Wilhelm Gaerte (* 19. Januar 1890 in Eydtkuhnen, Ostpreußen; † 1958 in Hannover) war ein deutscher Archäologe, Volkskundler und Museumsdirektor in Königsberg (Preußen). Er gilt als Doyen der ostpreußischen Urgeschichte.

Leben

Gaerte studierte seit 1909 Klassische Archäologie, Klassische Philologie und Volkskunde an der Albertus-Universität Königsberg. 1914 promovierte er zum Dr. phil..[1] Nach kurzer Zeit als Studienassessor kam er 1919 an das Prussia-Museum, dessen berühmter und letzter Direktor er 1925 wurde. Er machte die eher vorgeschichtliche Einrichtung zu einem führenden landeskundlichen Museum in Ostdeutschland. Er baute die volkskundliche Abteilung auf und bestimmte die Einrichtung des Moskowitersaales, dem mehrere Räume zur ostpreußischen Landesgeschichte angegliedert waren.[2]

Als Katholik war er bis zur Machtergreifung Mitglied des Deutschen Zentrumspartei. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er Mitglied der Motor-SA. Bei seiner begrenzten Kooperationsbereitschaft und seinen „unklaren Beziehungen zu den Polen in Masuren“ wurde er 1938 von den Nationalsozialisten abgesetzt.[3]

Von 1925 bis 1945 war Gaerte Herausgeber der Zeitschrift »Prussia« und Vorsitzender der Altertumsgesellschaft Prussia.[2]

Nach der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945 bis 1950 lebte er in Hannover.

Werke

  • Urgeschichte Ostpreussens. Königsberg 1929, GoogleBooks
  • Altgermanisches Brauchtum auf nordischen Steinbildern, Leipzig 1935.
  • Volksglaube und Brauchtum Ostpreussens. Würzburg 1956

Einzelnachweise

  1. Dissertation: Die Beinschutzwaffen der Griechen.GoogleBooks
  2. 2,0 2,1 Ostpreußenblatt (2000)
  3. Vorgeschichtler-Dossiers (Universität Tübingen) (PDF; 182 kB)

Weblinks


Diese Artikel könnten dir auch gefallen


Die News der letzten 14 Tage 0 Meldungen

Knochen des Tages
ARA-VP-1-900
ARA-VP-1-900

Kuseracolobus aramisi

Elemente: R. UM1-M2

Middle Awash , Äthiopien