Orientalisches Forschungsinstitut Mysore


Das Orientalische Forschungsinstitut Mysore (ORI) von Mysore in Indien ist ein Institut, das seltene Sanskrit- und Kannada-Manuskripte sammelt, ausstellt, editiert und publiziert.

Beschreibung

Das Orientalische Forschungsinstitut Mysore war früher bekannt als die Orientalische Bibliothek. Die Bibliothek wurde im Jahr 1891 auf Anweisung von Chamaraja Wodeyar, dem Maharaja von Mysore gegründet . Das Institut befindet sich am Ende der Krishnaraja Boulevard in der architektonisch interessanten Jubilee Hall, die im Jahr 1887 zur Feier des goldenen Jubiläums der Thronbesteigung von Königin Victoria gebaut wurde. Bis 1961 gehörte das Institut zum Bildungsministerium und wurde dann ein Teil der neu gegründeten University of Mysore. Die Orientalische Bibliothek wurde im Jahr 1943 in Orientalisches Forschungsinstitut umbenannt.

Arbeit

Von 1893 bis heute publizierte das ORI fast 200 Titel. Die Bibliothek besitzt eine seltene Sammlung wie z.B. die Encyclopaedia of religion and ethics by James Hastings, A Vedic Concordance by Maurice Bloomfield und kritische Editionen des Ramayana und Mahabharata. Es war die erste öffentliche Bibliothek der Stadt Mysore für die Erforschung und das Herausgeben von Manuskripten. Der Schwerpunkt liegt in der Indologie. Das Institut publiziert ein jährliches Journal, den Mysore Orientalist. Im Jahr 1909 brachte die Publikation von Kautilyas Arthashastra, das im 4. Jahrhundert vor Chr. geschrieben wurde, editiert von Dr. R. Shamashastri, dem Institut einen internationalen Ruf. Bekannt sind auch die Publikationen Sri Tattvanidhi, eine Sammlung Shlokas von Krishnaraja Wadiyar III. Drei editierte Manuskripte Navaratnamani-mahatmyam (ein Werk über Gemmologie), Tantrasara-sangraha (ein Werk über Skulpturen und Architektur) und Vaidashastra-dipika (einen Text über Ayurveda) wurden ins Englische und in Kannada übersetzt und mehrfach nachgedruckt. Zwei weitere Werke, das Rasa-kaumudi (über Quecksilber-Medizin) und Paryayapadamanjari (Ayurveda Zahnmedizin) wurden bearbeitet und sollen publiziert werden.

Das ORI besitzt über 33000 Palmblatt-Manuskripte. Diese Manuskripte sind aus den Blättern der Talipot-Palme gemacht, die in eine Standardgröße von 15 cm zu 3,5 cm geschnitten werden. Die brüchigen Palmblätter wurden mit einer Paste aus Ragi weich gemacht und für Schriftstücke benutzt, ähnlich dem Papyrus im antiken Ägypten. Dieses organische Material verfault leicht und kann durch Silberfischchen zerstört werden. Zum Konservieren bringt man im ORI Zitronengras-Öl auf die Manuskripte, das wie ein Pestizid wirkt. Das Zitronengras-Öl bringt Flüssigkeit in die spröden Palmblätter und die hydrophobe Eigenschaft des Öls hält die Manuskripte trocken. Dadurch wird der Text vor der Luftfeuchtigkeit geschützt.

Die gebräuchliche Methode zum Konservieren von Manuskripten am ORI ist das Erfassen auf Mikrofilm. Das Institut erfasst die Manuskripte auch digital, was die Restauration der Texte vereinfacht.

