Uluṟu


Uluṟu („Ayers Rock“)
Beim Sonnenuntergang zeigt sich der Uluṟu („Ayers Rock“) hellrot.

Beim Sonnenuntergang zeigt sich der Uluṟu („Ayers Rock“) hellrot.

Höhe 863 m
Lage Northern Territory, Australien
Koordinaten 25° 20′ 43″ S, 131° 2′ 5″ O-25.345277777778131.03472222222863Koordinaten: 25° 20′ 43″ S, 131° 2′ 5″ O
Uluṟu (Australien)
Uluṟu
Gestein Arkose-Sandstein
Alter des Gesteins 500 Mio. Jahre
Der Uluṟu in Wolken zeigt sich grau.

Der Uluṟu in Wolken zeigt sich grau.

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Der Uluṟu [uluɹu], auch Ayers Rock, ist ein an der Oberfläche befindlicher Teil einer großen unterirdischen Gesteinsschicht in der zentralaustralischen Wüste. Er befindet sich in einem 170.000 km² großen Sedimentbecken, dem Amadeus-Becken, und gehört politisch zum australischen Bundesterritorium Northern Territory.

Auf Grund seiner spirituellen Relevanz für die Traumzeit-Erzählungen gilt er den lokalen Aborigines, den Anangu, als Heiliger Berg. Der Uluṟu ist zudem eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens und wird jährlich von zahlreichen Touristen besucht.

Der einheimische Name Uluṟu wurde bis in die 1990er Jahre ausschließlich von den Aborigines verwendet, außerhalb Australiens war die von Europäern vergebene Bezeichnung Ayers Rock üblich.

Geographie

Blick vom Helikopter auf den Uluṟu

Der Uluṟu ist etwa drei Kilometer lang, bis zu zwei Kilometer breit und hat einen Umfang von rund neun Kilometern.[1] Der Gipfel befindet sich auf einer absoluten Höhe von 863 m[2] und hebt sich damit 348 m[1] von der Dünenlandschaft Zentralaustraliens ab.

Der Uluṟu liegt im Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark nahe dem Ort Yulara, etwa 340 Kilometer Luftlinie südwestlich von Alice Springs, im Northern Territory von Australien. Der 1.325 km²[1] große Nationalpark, in dem neben dem Uluṟu auch die benachbarten Kata Tjuṯa (die Olgas) liegen, gehört zum UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe.

Die einzige asphaltierte Straße, die zum Uluṟu führt, ist der Lasseter Highway. Dieser verbindet den Berg über den Stuart Highway mit Alice Springs und damit dem Rest Australiens. Außerdem zweigt vom ihm die Luritja Road zum Kings Canyon ab, die ebenfalls asphaltiert ist. Bei den Kata Tjuṯa, ungefähr dreißig Kilometer westlich des Uluṟu, geht der Lasseter Highway in die Great Central Road über, eine unbefestigte Outbackpiste, die bis zum Ort Laverton im Zentrum Western Australias führt. Sie ist dort als „Docker River Road – to WA Border“ ausgeschildert.[3] Außerdem ist eine Anreise über den lokalen, etwa 10 Kilometer von Yulara entfernt gelegenen Connellan-Flugplatz möglich.

Geologie

Entstehung

Uluṟu und Kata Tjuṯa liegen am südlichen Rand eines Sedimentbeckens, des Amadeus-Beckens. Diese 170.000 km² große Mulde entstand vor etwa 900 Millionen Jahren. Über hunderte von Millionen Jahren hinweg lagerten sich darin Gesteinsschichten ab. Nach etwa 300 Millionen Jahren endete dieser Prozess, und über den Ablagerungen entstand ein flacher See. Einige der Ablagerungen wurden auch von dem See transportiert; der See trocknete aus, und es bildeten sich Salzkrusten. Anschließend folgte eine kalte Periode. Die älteren Sedimente des Amadeus-Beckens wurden gefaltet und gebogen; Land wurde emporgedrückt, und es bildeten sich Gebirge; dieser Vorgang wurde von den Geologen „Orogenese der Petermann Ranges“ genannt.

