Uḫḫaziti (gestorben um 1316 v. Chr.) war ein König des Landes Arzawa im späten 14. Jahrhundert v. Chr. Ob er ein Sohn und der direkte Nachfolger von Tarḫuntaradu war, ist ungewiss. Auf den Thron kam er, nachdem er seinen Bruder Mašḫuiluwa vertrieben hatte.

Nachdem er sich geweigert hatte, dem hethitischen König Muršili II. Flüchtlinge auszuliefern, und sich mit dem König von Aḫḫiyawa verbündete, zog Muršili mit einem Heer gegen Arzawa. Noch bevor dieser die Grenze erreichte, erschien am Himmel ein Zeichen des Wettergottes, was die Hethiter als gutes Omen betrachteten und Uḫḫaziti soll daran erkrankt sein. Dieser schickte seinen Sohn Piyama-Kurunta gegen die Hethiter, der bei Walma am Grenzfluss Aštarpa eine schwere Niederlage erlitt. Muršili zog dann nach Apaša (wahrscheinlich Ephesos), der Hauptstadt von Arzawa, und eroberte sie. Der schwer kranke Uḫḫaziti entkam mit dem Schiff auf Inseln, die zu Aḫḫiyawa gehörten. Im Jahr darauf verschanzte sich sein Sohn Tapalazunauli in der Stadt Puranda, das möglicherweise mit einer bronzezeitlichen Siedlung Bademgediği Tepe beim ionischen Metropolis identifiziert werden kann.[1] Muršili belagerte diese und schnitt die Wasserzufuhr ab. Tapalazunali gelang es zu fliehen, seine Familie dagegen wurde von den Hethitern gefasst. Muršili teilt danach das alte Königreich Arzawa in drei Vasallenstaaten und setzte Uḫḫazitis Bruder Mašḫuiluwa als Vasallenkönig in Mira ein, dem alten Kernland von Arzawa. Die anderen beiden neugeschaffenen Vasallenstaaten waren das Flussland Šeḫa und Ḫapalla.

Literatur

  • Susanne Heinhold-Krahmer: Uḫḫaziti. In: Michael P. Streck (Hrsg.): Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie. Band 14, Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2014–2016, ISBN 978-3-11-034659-6, S. 298–300.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Recep Meriç: Ein Vorbericht über eine spätbronzezeitliche befestigte Höhensiedlung bei Metropolis in Ionien. Die Arzawa-Stadt Puranda? In: Justus Cobet et al.: Frühes Ionien. Eine Bestandsaufnahme. Panionion-Symposion Güzelcamli 26 September - 1 Oktober 1999. Zabern-Verlag, Mainz 2007, S. 27–36.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.