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Wildes Denken


Der Begriff Wildes Denken (franz. pensée sauvage) wurde von dem Ethnologen Claude Lévi-Strauss geprägt. Er bezeichnete damit eine in „primitiven“ Kulturen dominante Denkform, die mit einer archaischen, magischen Weltsicht verbunden ist: Alle Wesen, Dinge und Phänomene sind dabei durch einen allumfassenden Zusammenhang miteinander verbunden, der rational nicht erklärbar oder begreifbar ist. Dieses Denken ist kein eigenständiger Prozess, vielmehr findet es in Form von komplexen Bildern als integraler Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung und der Einbildungskraft statt. Ordnung ist hierbei das Ergebnis immer wieder neuer Kombinatorik und Assoziation, nicht die Folge von Abstraktion und deduzierter rationaler Prinzipien wie etwa der Kausalität.

Wir meinen, daß das letzte Ziel der Wissenschaften vom Menschen nicht das ist, den Menschen zu konstituieren, sondern das, ihn aufzulösen. Claude Lévi-Strauss, Das wilde Denken, 1962

Der Begriff wird auch in der modernen Kunst aufgegriffen.

Siehe auch

  • Phantastik
  • Irrationalismus
  • Synchronizität
  • Archetyp

Literatur

  • Claude Lévi-Strauss: Das wilde Denken. 1962. Deutsche Ausgabe: Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1968. Übersetzung von Hans Naumann.
  • Beate Kutschke: Wildes Denken in der Neuen Musik. Königshausen und Neumann 2002. ISBN 3826022432

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