Ricardo Eichmann


Ricardo Francisco Eichmann (* 1955 in Buenos Aires, Argentinien) ist ein deutscher Vorderasiatischer Archäologe.

Wissenschaftliche Laufbahn

Von 1977 an studierte Ricardo Eichmann Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie und Ägyptologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und wurde 1984 mit einer Dissertation unter dem Titel Aspekte prähistorischer Grundrissgestaltung in Vorderasien promoviert.

Von 1984 bis 1994 war er erst als wissenschaftlicher Referent, später als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Archäologischen Institut in der Abteilung Bagdad in Berlin tätig.

Im Anschluss von 1995 bis 1996 war Eichmann Professor für Vorderasiatische Archäologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er ist seit 1996 Erster Direktor der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Musikarchäologie des Vorderen Orients und Ägyptens sowie Bauforschung im Vorderen Orient.

Privates

Ricardo Eichmann ist der jüngste Sohn von Adolf Eichmann und Vera Liebl. Nach der Entführung des Vaters im Mai 1960 – Ricardo Eichmann war zu diesem Zeitpunkt fünf Jahre alt – zog die Mutter mit ihren Kindern Anfang der sechziger Jahre nach Deutschland zurück. Eichmann wuchs nach eigener Aussage ohne großartige Konfrontation mit der Geschichte des Vaters auf, über den auch in der Familie nicht geredet wurde. Zu seinem Vater und dessen Vergangenheit hat Ricardo Eichmann keine Verbundenheit, vielmehr hat er eine pazifistische Einstellung entwickelt.[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Uruk. Die Architektur I. Von den Anfängen bis zur frühdynastischen Zeit. Ausgrabungen in Uruk-Warka. Endberichte 14 (XX, 548 S., 144 Tafeln, 255 Pläne; Rahden/Westf. Dezember 2007).
  • Koptische Lauten. Eine musikarchäologische Untersuchung von sieben Langhalslauten des 3.–9. Jh. n. Chr. aus Ägypten. Deutsches Archäologisches Institut Kairo, Sonderschrift 27 (XXIV, 157 S., 24 Tafeln, 8 Beil.; Mainz 1994).
  • Aspekte prähistorischer Grundrissgestaltung in Vorderasien. Beiträge zum Verständnis bestimmter Grundrissmerkmale in ausgewählten neolithischen und chalkolithischen Siedlungen des 9.–4. Jahrtausends v. Chr. – mit Beispielen aus der europäischen Prähistorie. Baghdader Forschungen 12 (113 S. 74 Taf.; Mainz 1991).
  • Uruk. Die Stratigraphie, Grabungen 1912–1977 in den Bereichen 'Eanna' und 'Anu-Ziqqurrat'. Ausgrabungen in Uruk-Warka. Endberichte 3 (233 S., 48 Tafeln., 106 Pläne; 2 Bände; Mainz 1989).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vera Gaserow: Name: Eichmann, in Die Zeit Nr. 28, 1995

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