Zinken (Archäologie)

Letzte Meldung:   Hieb- und Stichfest: So jagten Neandertaler vor 120.000 Jahren   –  In der Zeitschrift Nature Ecology and Evolution berichtet ein internationales Forscherteam über die ältesten, unzweifelhaften Jagdverletzungen der Menschheitsgeschichte. Die Studie liefert neueste Erkenntnisse zur Einnischung des Neandertalers und bringt die Forschung einen bedeutenden Schritt nach vorne: Sie zeigt, wie Neandertaler ihre Beute erlangten, vor allem in Bezug auf ....

Zinken (Archäologie)

Der Zinken ist eine jungpaläolithische Geräteform. seine Grundform ist ein kräftiger Abschlag mit einer bohrerähnlichen, durch Steilretusche herausgearbeiteten Spitze, die oft zur Seite leicht abgewinkelt ist und außerhalb der Längsachse liegt. Es ist nicht immer möglich, Zinken und Bohrer zu unterscheiden. Die Spitze des Zinken kann 0,2-3,0 cm lang sein. Zinkenformen sind Zinken:

  • mit einer Spitze
  • mit Spitzen an bei den Enden
  • die mit einem weiteren Gerätetyp kombiniert sind, z.B. einem Schaber.

Mit dem Zinken konnte man herauszulösende Späne aus einem Geweih unterschneiden. Bevor man einen gekrümmten Zinken nutzbringend anwendete, mussten mit dem Geradzinken oder Stichel zwei tiefe Rillen ausgearbeitet werden. War die Partie zwischen diesen Furchen genügend weit unterminiert, konnte sie mit Hilfe von eingetriebenen Querkeilen aufgekippt und in Form eines langen regelmäßigen Spanes freigemacht werden. Geweihspäne waren die Basis für Pfeil- und Speerspitzen, Harpunen und Nadeln.

Literatur

  • R. Feustel: Technik der Steinzeit; Archäolithikum Mesolithikum Weimar 1985
  • E. Hoffmann: Lexikon der Steinzeit. 1999, ISBN 3-406-42125-3

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