Im Amadeus-Becken gab es zu dieser Zeit keine nennenswerte Vegetation, sondern nur Bakterien und Algen, sodass die Berglandschaft nicht vor den Prozessen der Erosion geschützt wurde. Dadurch verwitterten die Berge sehr schnell und große Mengen der lockeren Sedimente wurden bei Regen abgewaschen und bildeten Schwemmlandablagerungen am Fuße der Berge. Letzten Endes sind Uluṟu und Kata Tjuṯa das Produkt dieses Ablagerungsprozesses und sie entstanden zur selben Zeit vor ca. 550 Mio. Jahren. Die Gesteinsschicht, in der der Uluṟu entstand, wird als Mutitjulu Arkose bezeichnet, eine der zahlreichen stratigraphischen Formationen, die das Amadeus-Becken füllten.

Vor 500 Millionen Jahren bedeckte erneut ein flacher See dieses Gebiet. Die Ablagerungen waren 2,5 km hoch und wurden von Sand, Schlamm und abgestorbenen Seetieren des Sees bedeckt. Die überlagernden Sedimentschichten verpressten und verkitteten die feldspathaltigen Sande zu Uluṟu-Sandstein, die groben Kiese der Kata Tjuṯa zu Konglomerat.

Vor 400 bis 300 Millionen Jahren trat der See zurück und die Felsen wurden gefaltet. Eine zweite Faltung fand statt, die sich über den Seespiegel empordrückte und die von Geologen als die „Gebirgsbildung von Alice Springs“ bezeichnet wird. Die horizontalen Lagen des Uluṟu-Sandsteins wurden aufgefaltet und diese Schicht drehte sich 90° gegen ihre ursprüngliche Lage, während sich die des Kata Tjuṯa-Konglomerats 15 bis 20° gegen die Horizontale bewegte. Die Felsen erodierten zwar weiterhin, aber etwas langsamer. Vor 65 Millionen Jahren bildete sich ein breites Tal zwischen Uluṟu und Kata Tjuṯa, dieses wurde mit Flusssanden und Kohleablagerungen verfüllt. In dieser Zeit herrschte ein regnerisches Klima und während der letzten 500.000 Jahre wurde das Klima trockener und ein dünner Sandteppich überlagerte die Sedimentschichten.[4]

Die unterschiedliche Erscheinungsform der Gesteine resultiert daraus, dass sich am Uluṟu kleinkörnige Sande verfestigten und deshalb als Sandstein bezeichnet werden, während sich an den Kata Tjuṯa verrundete und große Gesteinstrümmer ablagerten und festigten, die als Konglomerat bezeichnet werden.[5] Die unterschiedliche Größe der Sandkörner und Gesteinstrümmer ergeben sich den Folgen von Gesteinstransport und Erosion.[4]

Der Uluṟu besteht aus spätpräkambrischem Arkose-Sandstein, der seither einer steten Verwitterung ausgesetzt ist. Diese starke Erosion ist besonders auf die großen Temperaturunterschiede zurückzuführen. Außerdem spielen Winde mit Sand eine wichtige Rolle, da sie eine starke abrasive Wirkung haben, die mit Sandstrahlgebläse verglichen werden kann. Freigewitterter Arkose-Sandstein wittert unter den dortigen Bedingungen schalenförmig ab.[4]

Durch den unterschiedlichen Sonnenstand und die daraus resultierende variierende Widerspiegelung des Sonnenlichts erscheint der Uluṟu (wie auch die Kata Tjuṯa) je nach Tageszeit in anderen Farben, die von grau über braun bis orange und rot reichen. Zudem beeinflussen in der Luft enthaltene Partikel wie Dunst oder Staub die Farbwahrnehmung.[4] Der Wechsel zwischen den Farben kann insbesondere während des Sonnenauf- und -unterganges beobachtet werden.

