Dieser Artikel behandelt das historische ostslawische Volk der Sewerjanen, für das südslawische Volk der Seweren siehe dort
Siedlungsgebiet slawischer Stämme im 8. und 9. Jahrhundert mit den Sewerjanen im Zentrum des markierten Areals in der Umgebung des heutigen Kiew

Die Sewerjanen (ukrainisch Сіверяни, russisch Северяне) waren im Frühmittelalter ein ostslawischer Stamm, entlang der Flüsse Desna, Sejm and Sula angesiedelt. Nach ihnen wird das historische Gebiet Sewerien benannt.

Etymologie

Über die Herkunft des Namens wird kontrovers diskutiert. Der Vorstellung, der Name gehe auf das slawische Wort für "Norden" (sěver) zurück, wird entgegen gehalten, dass dieser Slawenstamm niemals im Norden der von Slawen besiedelten Areale lebte. Eine andere Erklärung führt die Bezeichnung auf das persische Wort für "schwarz" (seu) zurück.

Geschichte

Als politische Einheit bestand das Reich der Sewerjanen in der Zeit vom 8. bis zum 11. Jahrhundert. Gegenüber den Khazaren waren sie im 8. und 9. Jahrhundert tributpflichtig, wurden zum Ende des 9. Jahrhunderts von Oleg von Novgorod in das Kiewer Reich eingegliedert und nahmen an dessen Kriegszug gegen Konstantinopel im Jahre 907 teil. Schließlich wurden sie Teil des Fürstentums Tschernigow.

Die Sewerjanen werden im 9. Jahrhundert in der Geographus Bavarus, von Konstantin VII, von dem khazarischen Khagan Joseph (um 960) und in der Nestorchronik, letztmals dann im Jahrer 1024, erwähnt.

Siedlungen

Bedeutende Ansiedlungen der Sewerjanen lagen auf dem Gebiet der heutigen Orte Tschernigow, Kursk und Nowhorod-Siwerskyj. Bei archäologischen Grabungen wurden zahlreiche ländliche Siedlungen aus der Zeit des 8. bis 10. Jahrhunderts sowie Grabhügel der Sewerjanen gefunden. Der Stamm betrieb Ackerbau und Viehzucht und brachte verschiedene Handwerke hervor.

Siehe auch

Literatur

  • Jovan M. Pejin; Iz prošlosti Kikinde; Kikinda; 2000.
  • Istorijski atlas; Zavod za udžbenike i nastavna sredstva – Zavod za kartografiju "Geokarta"; Beograd; 1999.
  • Školski istorijski atlas; treće izdanje; Zavod za izdavanje udžbenika Socijalističke Republike Srbije; Beograd; 1970.

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