecus sediba und zeigten, dass die neue Art ein Mosaik aus Merkmalen besitzt, wie sie andere Formen von Australopithecinen zeigen, aber auch heutige Menschen.

Allerdings waren einige Forscher der Meinung, dass die neuen Skelette zu einer verwandten Art gehörten, dem Australopithecus africanus, und daher keine neue Spezies repräsentierten.

"Wir haben uns den Bereich der Kieferknochen genauer angesehen und einen definitiven Beweis gefunden, dass sie nicht zu africanus gehören," sagt de Ruiter über die Funde.

"Australopithecus sediba ist einzigartig in Körpergröße, Aussehen und Wachstum, obwohl er Merkmale sowohl mit älteren Australopithecinen als auch mit späteren Exemplaren des Homo erectus teilt. Australopithecus sediba ist eine Übergangsform zwischen Australopithecinen und den späteren Arten der Gattung Homo, zu der auch wir moderne Menschen zählen. Sediba sieht Homo sehr viel ähnlicher als jeder andere Australopithecine, der jemals gefunden wurde."

Texas A&M Anthropologist Darryl de Ruiter Discusses Hominin Find

Die Australopithecinen sind eine ausgestorbene Unterfamilie der Homininen. In Aussehen und Lebensweise glichen sie Menschenaffen, jedoch gingen sie aufrecht auf zwei Beinen, ähnlich wie moderne Menschen. Australopithecinen spielten in der Evolution des Menschen eine bedeutende Rolle, und es ist unter Anthropologen allgemein akzeptiert, dass sich aus einer dieser Arten schließlich die Gattung Homo entwickelte. Allerdings ist man sich nicht sicher, welche Art das war und deshalb ist Au. sediba mit seinen vielen menschenähnlichen Merkmalen so faszinierend.

"Wir untersuchten die Überreste und konnten mehrere verschiedene Individuen identifizieren. Vielleicht handelte es sich um eine Familie, die scheinbar plötzlich bei einem Ereignis vor 1,98 Millionen Jahren zu Tode kam. Trotzdem sind die Überreste in einem erstaunlich guten Zustand." De Ruiter fügt hinzu, "dass die Ergebnisse sehr stark Darwins Theorie der Evolution durch natürliche Selektion unterstützen."

Für seine Untersuchungen wählte das Forscherteam eine Methode, die man als Morphometrie bezeichnet. Mit dieser Methode und viel Mathematik konnte man genaue 3-D-Modelle der Kieferknochen von Australopithecus und Homo nachbilden, die deutliche Unterschiede in Größe und Form aufwiesen. Darüber hinaus konnte man zeigen, dass der Wachstumsverlauf vom jugendlichen zum erwachsenen Individuum anders war, als bei jeder anderen homininen Spezies - ein weiterer Hinweis auf das einzigartige Erscheinungsbild von Australopithecus sediba.

Bereits im Jahr 2012 konnten mehrere Forscher, darunter de Ruiter, nachweisen, dass sich Australopithecus sediba von Blättern, Früchten, Nüssen und Rinde ernährte, ähnlich wie es heutige Schimpansen tun. Die Ernährungsweise der frühen Australopithecinen ist ein wichtiger Teil beim Studium der menschlichen Ursprünge und daher von zentraler Bedeutung.


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