Die Ursache der Ausbildung der zahlreichen Höhlen am Uluṟu ist noch nicht bis ins Detail erforscht.[4]

Abgrenzungen

Deutlich erkennbare schalenfömige Sandsteinverwitterung (am einzigen Aufstieg)

Der Uluṟu ist kein Monolith, kein eigenständiger Gesteinskörper, sondern ein Teil einer unterirdischen Gesteinsschicht, die auch am 30 km entfernten Katja Tjuṯa an die Erdoberfläche tritt. Die Gesteinsschicht ist am Uluṟu etwa 2,4 km mächtig und erreicht nach Schätzungen bis zu 5 km Dicke und ist etwa 100 km breit.[4] Ihr wird irrtümlich häufig noch der Mount Conner (The forgotten Mountain) zugerechnet.

Der Mount Gabi, ein unterseeischer Monolith vor der Südwestspitze Australiens, ähnelt dem Uluṟu in seinem Aussehen, in seiner Größe, Form und Länge.

Gesteine

Der Uluṟu besteht im Wesentlichen aus Arkose-Sandstein, einem Gestein, das durch einen hohen Anteil von Feldspat gekennzeichnet ist und in wenigen Partien aus Konglomerat, einem Gestein, das in seinem Bestand größere Körner als Sandstein führt.[6][7] Der durchschnittliche Mineralbestand setzt sich aus 50 % Feldspat, 25–35 % Quarz und etwa 25 % Gesteinstrümmern zusammen. Die Gesteine enthalten hauptsächlich Kalium-Feldspate und lediglich geringe Anteile von Plagioklas-Feldspaten. Die Gesteinstrümmer bestehen aus verrundetem Basaltgestein mit unterschiedlichen Anteilen von Chlorit und Epidot[6] wie auch aus Granit des im Süden liegenden Musgrave Blocks.[8] Das Gestein ist in unverwittertem Zustand grau. Ist es jedoch Verwitterung ausgesetzt, rosten die Eisenanteile rot bis braun aus.[6] Das Gestein des Uluṟu zeigt die typischen Merkmale von Rippelmarken und Überlagerungen, die durch Sedimentationen in stark fließenden Flüssen entstehen.[6][8] Der Sandstein verwittert an der Oberfläche schalenförmig.

Traumzeitgeschichte

Hinweis auf den Liru-Mythos entlang des Liru Walks

Um den Uluṟu ranken sich Legenden der australischen Ureinwohner, die Begebenheiten der Traumzeit erzählen und dadurch Unregelmäßigkeiten im Aussehen der Felsen zu erklären versuchen, die für sie heilig sind.

So beschreibt der Uluru-Mythos die Entstehungsgeschichte der Landschaft: Auf der Sonnenseite des Uluṟu wohnten die Mala, die Hasenkänguru-Menschen, und auf der Schattenseite die Kunia, die Teppichschlangen-Menschen, in Harmonie und Frieden. Die entfernten Windulka luden die Mala zu einer Initiation ein, doch die Mala sagten ab, da sie selbst Initiationen durchführen wollten und die Kunia nahmen gerne an und verliebten sich auf ihrer Anreise in die Sleepy-Lizard-Women (Lizard = blauzüngige Tannenzapfenechse) und reisten nicht weiter. Daraufhin wurden sie durch einen Kulpunya bestraft, einen Hund mit riesigen Zähnen und ohne Haare, der bösartiger als ein Krokodil war, aber auch die Kunia wurden durch die Liru, die Giftschlangen-Menschen und weitere Kämpfer, die am Kata Tjuṯa lebten, bestraft. In der fürchterlichen Schlacht mit Toten, Schwerverletzten und Feuer bebte die Erde und der Uluṟu hob sich aus der damals ebenen Erde hervor und damit wurde der Geist der Mala und Kunia zu Stein und die Spuren und die Geschichte des Kampfes können die Anangu am Uluṟu ablesen und erzählen.[9]

Es gibt Felszeichnungen in mehreren Höhlen am Uluṟu, die diese und andere Legenden erzählen. Sie wurden im Laufe der Jahrtausende viele Male immer wieder durch Übermalen erneuert.

