William W. Hallo


William W. Hallo (* 9. März 1928 in Kassel) ist ein Altorientalist. Hallo emigrierte 1939 in die Vereinigten Staaten; er ist derzeit Professor Emeritus für Assyriologie und Babylonische Literatur an der Yale University.

Leben

William Hallo wurde 1928 als zweites Kind des Kunsthistorikers Rudolf Hallo und der Ökonomin Gertrud Hallo, geb. Rubensohn in Kassel geboren. Sein Vater, erster Nachfolger von Franz Rosenzweig in der Leitung des Freien Jüdischen Lehrhauses in Frankfurt am Main und seit Mitte der 1920er Jahre Kustos am Hessischen Landesmuseum in Kassel, starb bereits 1933, so wurde es für die Mutter im nationalsozialistischen Deutschen Reich immer schwerer, sich und die beiden Kinder durchzubringen. 1939 gelang es ihr noch rechtzeitig nach England zu emigrieren und 1940 Visa in die USA zu erhalten.[1]

William Hallo studierte nach seinem Schulabschluss Sprachen und Literatur der Sprachen des Nahen Ostens in Harvard, Chicago und Leiden in den Niederlanden. 1955 promovierte er mit der Arbeit Early Mesoptamian Royal Titles an der Universität von Chicago. Seit 1962 lehrte er bis zu seiner Emeritierung 2002 Assyriologie und Babylonische Literatur an der Yale University und war Kustos an der dortigen Babylonian Collection.

Wirken

William W. Hallo ist einer der international renommiertesten Vertreter der Altorientalistik. Ihm gelang die Entzifferung einiger bedeutender Textfunde aus der frühesten Zeit menschlicher Schriftkultur. Durch seine Forschungen zu den Sprachen und Kulturen Mesopotamiens hat er wesentlich zu einer kulturgeschichtlichen Gesamtdeutung der Menschheitsgeschichte beigetragen. Ein weiteres Pionierwerk von William W. Hallo ist die Übersetzung von Franz Rosenzweigs Hauptwerk Der Stern der Erlösung ins Englische (1971), an der auch seine Mutter Gertrude Hallo einen wichtigen Anteil hatte.

Ehrungen

  • Ehrendoktorwürde vom Hebrey Union College in Cinciannati
  • Franz-Rosenzweig-Gastprofessur 1991 an der Universität Kassel

Schriften (Auswahl)

  • The Ensi’s of the Ur III Dynasty. University of Chikago Microfilm, 1953.
  • Early Mesopotamian Royal Titles: a Philologic and Historical Analysis. New Haven 1957.
  • Sumerian Archival Texts. Leiden 1963.
  • The Exaltation of Inanna. (with J.J.A. van Dijk), New Haven/London 1968.
  • The Star of Redemption, by Franz Rosenzweig. Translated from the Second Edition of 1930 by William W. Hallo, New York 1971.
  • The Ancient Near East: a History. (with William Kelly Simpson), New York 1971.
  • Heritage: Civilization and the Jews, a source reader. (with David B. Ruderman and Michael Stanislawski, New York 1984.
  • The Tablets of Ebla: Concordance and Bibliography. (with Scott G. Beld and Piotr Michalowski, Winona Lake IN 1984.
  • The Book of the People. Brown Judaic Studies. Atlanta 1991.
  • Origins. The Ancient Near Eastern Background of Some Modern Western Institutions. Leiden/New York/Köln 1996.
  • Suche nach den Ursprüngen (eine autobiographische Skizze). in: Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hrsg.): Vergegenwärtigungen des zerstörten jüdischen Erbes. Franz-Rosenzweig-Gastvorlesungen Kassel 1987–1998. Kassel 1997.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. nach der Einleitung über Hallo in einem Sammelband seiner Werke siehe online über Google books floh er in einem der Kindertransporte.

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