Otto Ammon (Anthropologe)


Otto Ammon (* 7. Dezember 1842 in Karlsruhe; † 14. Januar 1916 ebenda) war ein deutscher völkischer Soziologe, Anthropologe und Eugeniker. Er wird als Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland angesehen.[1]

Leben und Werk

Ammon war ab 1863 als Ingenieur sowie ab 1868 als Redakteur und Verleger tätig. 1883 führte er eine geographische und geologische Erforschung der badischen Römerstraßen sowie anthropologische Forschungen durch und war ab 1887 Mitglied des Karlsruher Altertumsvereins und des Naturwissenschaftlichen Vereins. Später gehörte er dem Geschäftsführenden Ausschuss des Alldeutschen Verbandes an.[2]

In den Jahren 1896 bis 1899 war Otto Ammon zusammen mit Otto Reuß Eigentümer der badischen Landeszeitung. 1904 erhielt er von der der Universität Freiburg die Ehrendoktorwürde.

Ammon gilt als Anhänger der rassentheoretische Schule der Soziologie. In seinem Hauptwerk „Die natürliche Auswahl beim Menschen“ bemühte er sich um den Nachweis, dass in den höheren Gesellschaftsklassen ein signifikant höherer Anteil von Angehörigen des „germanischen“ Typus zu finden sei, da beispielsweise die ererbte germanische Tapferkeit sich auch in wissenschaftlicher Tätigkeit niederschlagen würde.

Das von ihm formulierte Ammonsche Gesetz besagt, dass besonders Angehörige des nordischen Typs in die Städte abwandern, wodurch in der Stadtbevölkerung eine Auslese zugunsten der Hellpigmentierten stattfinde.[3]

Schriften (Auswahl)

  • Die natürliche Auslese beim Menschen, 1893
  • Die Gesellschaftsordnung und ihre natürliche Grundlage, 3 Bde., 1895, 1896, 1900
  • Zur Anthropologie der Badener, 1899
  • Die Bedeutung des Bauernstandes für den Staat und die Gesellschaft, 1894, ²1906.

Literatur

  • Wilhelm Bernsdorf: Ammon, Otto, in: ders./Horst Knospe (Hgg.): Internationales Soziologenlexikon, Bd. 1, Enke, Stuttgart ²1980, S. 8 f.
  • Hilkea Lichtsinn: Otto Ammon und die Sozialanthropologie, Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris: Lang, 1987, ISBN 3-8204-1074-0
  • Karl Saller: Ammon, Otto Georg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 255 (Digitalisat).

Weblinks

 Wikisource: Otto Ammon – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. So Wilhelm Bernsdorf im Soziologenlexikon, siehe Literatur
  2. Uwe Lohalm: Völkischer Radikalismus : Die Geschichte des Deutschvölkischen Schutz- und Trutz-Bundes. 1919 - 1923. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, S. 36. ISBN 3-87473-000-X.
  3. Vgl. Bernsdorf, a.a.O.

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