Scheitelkamm


Letzte Meldung:   Die frühe Geschichte der Neandertaler in Europa   –  Forschende haben am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig Teile des Erbguts von zwei etwa 120.000 Jahre alten Neandertalern aus Deutschland und Belgien sequenziert. Die Analysen dieser Erbgut-Sequenzen ergaben, dass die letzten Neandertaler, die vor etwa 40.000 Jahren lebten, zumindest teilweise von diesen etwa 80.000 Jahre älteren europäischen Neandertalern abstammen. Im Erbgut des 120.000 Jahre alten Neandertalers aus Deutschland fanden die Forschenden außerdem Hinweise auf eine mögliche Abstammung von einer isolierten Neandertalerpopulation oder von Verwandten des modernen Menschen.....

Als Scheitelkamm (Crista sagittalis) bezeichnet man in der Anatomie eine median gelegene Knochenleiste, die vom Schädeldach empor ragt und sich meist vom Hinterhauptbein bis ins Stirnbein hinein – das heißt entlang des Scheitels bzw. der Pfeilnaht – ausdehnt. Über einen Scheitelkamm verfügen insbesondere viele Säugetiere und Reptilien.

Der Scheitelkamm der Säugetiere dient vor allem als oberer Ansatzpunkt und Widerlager für die Kaumuskulatur und bleibt daher beim lebenden Tier zwischen diesen Muskeln weitgehend verborgen; demzufolge fallen Scheitelkämme oft erst beim skelettierten Präparat als markantes Merkmal auf. Bei Fossilien gelten Scheitelkämme regelmäßig als Anzeichen für besonders stark ausgeprägte Kauwerkzeuge und erlauben – zusammen mit anderen anatomischen Merkmalen speziell des Gebisses – Rückschlüsse auf die Nahrungsaufnahme.

Besonders ausgeprägt ist der Scheitelkamm beispielsweise beim Flachlandtapir, beim Gorilla und bei den Arten der fossilen Gattung Paranthropus.

Literatur

  • Winfried Henke, Hartmut Rothe: Stammesgeschichte des Menschen. Springer Verlag, Berlin 1999, S. 136