Wissenschaftler

  • Prof. A. R. Krishnashastry
  • Dr. R. Shamashastri

Weblinks


Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

22.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen. Dies haben Sprachwissenschaftler du...
21.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und ...
18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde...
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp ber...
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht. Gemäss dem internationalen Forscherteam so...
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht un...
01.10.2020
Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht
Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, unt...
25.09.2020
Vor 120.000 Jahren: Älteste sicher datierte Nachweise von Menschen auf der arabischen Halbinsel
Unter Verwendung hochauflösender paläoökologischer Informationen, die aus versteinerten Fußabdrücken gewonnen wurden, präsentiert eine neue, in ...
25.09.2020
Neandertaler haben männliches Geschlechtschromosom vom modernen Menschen übernommen
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Martin Petr und Janet Kelso vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipz...
21.09.2020
Versteinerte Bäume im Thüringer Wald: Forscherteam entschlüsselt fossile Mikrowelten
Paläontologen des Museums für Naturkunde Chemnitz und der TU Bergakademie Freiberg führen aktuell in Manebach bei Ilmenau wissenschaftliche Grabung...
21.09.2020
Auch Schimpansen leiden ein Leben lang, wenn sie im Kindesalter die Mutter verlieren
Der Tod eines Elternteils ist für ein Kind traumatisch und Waisenkinder leiden häufig für den Rest ihres Lebens unter diesem Verlust – ein verzö...
21.09.2020
Älteste Spermien der Welt
In einem Bernstein entdeckte ein internationales Team von Paläontologen im Inneren eines weiblichen Muschelkrebses 100 Millionen Jahre alte Riesenspe...
17.09.2020
Schimpansenverhalten und -kultur sind in variabler Umwelt am vielfältigsten
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und dem Deutschen Zentrum für integrat...
15.09.2020
Weinpresse aus der Eisenzeit gibt Aufschluss über Bautechnik der Phönizier
Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt seltenen Nachweis der frühen Weinherstellung an der Ausgrabungsstätte Tell el-Burak im Libanon.
09.09.2020
Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus eine...
09.09.2020
Das letzte Zucken der Eiszeit
Ein internationales Team von Forschenden blickt präzise wie nie in das Ende der letzten Eiszeit. Wann und wo genau die Jüngere Dryaszeit begann und ...
03.09.2020
Milchverträglichkeit hat sich in wenigen Tausend Jahren in Mitteleuropa verbreitet
Paläogenetiker der Johannes Gutenberg-Universität Mainz finden nur in wenigen Knochen vom bronzezeitlichen Schlachfeld an der Tollense Hinweise auf ...
03.09.2020
Himmelsscheibe von Nebra wird neu datiert
Bisher galt die Himmelsscheibe von Nebra als frühbronzezeitlich und damit als älteste Himmelsdarstellung der Welt. Archäologen der Goethe-Universit...
03.09.2020
Künstliche Intelligenz hilft in der Archäologie
Künstliche Intelligenz ist besser als bisherige Softwareanwendungen in der Lage, den Ursprung archäologischer Funde aus naturwissenschaftlichen Unte...
26.08.2020
Bronzezeit: Fremde Ernährungstraditionen in Europa
Nicht nur Metalle, hierarchische Gesellschaften und befestigte Siedlungen: In der Bronzezeit beeinflusste auch ein neues Lebensmittel die ökonomische...
26.08.2020
Wie sich Neandertaler an das Klima anpassten
Klimaveränderungen kurz vor ihrem Verschwinden lösten bei den späten Neandertalern in Europa eine komplexe Verhaltensänderung aus: Sie entwickelte...
17.08.2020
Radiokarbonuhr zur C-14 Datierung neu geeicht
Die Radiokarbondatierung wird genauer als je zuvor: Als Teil eines internationales Forschungsteam trug die Universität Hohenheim dazu bei die Technik...
06.08.2020
Langer Hals half Saurier bei Unterwasserjagd
Sein Hals bestand aus dreizehn extrem verlängerten Wirbeln und war dreimal so lang wie sein Rumpf: Der Giraffenhalssaurier Tanystropheus lebte vor 24...
06.08.2020
Ein Riesenkranich aus dem Allgäu
Forschungsteam beschreibt rund elf Millionen Jahre alten Vogelschädel von der Fundstelle Hammerschmiede als frühesten Nachweis eines großen Kranich...