Pemulwuy


Pemulwuy (* 1750 an der Botany Bay; † 1. Juni 1802) war ein Stammesführer der Darug-Aborigines, deren Stammesgebiet sich am Georges River in New South Wales in Australien befand. Er führte zahlreiche bewaffnete Angriffe gegen die Kolonisatoren seines angestammten Landes aus. Er war der erste Elder des bewaffneten Widerstand der Aborigines gegen die britischen Kolonisatoren und wurde von ihnen zum Nationalhelden erklärt.

Leben

Über das Leben von Pemulwuy ist wenig bekannt. Er hatte einen Sohn, Tedbury, der ebenso gegen die Kolonisatoren kämpfte und unter Gouverneur William Bligh im Jahre 1808 unter Militärarrest gestellt wurde. Nach einigen Attacken auf Siedler im Jahre 1809 wurde er 1810 angeschossen und starb.

Kampf

Im Dezember 1790 tötete er John McIntyre, einen Offizier von Gouverneur Arthur Phillip, mit einem Speer. Daraufhin wurde eine Strafexpedition zusammengestellt, die jedoch keinen der Aborigines auffinden konnte.

1792 griff Pemulwuy Siedler in Prospect, Toongabbie, Georges River, Parramatta, Brickfield Hill und am Hawkesbury River an und wurde als der aktivste Gegner der europäischen Siedler geschildert, wobei seine Überfälle als Folge von Mangel an Nahrung, vor allem an Korn, und dem Kidnapping von Aborigine-Kindern durch die Kolonisatoren geschildert wurden. Er kämpfte gegen die New South Wales Corps, eine militärische Truppe, die die Marine-Soldaten der First Fleet, entlasten sollte.

Das Militär unter Captain Paterson kam nach Parramatta und hatte den Auftrag soviele wie möglich zu vernichten, um den Angriffen ein Ende zu setzen. Als Pemulwuy im März 1797 bei Toongabbie erneut einen Angriff startete, wurde er durch sieben Schrotkugeln im Kopf und Körper schwer verwundet und ins Krankenhaus gebracht. Nach seiner Genesung wurde er wieder freigelassen . Am 1. Mai 1801 setzte Gouverneur Philip Gidley King eine Belohnung für seine Gefangennahme oder seinen Tod aus. Er wurde am 1. Juni 1802 erschossen, sein Kopf abgeschnitten, in Spiritus gelegt und nach England geschickt. Dort ist er allerdings nie registriert worden.[1]

Guerillakampf oder Aboriginesrecht

Der Stamm der Eora verfügte über 1800 Quadratkilometer Land in Sydney vom Hawkesbury River bis zu Botany Bay und zum Georges River. Die Kolonisation ihres Landes durch die Briten wird seit dem Urteil Mabo v. Queensland (No. 2) von 1992 als ein Angriff auf die Landrechte eines souveränen Stammes angesehen.[2]

Obwohl die Angriffe von Pemulwuy die Charakteristik eines Guerillakrieges hatten, wollte er auch Beziehungen zum Gouverneur halten. Für ihn waren seine Angriffe kein Unrecht, sondern die Durchsetzung der Rechte seines Stammes, der Eora und des Bidjigal-Clans.[3] Aufgrund dieses Verständnisses und des Kampfes gegen die ersten britischen Siedler um Sydney wurde er von den Aborigines zu ihrem Nationalhelden erklärt. Der Schriftsteller Eric Willmot brachte über ihn 1987 eine Novelle Pemulwuy – the rainbow warrior heraus. Nach ihm ist ein Park im Stadtteil Redfern in Sydney benannt.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Australian Dictionary of Biography
  2. Australian Broadcast Company
  3. Convict Creations

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