Robert A. Scalapino


Robert Arthur Scalapino (* 19. Oktober 1919 in Leavenworth, Kansas; † 31. Oktober 2011 in Oakland, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Hochschullehrer, der über vierzig Jahre lang Politikwissenschaften an der University of California, Berkeley lehrte und einer der führenden Experten für Politik und Geschichte Ostasiens war.

Leben

Nach dem Schulbesuch studierte Scalapino zunächst am Santa Barbara College und erwarb dort 1940 einen Bachelor of Arts (B.A.), ehe er ein anschließendes Studium an der Harvard University 1943 mit einem Master of Arts beendete. Danach leistete er im Zweiten Weltkrieg seinen Wehrdienst als Sprachoffizier der US Navy im Pazifikkrieg. Nach Kriegsende setzte er sein postgraduales Studium an der Harvard University fort und erwarb 1948 einen Doctor of Philosophy (Ph.D.).

Im Anschluss übernahm Scalapino 1949 eine Professur für Politikwissenschaften an der University of California, Berkeley (UC Berkeley) und lehrte dort mehr als vierzig Jahre lang bis zu seiner Emeritierung 1990. Seit Beginn der 1960er Jahre wurde er zu einem der führenden Experten für Geschichte und Politik Ostasiens und war zwischen 1962 und 1996 auch Herausgeber der Fachzeitschrift Asian Survey. 1978 gründete er das Institut für Ostasienwissenschaften (Institute of East Asian Studies) an der UC Berkeley und blieb bis 1990 auch dessen Direktor.

Daneben engagierte sich Scalapino, der Fellow der American Academy of Arts and Sciences war, in zahlreichen Institutionen und Organisation und war unter anderem Direktor des Council on Foreign Relations sowie der Japan-Gesellschaft und auch Vorstandsmitglied des Pazifikforums des Center for Strategic and International Studies (C SIS) und des US-Atlantikrates. Des Weiteren war er Co-Vorsitzender der Beratungsgruppe der Asiatischen Gesellschaft, deren Delagation er 1991 und 1992 nach Nordkorea angehörte. Außerdem fungierte er 1966 als Gründer und Vorsitzender des Nationalkomitees für US-Amerikanisch-Chinesische Studien in New York City sowie als Ehrenmitglied des Instituts für Koreanisch-Amerikanische Studien. Schließlich war er auch für das Beratungskomitees für internationale Studien der Hoover Institution, Nationale Büro für Asienforschung sowie das Fulbright-Programm tätig.

Veröffentlichungen

Neben seiner langjährigen Lehr- und Forschungstätigkeiten verfasste Scalapino zahlreichFachbücher, die sich mit politik- und ostasienwissenschaftlichen Themen wie der koreanischen Wiedervereinigung befassten. Zu seinen bedeutendsten Büchern gehören:

  • Parties and Politics in Contemporary Japan, Mitautor Junnosuke Masumi (1962)
  • The Japanese Communist Movement: 1920–1965 (1966)
  • Communism in Korea: The Society, Mitautor Chong-Sik Lee (1972)
  • American-Japanese Relations in a Changing Era (1972)
  • Asia and the Road Ahead: Issues for the Major Powers (1975)
  • The Foreign Policy of Modern Japan (1977)
  • The United States and Korea: Looking Ahead (1979)
  • Economic, Political, and Security Issues in Southeast Asia in the 1980s, Mitherausgeber Jusuf Wanandi (1982)
  • The Early Japanese Labor Movement (1984)
  • Modern China and Its Revolutionary Process, Mitherausgeber George T. Yu (1985)
  • United States-Korea Relations, Mitherausgeber Han Sung-joo (1986)
  • North Korea in a Regional and Global Context, Mitherausgeber Hongkoo Lee (1986)
  • Internal and External Security Issues in Asia, Mitherausgeber Scizaburo Sato und Jusuf Wanandi (1986)
  • Major Power Relations in Northeast Asia (1987)
  • The Politics of Development: Perspectives on Twentieth-Century Asia (1989)
  • The Last Leninists: The Uncertain Future of Asia's Communist States (1992)

Weblinks


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