Otto Krasa


Otto Erich Rudolf Krasa (* 25. Juni 1890 in Radungen; † 1. Juni 1972 in Siegen) war ein deutscher Lehrer und Prähistoriker.

Leben

Krasa wurde am 25. Juni 1890 in Radungen im Regierungsbezirk Breslau geboren. Seine Vorfahren kamen als Glaubensverfolgte aus Böhmen und siedelten sich in Schlesien an.

Am 1. Oktober 1911 begann er seine Tätigkeit als Lehrer an der Volksschule in Gosenbach. Noch vor dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde er dort am 1. April 1918 als Hauptlehrer übernommen.

1933 trat Krasa der NSDAP und der SA bei. Als Obertruppführer leitete er den Sturm Gosenbach (1937). Er übernahm verschiedene Funktionen in Verbänden/Gliederungen der NSDAP, so daß der engagierte Nationalsozialist nach dem Ende des Regimes im Entnazifizierungsverfahren zunächst als "untragbar" eingestuft wurde. Schrittweise verbesserte sich das Urteil bis 1949 auf Kategorie V.[1]

Ende der 30er Jahre begann Otto Krasa die frühe Eisenverhüttung in seiner Umgebung zu erforschen. In kleinen Bachläufen, Tälern oder Quellmulden fand er Verhüttungsplätze und Schlackenhalden. Er untersuchte u. a. einen latènezeitlichen Hüttenplatz bei Oberschelden, wobei er dort allerdings nur eine Schlackenhalde sowie eine mittelalterliche Nachnutzung entdeckte. Erst in unserer Zeit wurde der entsprechende Verhüttungsofen aufgedeckt.

In jahrzehntelanger Suche fand Krasa vor allem im südlichen und südwestlichen Siegerland über 140 Verhüttungsplätze, deren Nutzung bis in die vorgeschichtliche Zeit zurückreichte. Die bis zu 2 m hohen und etwa halb so breiten Öfen waren in der Form einer Kuppel aus Lehm mit flachen Steinen erbaut und waren in künstlich angelegten Mulden in der Nähe von Wasser angelegt worden.

Auf seine Initiative wurde am 13. Oktober 1958 der Heimatverein Gosenbach gegründet, dessen erster Vorsitzender er wurde. Im Jahre 1964 verfasste er die Chronik der Gemeinde Gosenbach, in der er u. a. die Eisenverhüttung in der Region beschrieb.

1970 wurde Otto Krasa zum Ehrenbürger der Stadt Eiserfeld ernannt. Zu seinen Ehren wurde nach ihm eine Straße in Gosenbach benannt.

Krasa war Ehrenmitglied des Siegerländer Heimatvereins und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.[2]

Werke

  • Neue Forschungen zur vor- und frühgeschichtlichen Eisenindustrie im Siegerland, in: Westfälische Forschungen Band 8, 1955, S. 194-197
  • Entdeckung eines zweitausendjährigen Hüttenplatzes für Kupfer, Blei und Silber im Siegerland, in: Westfälische Forschungen Band 13, 1960, S. 195-197
  • Der Gosenbacher Bergbau, in: Unser Heimatland, 1961, 2-6
  • Chronik der Gemeinde Gosenbach, Verlag Weyandt, Hilchenbach, 1964.
  • Latène-Schmieden im Siegerland, in: Westfälische Forschungen Band 17, 1964, S. 200-205
  • 2000 Jahre Siegerländer Eisen, in: Eiserfelder Heimatblatt Band 15, 10 (1967) S. 11-13
  • Aus der Vor- und Frühgeschichte Gosenbachs, in: Siegerländer Heimatblatt Band 37, 2 (1988) S. 5

Literatur

  • Hans Rudi Vitt: Die landeskundlichen Veröffentlichungen von Otto Krasa, in: Siegerland, Band 47,1970, S. 65-67

Weblinks

Belege

  1. Ulrich Friedrich Opfermann, Siegerland und Wittgenstein im nationalsozialismus. Personen, Daten, Literatur, Siegen 2001, S. 236.
  2. Irle, Lothar, Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechter-Lexikon, Siegen 1974, S. 192.

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