Geschichte

Im Gebiet des Berges leben seit mehr als 10.000 Jahren die Anangu, ein Stamm der Aborigines. 1873 entdeckte ihn William Gosse als erster Europäer[10] auf einer Expedition mit Peter Warburton und benannte ihn nach dem seinerzeitigen südaustralischen Premierminister Henry Ayers Ayers Rock. Weitere Expeditionen folgten mit dem Ziel, das Gebiet für die Landwirtschaft zu erschließen. Sie kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass es dafür ungeeignet sei. Anschließend folgten Prospektoren, Entdeckungsreisende und Wissenschaftler, die das Gebiet erkundeten.[11]

1920 wurden Teile des heutigen Nationalparks zu einem Reservat für Aborigines.

Hinweisschild des Lasseter Higway mit doppelter Namensnennung „Uluṟu (Ayers Rock)“

1936 kamen die ersten Touristen in das Gebiet des Uluṟu und die europäische Besiedlung begann in den 1940er Jahren. Erste Wege für PKWs und Busse wurden ab dem Jahr 1948 geschaffen. 1958 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt und Ayers Rock - Mount Olga National Park genannt.[10] Das erste Motel und die Landebahn im Norden des Uluṟu entstanden ab 1959.

Der Aboriginal Land Rights Act, ein am 16. Dezember 1976 unterzeichnetes Gesetz der australischen Bundesregierung, sprach den Aborigines Landrechte im Northern Territory zu. Es trat am 26. Januar 1977 in Kraft. Die Anagu reichten einen Land Claim ein, der bei Gerichtsverhandlungen als berechtigt eingestuft wurde. Am 26. Oktober 1985 übergab der Generalgouverneur Ninian Steven bei einer Zeremonie an der Basis des Uluru die Eigentumsurkunde zurück an die Anangu.[10] Direkt im Anschluss, circa fünf Minuten später, wurde ein Vertrag unterzeichnet, der das Land für 99 Jahre zurück an den Australian Parks and Wildlife Service verpachtete.

Am 15. Dezember 1993 wurde der Name Uluṟu erstmals offiziell im Northern Territory neben Ayers Rock / Uluṟu geführt und die Regional Tourism Association in Alice Springs wechselte am 6. November 2002 offiziell in Uluṟu / Ayers Rock.[12] Auf Hinweisschildern des Lasseter Highways ist die Bezeichnung Uluṟu (Ayers Rock) aufgebracht.

Auch der Mount Olga trägt mittlerweile wieder seinen Anangu-Namen Kata Tjuṯa. Entsprechend heißt der Ayers Rock Mount Olga National Park jetzt Uluṟu Kata Tjuṯa National Park.[1] In der Umgangssprache ist der Name Ayers Rock immer noch gebräuchlich, seine Verwendung nimmt jedoch ab.

Touristische Informationen

Karte des Uluṟu-Kata Tjuṯa-Nationalpark
Luftbild des Uluṟu mit deutlich erkennbaren Wanderwegen
Der Lasseter Highway führt auch zum Kata Tjuṯa, im Hintergrund der Uluṟu.

Der Uluṟu kann auf einem gekennzeichneten Weg umwandert werden, an dem an bedeutenden Stellen Tafeln mit Erklärungen zum Mythos des Berges aufgestellt sind. Die Wanderung kann sowohl vom Mala- oder Kunija-Parkplatz begonnen werden, als auch vom Cultural Centre auf dem Liru Walk (4 km) zu Fuß bis zum Mala Walk erreicht werden. Vom Mala-Parkplatz aus kann der Uluṟu – im Uhrzeigersinn – umrundet werden: Der Weg führt über den Mala Walk und Kantju Gorge (Länge: 2 km), Base Walk (Länge: 10,5 km), Kunija Walk (4  km) und Lungkata Walk (4 km). Auf dem Wanderweg gibt es nur zwei Stellen, an denen Trinkwasser gefasst werden kann: am Mala-Parkplatz sowie am Kunjia Piti, wo der Base Walk in den Kunjia Walk übergeht. Es wird dringend empfohlen, eigene Wasservorräte mitzunehmen. Täglich finden zwei durch Parkranger geführte Wanderungen auf dem Mala Walk statt (Oktober–April 8.00 Uhr, Mai–September 10.00 Uhr), die an dem Zeichen Mala Walk beginnen.[4]

