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Philipp Houben


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Philipp Houben (1767-1855)

Philipp Houben (* 25. September 1767 in Grathem (Niederlande); † 12. August 1855 in Xanten), war ein deutscher Verwaltungsbeamter, Notar und als Autodidakt Provinzialrömischer Archäologe. Philipp Houben führte die ersten schriftlich und zeichnerisch dokumentierten, systematischen Ausgrabungen in der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana sowie im Legionslager Vetera durch.

Leben und Wirken

Titelblatt von Houbens Publikation der Xantener Funde (1839)
Tafel 15 aus Houbens Publikation der Xantener Funde (1839)

Philipp Houben wurde als ältester Sohn seiner Familie in Grathem, einer kleinen Gemeinde an der Maas in den Niederlanden geboren. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen. 1784 begann er in Geldern eine Verwaltungslaufbahn, über die er 1798 nach Xanten gelangte, wo er als Notar wirkte. Offiziell bekleidete er dieses Amt bis zu seinem Tode, de facto übte er es aber seit 1845 nicht mehr aus.

In Xanten geriet er durch den Pfarrer Johannes Spenrath in Berührung mit den Altertumswissenschaften, die ihn seither nicht mehr losließen. 1803 erwarb er die alte Propstei des Ortes und richtete mit seinen Funden dort eine Ausstellung ein. Von 1819 bis 1849 führte er auf eigene Kosten Ausgrabungen auf dem Gebiet der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana sowie im Legionslager Vetera durch. Dabei legte er unter anderem rund 1.500 römische Gräber frei. Vor allem aber war er einer der ersten frühen Archäologen, die ihre Grabungen schriftlich und zeichnerisch dokumentierten.

1839 veröffentlichte er die beiden Schriften Denkmaeler von Castra Vetera und Colonia Traiana und Antike erotische Bildwerke.

Er war korrespondierendes Mitglied der antiquarischen Gesellschaften von Rom, Trier, Bonn, Wetzlar, Minden und Antwerpen sowie Ehrenmitglied des Historischen Vereins für den Niederrhein.

Philipp Houben verstarb am 12. August 1855. Sein umfangreicher Antikennachlass wurde durch ein Kölner Auktionshaus über zahlreiche Länder verstreut,[1] da sich weder die Stadt Xanten noch die Universität Bonn zu einem geschlossenen Ankauf entschließen konnten.

Schriften

  • mit Franz Fiedler: Denkmaeler von Castra Vetera und Colonia Traiana in Ph. Houben's Antiquarium zu Xanten. Xanten, Wesel 1839 Volltext.
  • Antike erotische Bildwerke in Ph. Houben's Antiquarium zu Xanten. Xanten, Wesel 1839 Volltext.

Literatur

  • Carl Houben: Philipp Houben, Notar und Archäologe in Xanten. Sein Leben und sein Wirken. In: Die Heimat. Zeitschrift für niederrheinische Heimatpflege 22, 1951, S. 158-162.
  • Werner Böcking: Die Römer am Niederrhein. Geschichte und Ausgrabungen. 5. Auflage. Klartext, Essen 2005, ISBN 3-89861-427-1, S. 81-85
  • Gabriele B. Clemens: Immobilienhändler und Spekulanten. Die sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung der Großkäufer bei den Nationalgüterversteigerungen in den rheinischen Departements (1803-1813). Boldt, Boppard 1995, ISBN 3-7646-1948-1, S. 332-333.

Belege

  1. Katalog der Houben'schen Sammlung römischer Altertümer. Kölner Kunst-Auktion am 4. Juni 1860, Auktionshaus J. M. Heberlé (H. Lempertz). Köln 1860.

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