Eine Sonderbestattung bezeichnet eine von der jeweiligen allgemeinen religiösen, kulturellen oder sozialen Norm abweichende Form der Bestattung einzelner Verstorbener sowie der Behandlung des Leichnams vor und während der Bestattung. Gelegentlich wird der Begriff Sonderbestattung auch für eine außergewöhnliche Bestattung verwendet.

Sonderbestattungen unterscheiden sich durch verschiedenste Eigenschaften von normgerechten Bestattungen, wie beispielsweise durch die Lage des Bestattetem innerhalb des Grabes, dieser kann entgegen der in vielen Kulturen normgerechten Rückenlage in Bauchlage, gefesselt, mit Steinen beschwert vorliegen. Sonderbestattungen fallen häufig auch durch ihre Anlage abseits von übliche Bestattungsplätzen wie Friedhöfen oder Gräberfeldern auf. In frühen christlichen Umfeld war es üblich, Selbstmörder auf ungeweihtem Grund außerhalb der Friedhöfe zu bestatten oder verscharren. Die Gründe für die Anlage von Sonderbestattungen sind vielschichtig, sie können in der Angst vor Widergängern, Hexen oder Vampirismus begründet liegen. Sie können aber auch als Resultat eines Menschenopfers, zur Entsorgung eines Verbrechensopfers oder als Strafe für einen Mitmenschen verstanden werden, der zu Lebzeiten gegen kulturelle oder gesellschaftliche Normen verstieß. Gelegentlich finden sich auch Notbestattungen an normabweichenden Orten, bei denen die Verstorbenen aufgrund widriger Umstände nicht auf einen Friedhof verbracht werden können, wie im Fall des Jan Spieker, der 1828 wetterbedingt eine reguläre christliche Notbestattung in einem Moor erhielt, in dem er zuvor verunglückte.

Literatur

  •  Christine Peschel: Regel und Ausnahme: linearbandkeramische Bestattungssitten in Deutschland und angrenzenden Gebieten, unter besonderer Berücksichtigung der Sonderbestattungen. Leidorf, Buch am Erlbach 1992, ISBN 3-924734-27-5 (Dissertation).

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