Im Park gibt es ein Cultural Centre, das von den Anangu betrieben wird. Sie informieren dort über die Legende des Berges, die Traumzeit und die gesellschaftlichen Regeln ihres Stammes (Tjukurpa). Außerdem werden traditionelle Kunstwerke und kunsthandwerkliche Gegenstände ausgestellt, die auch erworben werden können.

Das Besteigen des Uluṟu ist auf einer gekennzeichneten, am Westende des Berges beginnenden und mit einem Handlauf ausgestatteten Strecke erlaubt, von den Anangu allerdings nicht erwünscht. Sie begründen dies damit, dass sie in tiefe Trauer fallen, wenn an dem von ihnen als heilig betrachteten Berg Menschen aufgrund von Überlastung oder durch einen Absturz tödlich verunglücken. Dieses Schicksal hat bis 2010 35 Menschen ereilt. Aus Sicherheitsgründen ist der Aufstieg grundsätzlich von einer halben Stunde nach Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang geschlossen. Außerdem kann der Pfad kurzfristig gesperrt werden, wenn

  • innerhalb der nächsten drei Stunden Regen oder Sturm vorhergesagt sind,
  • der Wind auf einer Höhe von 2500 Fuß (762 Meter) 25 Knoten erreicht,
  • extreme Temperaturen von 36 °C und mehr vorhergesagt sind,
  • die Wolkengrenze unterhalb des Gipfels beginnt,
  • oder Rettungsarbeiten im Gange sind.

Zudem können die Anangu darum bitten, den Aufstieg aus kulturellen Gründen zu untersagen, beispielsweise während einer traditionellen Zeremonie. Selbst wenn der Weg geöffnet ist, kann es beim Besteigen zu Unfällen oder gar Todesfällen kommen, da das Wetter in dieser Gegend schnell und unerwartet umschlagen kann. Im australischen Sommer (zwischen November und Februar) empfiehlt es sich, den Aufstieg bis 8 Uhr begonnen zu haben, da es später unerträglich heiß wird und der Weg geschlossen wird.[13]

Im Glauben der Anangu erzählen oder verkörpern bestimmte Stätten entlang des Uluṟu Base Walk Geschichten, die ausschließlich an diesem Ort und nirgendwo sonst gesehen werden dürfen. Deshalb sind Foto- und Videoaufnahmen an folgenden Stätten verboten (beginnend am Mala-Parkplatz im Uhrzeigersinn): Mala Punta, Warajuki, Tjutatkapi, Taputji, Kunjia Piti und Pulari. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen. Laut den Stammesgesetzen der Anangu sind manche Orte zudem für ein Geschlecht oder eine Altersgruppe tabu, was auf Touristen jedoch nicht angewendet wird. Außerdem gibt es mehrere andere heilige Stätten, die für Touristen nicht zugänglich sind.

In der Region gibt es zudem Felszeichnungen der Aborigines. In den 1970er Jahren bespritzten Tourguides die Felswände häufig mit Wasser, damit die Fotos der Touristen brilliantere Farben zeigten. Dadurch wurden einige Zeichnungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie sind immer noch zu besichtigen, allerdings mit Geländern abgezäunt. Um sie vor der Zerstörung zu bewahren und das jahrtausendealte Kulturerbe zu dokumentieren, wurde durch die Aborigines eine Datenbank angelegt. Der Zugriff erfolgt gemäß den oben genannten Stammesgesetzen, d.h. tabuisierte Bereiche bleiben für bestimmte Gruppen gesperrt.[14]

Auf der Rückseite des Uluṟu befinden sich Wasserlöcher, die das gesamte Jahr über mit Wasser gefüllt sind. Da dies in einer trockenen Region wie dieser etwas sehr besonderes ist, nehmen sie im Kult der Aborigines eine hohe Stelle ein.

