Pylon (Ägypten)


Der erste Pylon des Tempels von Philae

Die Pylone ägyptischer Sakralbauten sind monumentale, doppeltürmige Gebäude mit einem verbindenden Torüberbau, die den Eingang zu einem Tempel oder Grab bilden. Sie wurden aus ungebrannten Ziegeln oder Steinquadermauerwerk errichtet. In ihre Frontfassaden waren Nischen für Flaggenmasten eingelassen.

Die Fassade der Pylone war geböscht und oben mit einer Hohlkehle bekrönt. Die Bildmotive der Pylonaußenseite zeigen in der Regel Rituale zur Feindvernichtung und verstärkten damit die Funktion der Pylone als Schutzbauten für den Tempel bzw. das Grab. Gleichzeitig symbolisierten sie die Berge des Horizonts, zwischen denen die Sonne auf- und untergeht, und bildeten so eine Grenze zwischen profanem und sakralem Raum. Große Tempel besaßen mehrere Pylone, so gab es z. B. im Amun-Tempel von Karnak aufgrund zahlreicher Erweiterungen im 4. Jh. v. Chr. schließlich zehn Pylone.

Erste Ansätze der zunächst massiv gebauten Türme werden bereits in den Pyramidenbezirken des Alten Reiches vermutet. Der wahrscheinlich älteste (heute allerdings nicht mehr vollständig erhaltene) Pylon stammt aus der Zeit von Mentuhotep III.. Seit dem Neuen Reich wiesen die Pylone im Inneren einläufige Treppen auf, die auf den Torsturz bzw. die Dächer führten (Luxor, Karnak). In der Ptolemäerzeit wurden sie zu Gebäuden im eigentlichen Sinne mit belichteten Innenräumen und Treppenhäusern ausgebaut (Edfu, Philae).

Literatur


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