Das Mitnehmen von Sanden und Steinen um den Uluṟu, beispielsweise als Erinnerungsstück, ist von den Anangu nicht erwünscht. In ihrem Glauben muss alles dort enden, wo es begonnen hat – wenn Naturalien entfernt werden, können die Geister keine Ruhe finden. Briefe im Cultural Centre zeugen von Menschen aus aller Welt, die ihre unerlaubt mitgenommenen Naturalien aus Reue wieder zurückgesendet haben, damit die Anangu sie wieder am Uluṟu deponieren konnten. Einige berichten davon, dass ihr Mitbringsel ihnen Unglück gebracht habe.

Der Zutritt zum Uluṟu und anderen Teilen des Nationalparks kann bei religiösen Veranstaltungen der Anangu teilweise oder vollständig für Besucher geschlossen werden.

An zwei Orten ist die Beobachtung des Sonnenauf- oder -untergangs optimal, am Car Sunset-Parkplatz und am Dune Lookout. Bei Letzterem ist ein Blick sowohl auf den Uluṟu als auch auf die Kata Tjuṯa möglich.

In der etwa 15 Kilometer entfernten Touristensiedlung Yulara stehen eine Hotelanlage und ein Campingplatz zur Verfügung, im Nationalpark selbst ist Übernachten nicht erlaubt.

Der Eintritt in den Nationalpark kostet 25 AU$ pro Person für eine Drei-Tages-Karte.

Galerie

Weblinks

 <Lang> Commons: Uluru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Peter-Matthias Gaede: Unsere Erde. Länder, Völker, Kulturen. In: GEO Themenlexikon Band 1, Brockhaus, Mannheim 2006, ISBN 3-7653-9421-1, S. 145.
  2. Besucherführer auf www.environment.gov.au (PDF; 4,9 MB), abgerufen am 9. Dezember 2010
  3. Geolokalisiertes Foto eines Straßenschildes auf Panoramio
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Geologie des Uluṟu auf www.envoirment.gov.au. Abgerufen am 9. Dezember 2010
  5. Publikation der Parkverwaltung (PDF; 4,9 MB). Abgerufen am 8. Dezember 2010
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 David N. Young et al (2002): Ayers Rock, Northern Territory, Map Sheet GS52-8. 2. Auflage. 1:250 000 Geological Map Series Explanatory Notes, Northern Territory Geological Survey.
  7. Uluṟu - Kata Tjuṯa. National Park - Geology. Australian Department of the Environment and Water Resources. Abgerufen am 11. Dezember 2010
  8. 8,0 8,1 I.H. Sweet: Uluru & Kata Tjuta: A Geological History. Australian Geological Survey Organization. Canberra 1992. ISBN 0-644-25681-8.
  9. James Cowan (2004): Offenbarungen aus der Traumzeit. Das spirituelle Wissen der Aborigines. Stuttgart: Lüchow-Verlag. ISBN 3-363-03050-9
  10. 10,0 10,1 10,2 Australisches Umweltministerium: 20th Anniversary handback factsheet, englisch, abgerufen am 16. November 2012
  11. Early European history auf www.envirinment.gov.au. Abgerufen am 9. Dezember 2010
  12. Dual Naming of Features. Example - Uluru / Ayers Rock auf www.nt.gov.au. (Version vom 28. Juni 2011 im Internet Archive)
  13. Uluru-Kata Tjuta National Park Note - Please don't climb. Abgerufen am 9. Dezember 2010
  14. Ayers Rock – Der Computer rettet Felsmalereien

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